Neue Lösung für den Glasfaser-Ausbau in Horb. Verträge sind unterschrieben. Kommt jetzt der Breitband-Ausbau in allen Ortsteilen?
Hat jetzt das Warten auf die Deutsche Glasfaser ein Ende? Kriegen jetzt alle Horber Ortsteile mit Glasfaser die beste Internetverbindung? Ein neuer Deal soll es möglich machen. Das Rathaus hat am Freitag fünf Stunden vor der offiziellen Eröffnung des Horber Advents Besuch in Sachen Glasfaser.
Stadtwerke-Chefin Monika Mitzkat: „Wir haben jetzt professionelle Partner an der Seite. Ich bin zuversichtlich, dass die Partner den Glasfaser-Ausbau in drei Jahren in ganz Horb geschafft haben werden.“ Die Stadtwerke würden das nicht schaffen, so Mitzkat.
Die Glasfaser-Spaltung ist wohl vorbei. HorbNet mit Stiegeler hatte den Zuschlag für den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Talheim, Mühlen, Dettlingen, Dießen, Betra, Isenburg und Mühringen bekommen, startet im Frühjahr mit den ersten Leitungen. Alle anderen Ortsteile – sogar die Kernstadt Horb – hatten bisher auf die Deutsche Glasfaser gehofft.
Der neue Glasfaser-Deal – viel mehr Vorteile
Doch jetzt gibt es eine andere Lösung. Bürgermeister Zimmermann: „Während uns die Deutsche Glasfaser ein Kooperationsgespräch angeboten hatte, haben wir uns auch parallel mit anderen Netzbetreibern unterhalten. Wir haben jetzt eine neue Lösung gefunden, die uns viel mehr Vorteile bietet.“
Ein Deal, der gleich nach dem Pressegespräch unterzeichnet wird. Ahldorf und Bittelbronn sollten bisher gar kein Glasfaser bekommen. Das übernimmt jetzt Stiegeler. Und im ehemaligen Gebiet der Deutschen Glasfaser (Altheim, Bildechingen, Dettensee, Dettingen, Grünmettstetten, Horb, Ihlingen, Nordstetten und Rexingen) kommt die UGG ins Spiel. Dieser Anbieter soll auch im Industriegebiet Heiligenfeld Glasfaser anbieten.
Statt Deutsche Glasfaser jetzt „Unsere grüne Glasfaser“
Rupert Metzler, Senior Expansion Manager von „Unsere Grüne Glasfaser“: „Wir sind ein Joint-Venture zwischen Telefonica und der Allianz. Die Firma wurde in der Minus-Zinsphase gegründet. Wir investieren in die kommunale Infrastruktur wie in Breitband oder Stromkabel, um die Versichertengelder gut anzulegen.“ Damit zum Beispiel die Lebensversicherung gute Zinsen zahlen kann.
Metzler: „Weil diese Geldanlagen langfristig sind, benötigen wir keine direkte Vermarktung. Wir suchen uns Partner wie Stiegeler in Horb und natürlich die Telefonica-Tochter O2.“
Warum die UGG jetzt für jedes Haus anschließen will
Bürgermeister Zimmermann: „Die Firma UGG legt die Glasfaserleitungen vor jedes Haus. Das ist ein immenser Infrastruktur-Vorteil, der uns auch erspart, dass Bürgersteige immer wieder aufgerissen werden müssen.“ Und Stiegeler hat sich bereit erklärt, die bisher – weder von Horb Net noch Deutsche Glasfaser – vorgesehenen Orte Ahldorf und Bittelbronn mit Glasfaser zu versorgen.
Uwe Fries, Vertriebsleiter der Stiegeler Internet: „Die UGG und wir arbeiten seit drei Jahren als Partner zusammen. Horb ist die 84. Gemeinde, die wir inzwischen mit dem Glasfaser-Signal versorgen werden. Wir werden jetzt in Horb ab dem 9. Dezember ein Büro eröffnen – in den Activ Arkaden im Trakt von Projektmensch Holger Zimmermann.“
Und wann kann Horb als „Hauptstadt“ mit Glasfaser rechnen? Metzler: „Die Verträge werden gleich nach dem Pressegespräch unterschrieben. Dann beginnt die Ausbauplanung.“
Fakt ist: Die Stadtwerke haben bisher schon teilweise ohne Förderung Glasfaser-Infrastruktur verlegt, teilweise auch mit Förderung. Chefin Monika Mitzkat: „Wir werden die Infrastruktur im eigenwirtschaftlichen Ausbau verkaufen, die anderen Glasfaser-Kabel verpachten.“
Wann gibt es Glasfaser in Horb?
Siebnich: „Das ist natürlich dann Detailplanung. In Mühlen haben wir beispielsweise festgestellt, dass durch die Horber Stadtwerke viel mehr Infrastruktur schon vorhanden war als gedacht. Das ist natürlich gut für uns – das erspart uns ein Teil der hohen Baukosten.“
Dazu kommt: In Mühlen nutzt Stiegeler die neue Erdkabelverlegung durch die EnBW, um Baukosten zu sparen. Diesen Planungsprozess hat die UGG noch vor sich. In sofern sagt Rupert Metzler: „Deshalb können wir noch nicht sagen, wann Horb Stadt dran ist. Wir wollen unseren Netzausbau in unseren Standorten aber in zwei bis drei Jahren fertig haben.“
Hört sich nach einem guten Deal an. Das Warten auf die Deutsche Glasfaser scheint vorbei zu sein. Auch die Glasfaser-Spaltung von Horb. Der Gemeinderat hat nichtöffentlich einstimmig zugestimmt, so Bürgermeister Zimmermann.