Wer kommt in Oberndorf zum Zug? Eine erste Information wurde im Gemeinderat gegeben. Foto: Weidlich/Destina - stock.adobe.com/Montage: Holweger

Mehr als 2500 Haushalte werden in Oberndorf noch in diesem Jahr ans Glasfasernetz angebunden. Doch der Regio-Manager der Telekom warnt auch vor Betrügern.

Höhere Datenverbräuche, mehr Geräte, längere Nutzungszeiten: Der Bedarf an schnellem Internet wird in Zukunft immer weiter steigen, ist sich Andreas Barth sicher. Er informierte den Gemeinderat im Auftrag der GlasfaserPlus GmbH über den geplanten Ausbau in Oberndorf.

 

Home-Office, Online-Shopping, Smart Home und Streamingdienste sind nur einige Alltagsbeispiele, die zeigen, wie stark man zu Hause bereits auf das Internet angewiesen ist. Andreas Barth nannte in Oberndorf noch zwei weitere Stichworte, die den Bedarf für schnelles Internet aus seiner Sicht erhöhen werden: die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Telemedizin (ärztliche Versorgung per Videotelefonie).

Vorteile gegenüber Kupfernetzen

„FFTH-Glasfaser wird irgendwann unabdingbar“, meinte Barth in der Sitzung des Gemeinderats. Damit erreiche man Datenübertragungen bis zu 1000 Megabit pro Sekunde ohne Leistungsschwankungen. Glasfaser sei außerdem resistent gegenüber Störungen und Umwelteinflüssen und laut Umweltbundesamt um 50 Prozent emissionsärmer gegenüber Kupfernetzen. Das Glasfasernetz verbrauche außerdem nur ein Viertel der Energie, so Barth.

2591 Haushalte werden erschlossen

In Oberndorf wolle die GlasfaserPlus GmbH nun das Netz eigenwirtschaftlich ausbauen. Etwa 2591 Haushalte sollen dazu noch in diesem Jahr erschlossen werden. Im Mai ist der Start geplant.

Der Ausbau werde etwa ein Jahr dauern, abhängig von der Witterung. Die Haushalte würden dabei nach und nach „unter Licht“ gesetzt. Das Netz sei offen, werde also an verschiedene Internet-Anbieter vermietet.

Vorsicht vor Betrügern

Das Glasfaserkabel werde dabei bis ins Gebäude gelegt – das aber nur, wenn ein konkreter Auftrag erteilt werde, erklärte Barth. Dazu könne man sich etwa in einem Telekom-Shop, per Telefon oder an der Haustür beraten lassen.

Barth warnte im Gemeinderat aber davor, dass auch immer wieder Betrüger auftauchten, die sich als Mitarbeiter ausgeben. Er riet dazu, sich einen Ausweis zeigen zu lassen und im Zweifel bei der Telekom anzurufen, um zu legitimieren, dass es sich um Mitarbeiter handelt.

Gehört das eigene Haus dazu?

Ob das eigene Haus zum Ausbaugebiet gehört, kann man online prüfen. Unter www.telekom.de/glasfaser kann man seine Adresse angeben und herausfinden, ob und wann man vom Ausbau profitieren kann.

In den Genuss kommen laut Ausbauplan zunächst die Kernstadt, da im Speziellen die Oberstadt und „Dachau“ und der Lindenhof (rechtsseitig der Lindenstraße, von der Kernstadt kommend).

Wie geht es weiter?

Sabine Jaud (FWV) wollte wissen, ob auch andere Teile der Gesamtstadt berücksichtigt würden. Nach der Umsetzung des nun geplanten Ausbaus werde geprüft, ob ein weiterer Ausbau wirtschaftlich sei, meinte Barth dazu. Andere Teile Oberndorfs könnten aber dennoch zum Zug kommen. Der Landkreis sei beim geförderten Glasfaserausbau ebenfalls sehr aktiv.

Aktuell läuft im Landkreis der Ausbau bei den so genannten „weißen Flecken“. Ende 2024 ist zudem ein Zuwendungsbescheid des Bundes in Höhe von 28 Millionen Euro zugegangen.

In den kommenden sechs Jahren sollen in 13 Kommunen rund 6000 Adressen direkt an das Glasfasernetz angeschlossen werden, so der ambitionierte Plan des Landkreises. Die Umsetzung soll ab Sommer 2026 erfolgen.

Zurück zum geplanten Ausbau der GlasfaserPlus GmbH: Der Hausanschluss sei in der Ausbauphase kostenlos, so Barth auf Nachfrage von Sabine Jaud. Man zahle lediglich für den neuen Tarif. Wer vertraglich noch an einen anderen Anbieter gebunden sei, für den gelte das ebenfalls, wenn er den Auftrag noch während der Ausbauphase erteile.

Baustelle hat nichts mit diesem Projekt zu tun

Über das Vorhaben soll auch im Rahmen einer Bürger-Informationsveranstaltung berichtet werden. Außerdem werde man vom 6. bis 10. Mai einen Infotruck am Oberndorfer Schuhmarktplatz aufstellen, hieß es.

Roland Lauble (CDU) wollte wissen, ob es sich bei der aktuellen Baustelle in Beffendorf um ein Projekt der GlasfaserPlus GmbH handle. Andreas Barth verneinte das und verwies auf einen möglichen anderen Anbieter. „Der Glasfaserausbau im Kreis erfolgt auf viele verschiedene Arten.“

Ruth Hunds (SPD) beklagte, dass für den Ausbau womöglich auch Gehwege, die in gutem Zustand seien, aufgerissen werden müssten, und bat darum, die Planung mit möglichen Baumaßnahmen in Einklang zu bringen. Man stehe bezüglich der Koordination in engem Austausch, versicherte Bürgermeister Matthias Winter.