An manchen Stellen, wo Glasfaserkabel verlegt werden müssen, muss ohnehin gebuddelt werden. Foto: © Gerhard Seybert – stock.adobe.com

Die Gemeinde Neuweiler möchte weiße, graue und überhaupt die meisten Flecken schließen, in denen das Internet noch nicht so schnell ist. Dies nimmt sie selbst in die Hand – und beteiligt sich nicht an der gemeinsamen Ausschreibung des Kreises.

Neuweiler - Der Breitbandausbau im Kreis Calw läuft quasi mit Lichtgeschwindigkeit. Auch in Neuweiler steht nun die nächste Runde an, was jetzt Thema im Gemeinderat war. Der Plan der Verwaltung sieht vor, die noch fehlenden grauen Flecken mit Hilfe von Bundesförderung auszubauen. Allerdings macht man das nun auf eigene Faust und nicht im Rahmen der Generalunternehmerausschreibung des Kreises.

Dass die Gemeinde Neuweiler hier einen Sonderweg geht, hat natürlich Gründe. Denn dort wo aktuell noch Glasfaser fehlt, muss auch anderweitig gebuddelt werden. "Im Straßenbau sowie der weiteren vorhandenen Infrastruktur" stehen laut Verwaltung noch Sanierungsarbeiten an. Etwa im Wasser- und Abwasserbereich, aber auch bei der Straßenbeleuchtung, wie Bürgermeister Martin Buchwald ausführte. Das Problem laut Gemeinde sei nämlich, dass die am Breitbandausbau beteiligten Unternehmen nicht auch noch die Tiefbauarbeiten für die Gemeinde erledigen können.

90 Prozent gefördert

Nachteile ergeben sich hierdurch für die Kommune nicht, vielmehr den Vorteil, dass man die Maßnahmen geschickter aufeinander abstimmen kann. Gefördert werden die Maßnahmen aber trotzdem mit 90 Prozent vom Bund. Zumindest jene Gebiete, die als hellgraue Flecken gelten und noch eine Breitbandversorgung von unter 100 Mbit/s aufweisen. Für die dunkelgrauen Flecken, alles über 100 Mbit/s, aber noch unter einem Gigabit, liegt noch keine Förderrichtlinie vor. Wichtig sei jetzt, sich die am Jahresende auslaufende Förderung noch zu holen, betonten Buchwald wie Thorsten Sager-Roßbroich von der Breitbandberatung Baden-Württemberg unisono.

Gemeinderätin Doris Hammann erfragte, wie lange die Förderzusage denn gelte. "Ist das an einen Termin gekoppelt?", wollte sie wissen. Man werde die Antragsstellung so machen, versicherte Sager-Roßbroich, dass diese erst 2023 wirksam werde. "Dann hat man eigentlich drei bis fünf Jahre Zeit, um anzufangen", erläuterte der Experte. Außerdem könne man eine Verlängerung beantragen, wenn andere Hauptfaktoren – also zum Beispiel eine noch nicht fertige Leitungssanierung – noch nicht abgeschlossen seien.

"Alle Flecken schließen"

Und genau um solche Synergieeffekte auszunutzen, verwehrt man sich der GU-Ausschreibung des Kreises. Damit hatten im Übrigen auch die Gemeinderäte kein Problem. Wie es denn mit Agenbach und Zwerenberg aussehe, fragte Rat Rainer Dörich. Hier werde "vollflächig ausgebaut", erklärte Buchwald. Insgesamt fehlen wohl nur noch rund 160 Gebäude, die aber auch noch mit Glasfaser versorgt werden sollen. "Wir wollen alle Flecken schließen", so Buchwald – die Farbschattierung, ob nun weiß, hell- oder dunkelgrau, ist der Gemeinde hier egal. Und auch Sager-Roßbroich mahnte dies an, denn aktuell sei die Versorgung großteils ja gut, aber "das Bedürfnis der Bürger steigt schon".

Deshalb gab der Gemeinderat dann auch grünes Licht für den Breitbandausbau. Nun wird zum einen der Förderantrag erarbeitet, zum anderen sollen die Planungsleistungen vergeben werden, um schnellstmöglich mit dem Projekt beginnen zu können.