Warten mit Freude und Spannung auf die Eröffnung ihres Breghäusles (von links): Karl Neißner, Tochter Noreen und die fünfjährige Enkelin Tabea. Foto: Ginter

Neue Führung, neue Speisen, neues Konzept – nachdem es einige Jahre geschlossen war, öffnet das Breghäusle bei Vöhrenbach wieder seine Pforten für Gäste aus Nah und Fern. Und einige Besonderheiten sind bereits in Planung.

Vöhrenbach - Es hat bereits eine Jahrhunderte lange Tradition – das Breghäusle bei Vöhrenbach. Nun wird diese Tradition nach siebenjähriger Unterbrechung unter neuen Besitzern fortgesetzt: Karl und Edeltraut Neißner und Tochter Noreen wagen den großen Schritt und wollen die Gaststätte, die auch ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer ist, mit neuem Leben füllen.

2020 haben sie das alte, idyllisch gelegene Gebäude gekauft – und dachten damals noch gar nicht daran, in die Gastronomie einzusteigen, erzählt Noreen Neißner, die sich auf den Bierbänken vor dem Breghäusle in der Sonne eine kleine Pause von der Arbeit gönnt. Denn auch als Wohnhaus zählt in puncto Breghäusle ein Argument besonders: "Die Lage ist einfach traumhaft."

Corona durchkreuzt die Pläne

Der Gedanke, im Untergeschoss eine Vesperstube zu eröffnen, sei dann jedoch schnell gereift – doch Corona machte Neißner und ihren Eltern erst einmal einen dicken Strich durch die Rechnung. Am Eröffnungswochenende kam der Lockdown, alle Gastronomen mussten schließen und die Neißners montags jede Menge hochwertige Lebensmittel in die Mülltonne befördern. "Eine Förderung gab es auch nicht, da es ja keine Vorjahresumsätze gab", berichtet Vater Karl Neißner.

Doch davon ließ sich die Familie nicht unterkriegen – und nutzte die Zeit bis jetzt für ausgiebige Sanierungsarbeiten. "Das Haus haben wir komplett ausgekernt", berichtet er. Aktuell ist er dabei, das Hausinnere mit Lehm und Holz zu verkleiden – in mühevoller Eigenarbeit. Denn Handwerker, erklärt Neißner, seien derzeit Mangelware.

Vorerst öffnet das Breghäusle im Außenbetrieb. Bis zum Sommer im nächsten Jahr wollen die Neißners dann auch den Innenbereich für Gäste öffnen – sofern die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Gaststätte gut von den Menschen angenommen wird.

Sein guter Ruf eilt dem Breghäusle voraus

Bezüglich Letzterem macht sich Noreen Neißner keine Sorgen – zu oft wurde sie bereits von interessierten Mitmenschen auf das Breghäusle angesprochen. "Es hat einfach einen sehr weiten und guten Ruf – selbst Leute vom Bodensee haben uns schon gefragt, wann wir wieder öffnen", berichtet die angehende Gastwirtin und ergänzt: "Es ist einfach auch ein tolles Wanderziel."

Wie zur Bestätigung kommen auch an diesem Mittag Menschen vorbei, die gerne an dem schönen Fleck zwischen Vöhrenbach und Rohrbach einkehren möchten. Erst eine Gruppe Radfahrer – und dann auch Motorradfahrer, ein Paar aus der Schweiz, das sich zur Erfrischung eine Spezi genehmigt.

Ein Traum wird wahr

Für Noreen Neißner geht mit der Eröffnung des Breghäusles ein Traum in Erfüllung. "Ich habe schon früher von einem eigenen Café geträumt, da ich total gerne backe", sagt sie mit leuchtenden Augen. Neben hausgemachten Kuchen werden auch verschiedene Flammkuchen-Variationen sowie Wurst- und Käseplatten auf der Speisekarte stehen. Die Zutaten sollen exquisit sein. "Ich fahre heute noch ins Allgäu und hole Käse", erklärt Karl Neißner und ist schon wieder auf dem Sprung. Auch in der Schweiz und im Elsass war er zu diesem Zweck in dieser Woche schon.

Doch nicht nur mit der Qualität der Speisen will das neue Breghäusle künftig glänzen – auch die Pläne für den Innenbereich sind vielversprechend. So möchte der vielbeschäftigte Karl Neißner, der in seinem Hauptjob als Maschinenbauer arbeitet, eine Kombination aus Gaststätte und Technologiezentrum schaffen. "Industrie 4.0 findet sich dann im Breghäusle", sagt er und lacht. Gerade Kindern will er damit die Technik näherbringen – mit Maschinen, die fräsen, drehen – oder sogar eine Gravur in ein Glas lasern.

Mit Menschen ins Gespräch kommen

Etwas Erfahrung in der Gastronomie konnte Neißner schon sammeln – das ist aber schon Jahrzehnte her. Gerne hat er mit seiner Familie in den vergangenen Jahren auf Märkten Produkte wie selbstproduzierten Honig verkauft. "Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Markt oder in einer Gaststätte mit Menschen zu kommunizieren", schwärmt er – und freut sich auf die Eröffnung am Samstag.

Info: Die Neueröffnung des Breghäusles findet an diesem Samstag, 4. Juni, statt. Geöffnet hat der Außenbereich – immer am Wochenende.