Mit einem Glasfaserausbau wird es in Althengstett vorerst einmal nichts. Foto: Thomas Fritsch

Hiobsbotschaft für Althengstett: Das Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser (UGG) sorgt doch nicht für den Glasfaserausbau in Althengstett. Wie geht es mit dem schnellen Internet weiter?

Mit der Firma Unsere Grüne Glasfaser (UGG) GmbH & Co. KG glaubte Althengstetts Bürgermeister Rüdiger Klahm das richtige Unternehmen für den Glasfaserausbau gefunden zu haben.

 

Schließlich stecken hinter dem Unternehmen aus dem nördlich von München gelegenen Ismaning der Versicherer Allianz und das Telekommunikationsunternehmen Telefónica. Zu Letzterem gehört der Anbieter O2.

Lage hat sich geändert

Doch jetzt der Schock: Die UGG sorgt doch nicht für den Glasfaserausbau in Althengstett. Jens Lauser, Pressesprecher des Unternehmens, begründete dies mit der stark veränderten Lage am deutschen Glasfasermarkt.

So hätten sich die technischen Bedingungen erschwert. Die Kosten beim Ausbau seien gestiegen, teilte Lauser auf Nachfrage unserer Redaktion per E-Mail mit. Sie ließen für das Projekt in Althengstett „keinen eigenwirtschaftlich finanzierten Glasfaserausbau“ mehr zu.

Die UGG kündige die Absichtserklärung für den geplanten Glasfaserausbau in Althengstett auf, so Lauser. Die bei der UGG eingereichten Gestattungserklärungen der Bürger würden damit nicht mehr angewendet.

„Ernüchternde Botschaft“

Althengstetts Bürgermeister Rüdiger Klahm sprach auf Nachfrage unserer Redaktion von einer „ernüchternden Botschaft“. Er räumte ein, vor zwei Jahren mehr erwartet zu haben. Seinerzeit schloss die Gemeinde mit der UGG eine Kooperationsvereinbarung über den flächendeckenden Ausbau von Glasfaseranschlüssen innerhalb des gesamten Gemeindegebietes.

Im Gespräch waren zunächst auch die Deutsche Glasfaser und die Deutsche Giganetz. Beide Unternehmen hatten dann einen Rückzieher gemacht.

Die UGG verzichtete im Gegensatz zur Deutschen Glasfaser und zur Deutschen Giganetz zudem auf eine Mindestanschlussquote. Sie sieht den Glasfaserausbau als Langzeitinvest.

Dem Bürgermeister war von vorneherein klar, dass eine einst avisierte zeitliche Schiene nicht zu halten sei. Trotz der Absage ist er dennoch der Meinung, dass die damalige Entscheidung die richtige war.

Wie geht es jetzt weiter? Da gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die Gemeinde kann sich an den Eigenbetrieb Breitband Landkreis Calw (EBLC) wenden, um in der ganzen Gemeinde einen geförderten Ausbau zu bekommen. Hier wären Zuschüsse in Höhe von bis 90 Prozent der Kosten möglich, so Klahm.

In Sachen Glasfaserausbau muss in Althengstett eine neue Lösung gefunden werden. Foto: Thomas Fritsch

Die EBLC aber wird nur dann tätig, wenn es keinen privaten Anbieter gibt, sprich „Marktversagen“ vorliegt, wie sich Klahm ausdrückte. Da der Ausbau nach einer sehr groben Schätzung für die gesamte Gemeinde aber zwölf bis 15 Millionen Euro koste, bliebe an der Kommune trotzdem ein siebenstelliger Betrag hängen – angesichts der allgemeinen Haushaltsnöte keine Kleinigkeit, wie Klahm zu bedenken gab.

Der zweite Weg wäre, sich an andere Anbieter auf dem freien Markt zu wenden. Klahm will nun klären, wie es weitergehen soll.

Nur Lösung für Gesamtgemeinde

Doch der Bürgermeister machte deutlich, dass es nur eine Lösung für die Gesamtgemeinde geben könne. Einen Ausbau nur in bestimmten Teilorten werde es nicht geben. „Entweder alle oder keiner“, so Klahms unmissverständliche Ansage, so verlockend ein Glasfaserausbau in einzelnen Teilorten zunächst auch sein möge.