Der Bund bringt eine neue Förderrichtlinie für die so genannten „Grauen Flecken“ heraus. Der Zweckverband stellt nun einen Antrag für Förderung des Breitbandausbaus.
Vor einigen Wochen begannen in Hondingen die Bauarbeiten zum schnellen Breitbandausbau im Dorf, Ende März erfolgte der offizielle Spatenstich. Seitdem kommen die Arbeiten gut voran. Bereits in etwa einem Drittel der Straßen sind die Glasfaserkabel verlegt. Ab November soll das schnelle Netz verfügbar sein.
Auch in den anderen Gemeinden der Stadt Blumberg sind die Arbeiten für das schnellere Internet größtenteils abgeschlossen. Anders sieht es hingegen in Riedböhringen aus: Hier ist im Rahmen des Breitbandausbaus der Gesamtstadt Blumberg keine Verlegung von Glasfaserkabel vorgesehen. Dass Riedböhringen als einzige Ortschaft im Gebiet der Gesamtstadt Blumberg kein Glasfasernetz bekommen soll, macht manche stutzig.
Der Grund dafür ist einfach: „In Riedböhringen haben wir bereits ziemlich gutes Internet, das im alltäglichen Gebrauch für die Nutzer ausreicht“, erklärt Riedböhringens Ortsvorsteher Gerhard Fricker. Das Dorf sei mit Kabelinternet versorgt und das reiche für den Gebrauch, den normale Haushalte haben.
Bisheriges Netz gut
„Glasfaser ist eigentlich nur ein Weg für die Daten. Durch unser bisheriges Kabelnetz kann man genauso gut Fernsehen, im Internet surfen und Musik streamen“, so Fricker, der sich beruflich selbst lange Zeit mit diesem Thema befasst hat. Parallel dazu gibt es in Riedböhringen auch Internet per DSL-Vectoring über Telefonkabel, das durch Vodafone vertrieben wird. Hinzu kommt eine LTE-Versorgung des Mobilfunknetzes durch die Telekom. Das Riedböhringer Gewerbegebiet ist im Gegensatz zum restlichen Dorf bereits an das Glasfaserkabel angeschlossen.
Katrin Merklinger vom Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar beschreibt die Situation: „Riedböhringen war das einzige Gebiet auf Blumberger Gemarkung, das von den privaten Telekommunikationsunternehmen als gut versorgt galt.“ Daher wurde das Dorf bei einer Auswertung über die Internetleistung zur Kategorie „Graue Flecken“ gezählt, während die anderen Blumberger Gemeinden als „Weiße Flecken“ eingestuft wurden. Seit 2015 wird vom Bund der Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in diesen weißen Flecken gefördert. Dieser Zustand hatte sich mit der Einführung der Graue-Flecken- Förderung geändert. Hier hätte der Zweckverband Förderung von Bund und Land für Anschlüsse erhalten, die mit einer Download-Geschwindigkeit von unter 100 Megabit pro Sekunde geführt werden.
Förderrichtlinien sind geändert
Die Förderung der Grauen Flecken wurde aber im Oktober 2022 in ihrer damaligen Form überraschend gestoppt. „Vor wenigen Tagen wurde eine neue Richtlinie für diese Bereiche veröffentlicht. Der Zweckverband versucht nun, die Förderung für den Ausbau schnellstmöglich zu beantragen“, so Merklinger.
Sollte der Antrag erfolgreich sein, könnte der Ausbau 2024 oder 2025 erfolgen. Das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr überarbeitete Förderkonzept sieht vor, die Förderung des Gigabitausbaus auf alle Gebiete zu erweitern, die diese Stärke noch nicht erreicht haben.
Europäische Breitbandleitlinien
Weiße und Grauen Flecken
In den Europäischen Breitbandleitlinien werden als „Weiße Flecken“ Gebiete bezeichnet, in denen eine Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde erreicht wird. Als „Graue Flecken“ werden Gebiete definiert, in denen ein Netzbetreiber vertreten ist, jedoch in naher Zukunft voraussichtlich kein weiteres Netz aufgebaut wird und eine Versorgung von mindestens 30 Megabit pro Sekunde, aber weniger als 100 Megabit pro Sekunde im Download vorhanden ist.