Im Dunkeln ist gut munkeln? Das denken sich offenbar auch viele dunkle Gestalten, die den Neckarpark unsicher machen. Foto: Eich

"Die Lage beruhigt sich nicht" – findet der SPD-Stadtrat Nicola Schurr, wenn er auf den Neckarpark in Villingen-Schwenningen blickt, vor allem nachts. Die Unruhen dort dauern an, und Schuldige werden gesucht.

VS-Schwenningen - Sich nachts sicher fühlen im Schwenninger Neckarpark, das war offenbar einmal. Das Areal hat sich nachts, vor allem an Wochenenden, Hotspot entwickelt.

 

Eigentlich sollte es ein Platz zum Wohlfühlen und Verweilen, zum Flanieren, für Treffs und gesellige Stunden sein. Seit rund einem Jahr aber häufen sich die Klagen. Immer wieder kam es zu unschönen Vorkommnissen, die nicht selten in Polizeimeldungen mündeten.

Gewalt, Waffen, Drogen

Arabische Jugendbanden sollen den Park eingenommen haben – ein besonders erschreckendes Szenario der Ereignisse zeichnete ein Video, das im November 2021 an die Öffentlichkeit drang und auf Instagram im Internet veröffentlicht worden war. Zu sehen sind darin eine Schusswaffe, eine Sturmhaube, alles wirkt irgendwie fremd und bedrohlich. "Araber", ein jugendlicher Araber, soll der Urheber sein. Gewalt, Waffen, Drogen, das ist es, womit der Neckarpark plötzlich in Verruf geriet. Es heißt, arabische Jugendlich hätten aus dem Areal ihr Revier gemacht.

Ob das stimmt oder nicht, lässt sich schwer beweisen. Fakt ist aber: Es knallt im Neckarpark, und das nicht zu selten. Nicht alles, aber vieles dringt durch bis in die Polizeimeldungen. "Jagdszenen im Neckarpark – Große Gruppe attackiert drei Menschen in Schwenningen" heißt beispielsweise eine der Schlagzeilen, zu welchen das führt. "Schwenninger Anlage wird wieder einmal zum Gewaltschauplatz" lautet eine andere.

Thema in Amtsstuben und am Ratstisch

Wie es nachts im Neckarpark zugeht, wird immer wieder aus Berichten über den Brennpunkt ersichtlich. Viele Bürger sind ein wenig fassungslos, irrigiert oder besorgt, manche meiden den Neckarpark, vor allem zu später Stunde. Und der Orient-Experte Jan Kizilhan, der als Psychologieprofessor und Orientalist die Situation zu beleuchten weiß, fordert ein sofortiges Handeln gegen die arabischen Jugendbanden.

Immer wieder wurde die kritische Situation im Neckarpark auch Thema in den Amtsstuben oder am Ratstisch des Gemeinderates in Villingen-Schwenningen. Dort hakte nun auch Nicola Schurr wieder nach, weil "bald jedes Wochenende" Ordnungshüter, Polizei und/oder Rettungskräfte zum Neckarpark ausrücken müssten. "Ich glaube, wir müssen da jetzt einfach reagieren", konstatiert er emotionslos in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch und hofft, dass auch bei der am Wochenende bevorstehenden Kulturnacht, dem Mega-Event Schwenningens, ein wachsames Auge auf dem Neckarpark liegt. Auch an eine Beleuchtung wird immer wieder mal gedacht, um es dunklen Gestalten möglichst unbequem zu machen.

Ist das die Ursache?

Der Vorsitzende nickt. "Problem massiv bekannt", sagt Oberbürgermeister Jürgen Roth schonungslos, ringt dann aber um Formulierungen für die Ursache. "Durch die entsprechenden Beschlüsse ihrer Vorgänger verursacht", sagt er dann. Damit hebt er offenbar auf den immer wieder ins Feld geführten Personalmangel beim KOD, dem städtischen Ordnungsdienst, ab. Und er schildert die komplizierte Interessenlage – Eigentümer im Umfeld seien verunsichert, mit dem Bürgeramt sei man im Gespräch, "etwas zu machen", doch bevor man das Problem grundlegend lösen könne, müsse man da "erst etwas aufräumen" – und auch Grundlagenarbeit sozialer Art sind angedacht, "Streetworker", lässt Roth wissen und will "dass volle Programm" auffahren. Doch bis solche Maßnahmen greifen, sind weiterhin Ordnungspersonal der Stadt und der Polizei gefordert. So einfach schnell entschärfen lässt sich ein solch etablierter Brennpunkt offenbar nicht.