In Oberreichenbach wird das Glasfasernetz weiter ausgebaut. Foto: © Gerhard Seybert - stock.adobe.co

Auf Hochtouren läuft der Ausbau der Glasfaserleitungen in Oberreichenbach. Allerdings könnte die EU noch querschießen. Was ist das Problem?

Beim Glasfaserausbau in der Gemeinde Oberreichenbach ist ein wichtiges Etappenziel geschafft. In den Ortsteilen Würzbach, Naislach, Igelsloch, Siehdichfür und Unterkollbach sind die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Das teilte Oberreichenbachs Bürgermeister Johannes Schaible auf Anfrage unserer Redaktion mit. Derzeit laufen noch einzelne Nacharbeiten. Die Glasfasern werden eingeblasen und damit die Haushalte nach und nach angeschlossen.

 

„Sobald alle Haushalte angeschlossen sind, hoffen wir, dass das Netz Anfang des kommenden Jahres in Betrieb genommen werden kann“, so Schaible zum weiteren Zeitplan.

Ausschreibungspraxis unter der Lupe

„Sorge bereitet uns aktuell allerdings die noch laufende Beihilfebeschwerde bei der Europäischen Kommission gegen die seit 2016 praktizierte Ausschreibungspraxis des Betreibermodells in der Breitbandförderung durch Bund und Land“, räumt Schaible ein: „Eine abschließende Klärung durch die Kommission bis Ende des Jahres wäre wichtig, um Verzögerungen bei der Netzinbetriebnahme zu vermeiden. Hier hängen wir derzeit in der Luft.“

Nach Abschluss der Arbeiten in Würzbach, Naislach, Igelsloch, Siehdichfür und Unterkollbach ist die Gemeinde noch nicht vollständig erschlossen, macht der Bürgermeister deutlich. Der Ausbau im einwohnerreichsten Teilort Oberkollbach und in Oberreichenbach selbst stehe noch aus.

Förderzusagen von Bund und Land

Beide Ortsteile seien Teil der nächsten Generalunternehmerausschreibung des Eigenbetriebs Breitband Landkreis Calw, so Schaible: „Ich freue mich, dass wir hierfür bereits die Förderzusage des Bundes sowie die Kofinanzierungszusage des Landes durch Innenminister Strobl erhalten haben. Die Finanzierung ist damit gesichert, der vollständige Ausbau im Gemeindegebiet kommt.“

Die Kosten für den vollständigen Ausbau liegen bei rund 12,15 Millionen Euro, teilt der Bürgermeister mit. Davon übernimmt aufgrund der Förderquoten von 60 Prozent des Bundes und 30 Prozent des Landes die Gemeinde die restlichen zehn Prozent, also rund 1,2 Millionen Euro.

Bereits bei einer anderen Gelegenheit machte Schaible deutlich, dass den Ausbau des schnellen Internets in Oberreichenbach wegen des „Marktversagens“ die öffentliche Hand übernehme, weil private Unternehmen daran kein Interesse hätten.

Enorm wichtig für Zukunft der Gemeinde

Abschließend stellt Schaible klar, welche Bedeutung das Breitbandnetz für Oberreichenbach hat: „Der Glasfaserausbau ist eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen für die Zukunft unserer Gemeinde. Damit schaffen wir die Grundlage, dass Oberreichenbach in allen Ortsteilen auch in den kommenden Jahrzehnten ein attraktiver Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsstandort bleibt.“