Sehnsüchtig warten viele St. Georgener auf ihren Glasfaser-Anschluss – auch in den Bereichen Galetsch, Seebauernhöhe und Rupertsberg, wo einige Hausanschlüsse seit einem Jahr hergestellt sind. Wieso lässt das schnelle Internet trotzdem auf sich warten?
Das schnelle Internet ist als Datenautobahn der Zukunft in aller Munde – und überall begehrt. Auch in St. Georgen warten viele Anwohner auf ihren Anschluss ans Breitband. Aktuell laufen die Arbeiten in den Bereichen Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe – und das schon eine ganze Weile. Viele Anwohner werden ungeduldig – auch, da ihr Hausanschluss schon seit mehr als einem Jahr bereitsteht. Was also steht dem schnellen Internet in diesem Bereich noch im Weg? Katrin Merklinger, beim Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar, der den Glasfaser-Ausbau in den Kreiskommunen übernimmt, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion die Hintergründe.
Der Hausanschluss ist seit mehr als einem Jahr hergestellt – doch vom schnellen Internet fehlt noch jede Spur. Woran liegt das?
Dass die Zeit zwischen der Herstellung des Hausanschlusses und der Inbetriebnahme des Glasfasernetzes so lange erscheinen kann, liegt Merklinger zufolge vor allem an der Reihenfolge, in der die Arbeiten ausgeführt wurden. „In diesem Ausbaugebiet hat die Baufirma zuerst die Hausanschlüsse hergestellt und dann erst im Nachgang die Leerrohre in den Gehwegen verlegt“, erklärt die Sprecherin des Zweckverbands. Dadurch seien in einigen Bereichen des Ausbaugebiets die Arbeiten in den Häusern seit gut einem Jahr abgeschlossen. „Hier kann das Gefühl entstanden sein, dass sich danach kaum mehr etwas getan hat“, räumt Merklinger ein.
Wie ist der aktuelle Ausbaustatus?
Die Tiefbauarbeiten sind in den Bereichen Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe Merklinger zufolge „schon weit fortgeschritten. Es fehlen noch ein paar Tiefbaustrecken und die Unterquerung an der B 33 mithilfe einer Spülbohrung.“ Seit der vergangenen Woche werde zudem Glasfaser in die Leerrohre eingeblasen.
Liegen die Arbeiten im Zeitplan?
Mit dem Anschluss ans Breitband hinkt man im aktuellen Ausbaubereich in St. Georgen hinterher. „Durch das sehr nasse Frühjahr konnten die Tiefbauarbeiten erst später wieder aufgenommen werden“, erklärt Merklinger. Doch nicht nur das: Durch zusätzliche Lieferengpässe beim Material und bei den Einblasunternehmen, die deutschlandweit tätig sind, „ist es zu weiteren Verzögerungen gekommen“.
Auch der Personalmangel bei den Einblasunternehmen ist in St. Georgen spürbar. „Aufgrund fehlenden Personals kommt es bei den Arbeiten zum Einbringen der Glasfaser in die Leerrohre zu Verzögerungen“, teilte der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar am 10. August auf seiner Webseite mit. Auf Nachfrage schildert Merklinger die Hintergründe: Krankheitsausfälle und Urlaube hatten zeitweilig zu Verzögerungen geführt. In der vergangenen Woche konnten die Arbeiten allerdings wieder aufgenommen werden, erklärt die Sprecherin des Zweckverbands.
Welche Arbeiten stehen als nächstes an?
Neben den Einblasarbeiten in den Bereichen Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe stehen in den kommenden Wochen letzte Tiefbauarbeiten an. Auch die Spülbohrung unter der Bundesstraße ist noch geplant. „Diese wird Anfang September durchgeführt“, erläutert Merklinger.
Wann ist das schnelle Internet verfügbar?
Einen genauen Zeithorizont nennt Merklinger auf Nachfrage nicht. Nur so viel: „Wir gehen davon aus, dass jetzt die Einblasarbeiten der Glasfaser gut vorankommen.“ Aktuell sei dafür das Unternehmen „Mein Netz“ in St. Georgen unterwegs und führe die Einblasarbeiten in Absprache mit den Anwohnern durch. „Wer in seinem Keller die Anschlussdose hat, aber noch keinen Termin vorgeschlagen bekommen hat, kann sich gerne für einen Montage-Termin telefonisch melden: 0170/4 90 90 40 oder 0170/4 90 90 08“, teilt die Sprecherin des Zweckverbands mit.
Wie geht es in St. Georgen mit dem Breitband-Ausbau weiter?
Abgesehen von dem Breitband-Ausbau in den Bereichen Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe laufen derzeit in St. Georgen keine weiteren Maßnahmen, informiert Merklinger auf Nachfrage. Auch wie es weitergeht, ist noch unklar: „Die weitere Ausbauplanung erfolgt im Zuge der Haushaltsplanungen der Kommune“, berichtet Merklinger.