In Urach wächst die Ungeduld. Viele Bürger fühlen sich benachteiligt, was das schnelle Internet angeht. Foto: Sina Schuldt/dpa

Zu heftigen Diskussionen führte in der Bürgerfrageviertelstunde zu Beginn der Sitzung des Uracher Ortschaftsrates eine Anfrage zum Breitband. Die geplante Viertelstunde dauerte dadurch weitaus länger.

Vöhrenbach-Urach - Auch der Uracher Radweg floss in die kontroverse Diskussion mit ein. Angefragt hatte ein Bürger, wann sich beim Breitband für Urach etwas tue. Verzögere sich vielleicht alles wegen der Planungen für den Radweg? Neben Ortsvorsteher Martin Schneider stand bei dieser Diskussion vor allem auch Kämmerer Armin Pfriender Rede und Antwort.

 

Vorgesehen ist aktuell, dass 2023 die Vorplanung stattfindet und 2024 und 2025 die Umsetzung, wurde informiert. Realisiert werde das Ganze aber immer durch den Zweckverband, nicht durch die Stadt. Aktuell sei der erste Bauabschnitt in Vöhrenbach an der Reihe und anschließend Langenbach. Es werde aber nicht vom Bau des Radwegs abhängig gemacht. Wenn man Synergien nutzen könne, freue sich der Zweckverband. Die Fördermittel von Bund und Land für Urach seien auf jeden Fall schon zugesichert.

Schwerer Stand für Kämmerer

In der folgenden – teilweise recht hitzigen – Diskussion, auch mit den Ortschaftsräten, hatte es Armin Pfriender nicht leicht, die Zusammenhänge verständlich zu machen. Er wies mehrfach darauf hin, dass die Reihenfolge der Ortsteile vom Gemeinderat festgelegt wurde. Für die Realisierung sei dann der Zweckverband zuständig, der aber auch wieder nur die zur Verfügung stehenden Bauunternehmungen einsetzen könne.

Urach ganz ans Ende gesetzt

Kritisiert wurde unter anderem, dass der Gemeinderat und die Stadt bei den Planungen für den Breitbandausbau Urach, den Ortsteil mit der schlechtesten Verbindung, ans Ende der Planungen gesetzt habe. Stattdessen werde nun das Zentrum von Vöhrenbach versorgt, wo teilweise bereits sogar schnelles Internet vorhanden sei, es ansonsten aber auch wesentlich bessere Anschlüsse gebe als in Urach. Mit dem Uracher Netz sei es kaum möglich, Homeoffice zu betreiben oder sich entsprechend schulisch vorzubereiten.

Bürger werden selbst tätig

Erste Bürger hätten sich bereits auf einem anderen Weg ohne Kabel einen Zugang zum schnellen Internet verschafft. Wenn das Breitband in Urach nicht bald realisiert werde, so die Voraussage in der Sitzung, seien die meisten schon auf anderem Weg angeschlossen, bis das Breitband zur Verfügung steht.

Dann bestünde wohl kein Interesse mehr an einem Anschluss. Daraufhin wurde dann auch gleich noch der geplante Radweg durchs Uracher Tal angesprochen. Dabei herrscht offensichtlich Unklarheit, welche Kosten bei dem Radweg das Regierungspräsidium tatsächlich übernimmt.

Grundstücksfragen noch ungeklärt

Armin Pfriender erinnerte daran, dass der Gemeinderat vom Ortschaftsrat gefordert habe, Ideen und Vorschläge für eine Finanzierung des städtischen Anteils zu suchen. Nicht geklärt sind offensichtlich auch noch teilweise die Grundstücksfragen für den Radweg. Als Alternative wurde sogar vorgeschlagen, den Radweg in Eigeninitiative und dann deutlich schmaler zu bauen, um das Projekt realisieren zu können.