In einem persönlichen Brief zum Wahlsieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wünscht er Weisheit und Kraft.
Bischof Klaus Krämer hat dem Spitzenkandidaten der Grünen, Cem Özdemir, in einem persönlichen Brief zum Wahlsieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gratuliert. Für die kommende Zeit wünscht er ihm „Weisheit in den Entscheidungen und Kraft in den Belastungen des politischen Alltags“.
„Die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen stehen vor der Aufgabe, unterschiedliche politische Positionen im Geist der gemeinsamen Verantwortung zusammenzuführen, damit unser Land auch in den kommenden Jahren von einer stabilen und verlässlichen Regierung geführt wird, für die die unveräußerliche Würde jedes Menschen Maßstab politischen Handelns bleibt“, schreibt der Bischof weiter.
Hoffnung auf zügige Regierungsbildung
Zugleich äußerte der Bischof die Hoffnung auf eine zügige und verantwortungsvolle Bildung einer tragfähigen Regierung. Gerade in Zeiten großer Herausforderungen sei es wichtig, dass Baden-Württemberg rasch wieder über eine handlungsfähige Regierung verfüge.
Die deutliche höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2021 ist für Bischof Krämer ein starkes Signal für die Vitalität der Demokratie im Südwesten Deutschlands. „Das so viele Menschen ihre Verantwortung wahrgenommen haben und wählen gegangen sind, um die Zukunft unseres Landes mitzugestalten, erfüllt mich mit großer Freude“, so Bischof Krämer. Dass die AfD als drittstärkste Kraft in den Stuttgarter Landtag einziehe, bereite ihm dagegen Sorge.
Angesichts gesellschaftlicher Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und globaler Krisen sei aktuell eine Politik gefragt, die Orientierung gebe und Vertrauen stärke. „Viele Menschen erleben derzeit eine Zeit der Verunsicherung. Umso wichtiger ist eine Politik, die Vertrauen stärkt und unsere demokratische Ordnung festigt“, betont Krämer in seinem Schreiben an den wohl künftigen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Der Bischof unterstreicht in seinem Brief zudem die gemeinsame Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Räume für Dialog, Solidarität und Verantwortung zu öffnen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Zivilgesellschaft und Kirchen.“ Die gute und verlässliche Zusammenarbeit zwischen Land und Kirchen habe sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen dabei über Jahre hinweg als tragfähige Grundlage erwiesen.