Für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit erhielt Friedrich Reuff (rechts) von Pfarrer Timo Stahl im Freiluftgottesdienst die Johannes-Brenz-Medaille in Bronze. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Friedrich Reuff erhält als dritter Dornstetter die Johannes-Brenz-Medaille der Landeskirche

Mit der Johannes-Brenz-Medaille ehrt die Evangelische Landeskirche Württemberg verdiente Mitarbeiter – nun auch Friedrich Reuff für seinen jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz mit der Auszeichnung in Bronze.

Mit der Johannes-Brenz-Medaille ehrt die Evangelische Landeskirche Württemberg verdiente Mitarbeiter – nun auch Friedrich Reuff für seinen jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz mit der Brenz-Medaille in Bronze.

Dornstetten. Nach Heinrich Albrecht und Wolfgang Scharr ist Reuff der dritte Dornstetter, dem diese hohe Auszeichnung der Landeskirche zuteil wurde.

In dem Gottesdienst, der pandemiebedingt auf dem Kirchplätzle gefeiert und digital übertragen wurde, würdigte Pfarrer Timo Stahl Reuffs ehrenamtliche Arbeit. Mehr als 40 Jahre lang hat Reuff in den Kirchenbezirken Freudenstadt und Sulz ehrenamtlich als Lektor beziehungsweise Prädikant die Gestaltung von Gottesdiensten übernommen. "Herr Reuff hat mit Freude und großem Engagement Gottesdienste gefeiert und dabei fast sonntäglich mit Gemeinden Gott durch Wort und Musik die Ehre gegeben. Er war zur Stelle, wenn Pfarrstellen unbesetzt oder Kollegen im Urlaub oder krank waren", beschrieb Stahl dessen Wirken im Kirchenbezirk.

Darüber hinaus engagierte sich der Geehrte im Landesarbeitskreis der Prädikanten und übernahm als gewählter Synodaler Verantwortung in der Landessynode, dem Kirchenparlament der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Dabei habe Reuff, so Pfarrer Stahl, "über viele Jahre die Geschicke und Wege unserer Kirche mit verantwortet und über inhaltliche, finanzielle und personelle Fragen mit entschieden".

Auch im Ruhestand bleibt genug zu tun

Für seine Heimatgemeinde bedeutsam waren vor allem auch Reuffs historische Forschungen zur Geschichte der Martinskirche und seine vielen profunden Veröffentlichungen darüber. Dabei habe sich der Geehrte, so lobte Stahl, viel mit den Steinen und der Geschichte der Martinskirche beschäftigt, Kirchenführer und Informationsblätter erstellt und stets federführend an Fest- und Denkschriften mitgearbeitet: "Es kann wohl kaum ein anderer sagen, was die Steine unserer Kirche alles erzählen und bekennen können."

Dass es mit Reuff nun in Dornstetten gleich drei Preisträger gibt, ist nicht nur von der Zahl her bemerkenswert. Bedeutsam ist dies auch, weil zwischen der alten Oberamtsstadt Dornstetten und dem großen württembergischen Reformator eine historische Verbindung besteht: Im Jahr 1551 verfasste Brenz in Dornstetten das Bekenntnis für das Trienter Konzil.

Dass Friedrich Reuff nicht nur ehrenamtlich, sondern viele Jahre lang auch hauptamtlich in der Landeskirche tätig war, erzählte der Geehrte hinterher im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach seiner Buchdruckerlehre in Freudenstadt entschloss sich der gebürtige Dornstetter zu einer zweiten Berufsausbildung im sozialen Bereich. An der Missionsschule in Unterweissach absolvierte er eine Ausbildung als Jugendreferent, der sich die Weiterbildung zum Religionspädagogen in Freiburg anschloss. Viele Jahre lang war Reuff als Religionslehrer an verschiedenen Schulen tätig, seit 1974 im Kreis Freudenstadt. Auf seine Zeit als Prädikant blickt Reuff gerne zurück. Mit Freude berichtete er, dass er in allen Gotteshäusern des Kirchenbezirks predigte und dabei stets offene Ohren gefunden habe.

Auch im Ruhestand – ob als Religionslehrer oder Prädikant – gehen ihm die Aufgaben nicht aus. Nun kann sich Reuff endlich ohne Zeitdruck seinem großen Hobby, der Kirchengeschichte, widmen. Die Johannes-Brenz-Medaille, die auf der Vorderseite ein Kreuz und ein Porträt des großen Reformators zeigt und auf der Rückseite die Prälaturen der Landeskirche symbolisiert, bekommt auf seinem Schreibtisch einen Ehrenplatz.

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