Die Herausforderungen an die Lehrkräfte steigen. Und so stimmte der Lörracher Gemeinderat zu, dass die Schulsozialarbeit ausgebaut wird.
Konkret ging es darum, dass Stellenanteile an der Hellbergschule in Brombach, an der Pestalozzischule sowie am Hans-Thoma-Gymnasium erhöht werden – und das bereits zum neuen Schuljahresbeginn.
Ursprünglich war die Aufstockung erst für Januar 2027 angedacht. Im Hauptausschuss war indes angeregt worden, diese vorzuziehen, was im Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mitgetragen wurde. Als jährlicher Mehrkostenbeitrag entstehen so 12.700 Euro.
Viele Gründe
Derzeit beträgt der Stellenumfang am HTG mit seinen über 1000 Schülern 120 Prozent. Vom Landratsamt ermittelt worden war aber bereits im Jahr 2023 ein Stellenbedarf von 130 Prozent. Diese Anpassung soll nun nachgeholt werden. Ebenso an der Hellbergschule mit ihren knapp 500 Schülern, wo der Anteil von 125 auf 140 Prozent erhöht wird, und der Pestalozzischule, wo sich die Stelle von 60 auf 70 Prozent erhöhen soll – bei insgesamt rund 120 Schülern.
Die Gründe für die Ausweitung der Schulsozialarbeit sind bekannt. Es geht um Mobbing, Konzentrationsprobleme, immer heterogenere Klassen, auch um Migrationshintergrund, schwierige familiäre Verhältnisse, soziale Medien, Schulschwänzer oder mutwillige Zerstörungsaktionen, worüber die Gemeinderäte schon informiert worden waren.
Umsetzung verzögert
Der Bedarf sei schon large da und bekannt, erklärte Ilona Oswald, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales, Sport. Allein aufgrund klammer Finanzen habe sich die Umsetzung hinausgezögert. Nur die Eichendorffschule habe bislang noch keine entsprechende Unterstützung, habe dies aber mittlerweile angefragt, ebenso das THR, das eine Aufstockung wünsche, erläuterte sie auf Nachfrage nach weiteren Bedarfen, die Ulrike Krämer (CDU) stellte. Dem war zu entnehmen, dass Schulsozialarbeiter an Lörracher Schulen bald flächendeckend vorhanden sind.
Es sei eben heute eine andere Welt, bemerkte Thomas Hengelage (Grüne) hierzu. Silke Herzog (FW) befürchtete, dass die Erhöhung angesichts steigender Probleme lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Aber: „Es ist in jedem Fall gut investiertes Geld.“ Eine klare Zustimmung kam auch von Seiten der SPD.
Gut investiertes Geld
Einzig Birger Bär (BFLö) sprach sich gegen die Maßnahme aus. „Die Kommune soll den gesellschaftlichen Wandel auffangen?“, fragte er. Er finde es absurd, der „Verwahrlosung der Gesellschaft“ so entgegenwirken zu wollen. Vor allem, wenn parallel dazu die Vergabe von Laptops an die Schüler – Stichwort soziale Medien – von der Stadt gefördert werde, sei dies „verbranntes Geld“.