In das Breucha-Areal in Rottweil, zwischen Landratsamt und Stadthalle gelegen, investiert die GVS rund 30 Millionen Euro. Jetzt kommt ein neuer Architektenentwurf zum Zug. Foto: Otto

Das Interesse am Breucha-Areal in Rottweil reißt nicht ab: Was entsteht denn nun hier genau? Und wann? Wir erfahren, dass sich die Pläne etwas geändert haben.

Es ist eine der überaus prominent gelegenen Entwicklungsflächen in Rottweil: Am Kreisverkehr zwischen Landratsamts-Baustelle und Stadthalle, wo Tausende Autos täglich vorbeifahren, wartet das Breucha-Areal – einst Standort des nun in Zimmern befindlichen gleichnamigen Malerbetriebs – auf seine Bebauung.

 

Ein „Quartier der Generationen“ ist dort auf den Grundstücken Heerstraße 79 und Bruggerstraße 2 geplant. Pflegeplätze sowie Betreutes Wohnen und „Freies Wohnen“ sollen entstehen. Investor ist die GVS-Unternehmensgruppe aus Rottweil, die im Investorenauswahlverfahren den Zuschlag erhalten hatte. Seither, so Thomas Grimm,  geschäftsführender Gesellschafter der GVS, zeugen stetige Nachfragen davon, wie groß das Interesse an dem Projekt ist.

Dieser Entwurf wird jetzt bei der Bebauung des Breucha-Areals realisiert. Rechts der Kreisverkehr Heerstraße/Stadionstraße. Foto: Otto/Modell: Lieb Architekten

Wie das Ganze aussehen soll, wurde eigentlich bereits im September greifbar: Bei einem Realisierungswettbewerb kürte die Jury den Entwurf des Büros Pussert-Kosch Architekten aus Dresden zum Sieger. Jetzt allerdings wurde nachjustiert, wie Thomas Grimm im Gespräch mit unserer Redaktion zum aktuellen Stand der Dinge berichtet.

Büro Lieb Architekten überzeugt

„Wir haben uns im Nachgang nun doch entschieden, dass der Entwurf des 2. Siegers umgesetzt wird“, so Grimm. Der Entwurf des Büros Lieb Architekten, das schon mehrere Pflegeheime konzipiert hat, habe sich bei näherer Betrachtung als praktikabler für die täglichen Abläufe und optimal für die Anforderungen in der Pflege erwiesen. Die modulare Bauweise sorge insgesamt für eine gesteigerte Flächeneffizienz.

Die Planung sieht oben rechts zur Heerstraße hin den Pflegebereich vor, links das Betreute Wohnung und unten in einem versetzten Baukörper weitere Wohnungen und Gewerbeflächen. Foto: Otto/Entwurf: Lieb Architekten

Das Modell, das in Grimms Büro steht, zeigt drei Baukörper: Direkt in der Ecke Heerstraße/Stadionstraße entsteht der große Bereich der Pflege mit 45 stationären Plätzen sowie 15 bis 25 Tagespflegeplätzen. Links daneben sieht der Entwurf das Gebäude für das Betreute Wohnen mit 16 Wohnungen vor. Diese haben zwischen 60 und 80 Quadratmeter. Und das besondere: Auch eine Arztpraxis mit rund 230 Quadratmetern Fläche wird hier entstehen. Wer dort praktizieren wird, dazu ist noch keine Entscheidung gefallen, sagt Grimm.

Penthouse-Wohnungen und Gewerbeflächen

Auch der dritte Komplex, der zwei versetzte, miteinander verbundene Baukörper vorsieht, birgt viel Potenzial: Hier entstehen 16 Wohnungen, davon vier Penthouse-Wohnungen sowie Gewerbeflächen. Denkbar wäre hier eine Cafeteria, ein Bistro oder ähnliches. Zudem wird es Raum für eine Senioren-WG mit acht Personen geben.

25 Millionen Euro reine Baukosten

Die GVS investiert in das Projekt rund 25 Millionen Euro an reinen Baukosten. Und wie ist nun aktuell der Zeitplan? Thomas Grimm rechnet damit, dass der Bauantrag im Herbst eingereicht werden kann, spätestens im Frühjahr 2027 müsste dann die Baugenehmigung vorliegen. Der Baubeginn ist nach derzeitigem Stand für Herbst 2027 geplant, das neue Quartier könnte dann im Sommer, spätestens Herbst 2029 fertig sein.

Unter anderem ist bis dahin auch die Frage zu klären, wer die Pflegeeinrichtung betreiben wird. Hierzu, so Grimm, sei man mit verschiedenen regionalen Betreibern im Gespräch.

Projekte in Balingen und Kissingen

Für die GVS Unternehmensgruppe ist das Engagement in dieser Branche nicht neu: Ein Pflegeheim mit Betreutem Wohnen in Waiblingen-Beinstein ist bereits in Betrieb, ein weiteres in Waiblingen-Neustadt wird in diesem Jahr fertig, weitere Projekte sind in Kissingen (kurz vor Baustart) und Balingen (Baustart erfolgt) in der zeitnahen Umsetzung.

Und Thomas Grimm freut sich, dass nun für das Breucha-Areal der optimale Entwurf gefunden ist, um dem wachsenden Bedarf an Wohnraum und Pflegeplätzen in Rottweil mit einem vielfältigen und zukunftsträchtigen Angebot Rechnung tragen zu können.