Der Glasfaserausbau in St. Georgen läuft – aber noch können nicht alle Gebiete in Angriff genommen werden. Foto: Reitschel

Welche Teile St. Georgens werden als nächstes ans Breitband angeschlossen? Und wer muss sich noch gedulden? Diese Fragen beantwortete Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar kürzlich im Gemeinderat.

St. Georgen - Eine stabile und schnelle Internetverbindung in den eigenen vier Wänden ist viel wert – das hat insbesondere die Corona-Zeit gezeigt. Und so rückt auch die Anbindung der Haushalte in St. Georgen ins Bewusstsein. Über den aktuellen Stand informierte Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar, die Gemeinderäte kürzlich.

 

Erster und zweiter Bauabschnitt von "Galetsch"

Nach Verzögerungen bei mehreren Projekten durch den Umbau der Förderkulisse, von denen Stadtbaumeister Alexander Tröndle berichtete, folgte Ende September der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt beim Projekt "Galetsch". Der Technikstandort nahe der Rupertsbergschule steht Cabanis zufolge; die Hausanschlüsse sollen nun folgen. Den Großteil will der Zweckverband noch bis Ende des Jahres fertigstellen; den Rest dann im ersten Quartal 2022 – je nachdem, wie streng der Winter wird.

Nicht mehr lange werde es dann gehen, berichtete Cabanis, bis man mit dem zweiten Bauabschnitt von "Galetsch" fortfahren könne. Die Vergabe der Arbeiten soll noch in diesem Jahr stattfinden; der Start wäre dann im ersten Quartal des Folgejahres denkbar. 95 Prozent der teilnehmenden Haushalte, schätzt Cabanis, werden bis Ende 2022 ans Breitband angeschlossen sein – ein "riesengroßer Schritt in der Kernstadt".

Lückenschluss im Hagenmoos

Als dritte große Maßnahme läuft aktuell der Lückenschluss im Hagenmoos, der – je nach Wetter in den Wintermonaten – ebenfalls im ersten Quartal 2022 fertiggestellt werden soll. Hier, merkte Cabanis an, fehlten dann nur noch einige Gebäude, die derzeit noch nicht förderfähig sind. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt angeschlossen.

Abgesehen davon laufen Cabanis zufolge aktuell noch einige Breitband-Mitverlegungen – etwa im Pavillonweg, im Haldenweg und der Storzenbergstraße sowie im Neubaugebiet "Glashöfe". Und auch einige Nachzügler werden noch an das Breitband angeschlossen – ein Unterfangen, dass, wie Cabanis betonte, für die Haushalte nicht nur teuer, sondern auch "ärgerlich für alle" ist. Er appellierte deshalb an die Haushalte in den Gebieten, in denen Breitband-Anschlüsse gelegt werden, sich direkt zu beteiligen.

Backbone-Ausbau in Brigach auf dem Plan

Für das kommende Jahr hat der Zweckverband in St. Georgen einiges geplant: Neben der Fertigstellung der laufenden Projekte sollen die Robert-Gerwig-Schule und der Rest des Neubaugebiets "Glashöfe" angeschlossen werden. Zudem steht der Backbone-Lückenschluss in Brigach an – verlegt wird vom Ortsende Brigach in Richtung Nußbach bis zum Ortseingang St. Georgen.

"Wir brauchen noch etwas Geduld", meinte Bürgermeister Michael Rieger. Denn einen Anschluss aller interessierten Haushalte bis 2027 bezeichnete Zweckverbands-Geschäftsführer Cabanis als ein "sehr ambitioniertes Ziel". Der Bürgermeister interpretierte es aber insgesamt als gutes Zeichen, dass beim Warten aufs Breitband nun eine gewisse Ungeduld herrscht. Immerhin sei das besser als die Situation ganz zu Beginn des Breitband-Ausbaus, wo man die betroffenen Haushalte drei oder vier Mal anschreiben musste – und am Ende machten im Schnitt gerade einmal 60 Prozent mit.

Geld fließt an Kommune zurück

Auch finanziell gab es abschließend noch gute Nachrichten für die Stadt: Denn durch die Nutzungsentgelte der bereits eingerichteten Anschlüsse fließt Geld in die städtischen Kassen – und zwar mehr als ursprünglich gedacht. Für das Jahr 2020 werden es laut Cabanis rund 76 300 Euro sein. Geplant waren 62 000 Euro. Die Planung für 2021 sieht 106 000 Euro vor, die man aber übertreffen werde, wie der Zweckverbands-Geschäftsführer berichten konnte. Diese Einnahmen sollen über die Jahre die Investitionen der Stadt in den Breitband-Ausbau ausgleichen.

Info: Das Warten auf die Förderung

Wieso wird der Breitband-Ausbau in manchen Bereichen vorangetrieben, während in anderen noch gewartet wird? Die Gründe liegen in den Voraussetzungen für Bundes- und Landesförderung. Denn diese wird nur bewilligt, wenn sich die Geschwindigkeit der Internetverbindung unterhalb eines bestimmten Grenzwertes bewegt. Ist das nicht der Fall, bleiben die Kosten für den Ausbau an der Kommune und an den Haushalten, die angeschlossen werden, hängen.

Voraussichtlich 2023, berichtete Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitband Schwarzwald-Baar, werde diese Fördergrenze aber fallen. Dann, hofft er, wird ganz St. Georgen förderfähig – und erst dann wolle man mit dem Ausbau der Bereiche beginnen, die im Moment noch nicht förderfähig sind. "Wir wollen nicht jetzt irgendwo anfangen zu bauen, wenn wir wissen, dass wir dort in Zukunft eine Förderung bekommen", erläuterte Cabanis. Hinzu komme, dass man – gerade in den Außenbezirken von St. Georgen – noch einige Bereiche habe, die bereits jetzt förderfähig sind und die man daher zuerst in Angriff nehmen will.