Um den hiesigen Wein zu bewerben, hat sich die Breisgauer Wein GmbH etwas Neues ausgedacht. Bei der „Breisgau-Spritztour“ gelangen die Gäste mit den Bus am 23. Juni zu Winzern an sechs Stationen. Ein Konzept, das scheinbar gut ankommt: 440 von 550 Karten sind bereits verkauft.
Der gute Ticketvorverkauf hat selbst die Initiatoren der „Breisgau-Spritztour“ überrascht. Sogar aus dem Ruhrgebiet und Darmstadt habe sie schon Anfragen erhalten, berichtet Claudia Handke, die Geschäftsführerin der Breisgauer Wein GmbH, das die Winzer und Winzergenossenschaften in der Region Breisgau vertritt. „Mit dem Thema haben wir bei vielen einen Nerv getroffen“, freut sich Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod, dessen Gemeinde mit dabei ist.
Insgesamt 24 Weingüter und Winzergenossenschaften präsentieren sich am Sonntag, 23. Juni, von 11 bis 19 Uhr von Lahr bis Rust – und das nicht nur aus der unmittelbaren Region. Vielmehr ist die ganze Breite und Vielfalt des Breisgauer Weinlands anzutreffen: Von Gundelfingen-Wildtal bei Freiburg im Süden bis nach Oberschopfheim im Norden kommen die Winzer. Insgesamt gibt es es an sechs Stationen 93 Weine und Sekte zu probieren – zusätzlich auch in einigen alkoholfreien Varianten. Ein Bus bringt die Teilnehmer für 39 Euro zu den einzelnen Stationen sowie zum Lahrer und zum Ringsheimer Bahnhof. In diesem Preis ist auch die Verkostung des Weines enthalten. Dazu kommen noch fünf Euro Glaspfand pro Station, denn das Probierglas soll immer an der jeweiligen Station verbleiben. Auch für Wasser oder das Essen vor Ort muss extra bezahlt werden. Wie lange jeder an einer Station verweilt, bleibt ihm selbst überlassen. Die Busse fahren etwa jede halbe Stunde.
Bustickets gibt es nur im Vorverkauf
„Es ist eine Jahrgangsprobe auf Rädern“, beschreibt Handke das Konzept. Pro Winzer könne man bis zu vier Weine probieren – immer nur „ein Schlückle“. Schließlich geht es in diesem Falle nicht darum, wie bei einem Weinfest gemütlich irgendwo mit einem Viertele zu sitzen, sondern darum, die Vielfalt der Weinregion kennenzulernen. Unterm Strich werden es aber trotzdem mehrere Liter Wein sein, die trinkfeste Besucher theoretisch kosten können.
An den Stationen ist zum Teil auch Unterhaltung geboten. So kündigt Gutbrod für das Kippenheimer Bürgerhaus etwa Musik an. Auch die Kippenheimer Weinkönigin Stefanie Dorner wird vor Ort sein. Die Badische Weinkönigin Julia Noll wird ebenfalls die einzelnen Stationen besuchen. Am Ringsheimer Rathausplatz wird zuerst eine Musikkapelle und dann ein Alleinunterhalter auftreten. „Das wird so ein richtig kleines Volksfestchen werden“, freut sich Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber. Zumal die Kirche nebenan am selben Tag Patrozinium hat.
Die Tickets für den Bus gibt es nur im Vorverkauf, etwa im Internet unter www.breisgau-spritztour.de oder bei Reservix. Wer spontan vor Ort mitfeiern will, kann das auch tun. Der Eintritt zu den einzelnen Stationen ist frei. Wer dort aber Wein verkosten will, muss ein Tagesticket für 15 Euro kaufen, das für eine Station gültig ist.
Die Breisgau-Spritztour dient dazu, für die Weinregion zu werben, vor allem bei den Jüngeren, die mit Wein oft nicht so viel anfangen können wie die ältere Generation, erklärt Rolf Mauch, Ortsvorsteher von Sulz sowie Vorsitzender der Winzergenossenschaft Kippenheim-Mahlberg-Sulz. „Mit der Breisgau-Spritztour bringen wir ihnen die Vielfalt der Weingüter näher und zeigen, wo man guten Wein findet. Wir lassen sie quasi reinschmecken ins Thema Wein.“
Breisgauer Wein soll bekannter werden
„Die Leute finden im Supermarkt Wein aus Chile und Südamerika, übersehen aber, dass es hier bei uns in der Region lokale Spitzenprodukte gibt“, erklärt Weber. „Der Breisgau ist von starken Weinregionen umgeben und kann es selbst mit deren Qualitäten aufnehmen“, betont Ettenheims Bürgermeister Metz. Nur sei die Region eben heterogener mit vielen kleineren Weingütern organisiert. Für einen starken Auftritt wollen diese nun gemeinsam sichtbarer werden „und so eine völlig andere Reichweite erlangen“, betont Metz. „Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, den Breisgau vom Süden bis zum Norden kennenzulernen“, stimmt Weinbereichsleiter Georg Moßmann zu.
Der Breisgauer Wein dient aber nicht nur dem Genuss und dem Tourismus, er präge aber auch die Region entscheidend. „Die Leute erholen sich gerne in den Reben, weil es dort so schön gepflegt ist. Das wird aber nur so bleiben, wenn die, die diese Kulturlandschaft kostenlos pflegen, auch ihr Produkt erfolgreich verkaufen können“, so Weber. Dabei soll die Breisgau-Spritztour helfen. Denn wem ein Wein besonders gut schmeckt, der kann ihn gleich vor Ort als Flasche mitnehmen oder bei dem jeweiligen Winzer bestellen.
Breisgauer Wein soll deutschlandweit bekannt werden
Die Breisgau-Spritztour richtet sich nicht nur an die Einheimischen, sondern nimmt auch die Touristen in den Blick. Auch sie will man mit dem Event quasi abholen, „um ihnen die Geschichten unserer Region zu erzählen und für die Verbreitung des Breisgauer Weins in Deutschland und der Welt zu sorgen“, erklärt Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare. In seiner Gemeinde wird der Bus an der Wasserwelt Rulantica Station machen. Dort wird es auch Wein aus dem „Château Ollwiller“ , also aus dem französischen Weingut der Europa-Park-Familie Mack, angeboten.
Nächstes Jahr soll die Breisgau-Spritztour wiederholt werden, kündigt Handke an. Dann eventuell mit noch mehr Stationen und über zwei Tage verteilt.
Die Stationen
Insgesamt sechs Rundbusse bringen die Teilnehmer an acht Stationen: den Bahnhof Lahr, das Weingut Wöhrle in Lahr, das Kippenheimer Bürgerhaus, die Ettenheimer Weingüter Bieselin und Weber, den Bahnhof Ringsheim, den Rathausplatz Ringsheim sowie Rulantica.