Trotz stark zurückgegangener Absätze blickt die Alpirsbacher Brauerei der Zukunft hoffnungsvoll entgegen. Foto: Fuchs

Auch Alpirsbacher Klosterbräu kämpft mit der Krise: Der Bierabsatz ging im Jahr 2020 um 3,4 Prozent zurück, die Bruttoerlöse verringerten sich um 8,3 Prozent. Für 2021 aber erwartet die Geschäftsführung ein leicht positives Jahresergebnis.

Alpirsbach - Die Alpirsbacher Klosterbrauerei bekam die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie stark zu spüren. Im Geschäftsjahr 2020 ging der Bierabsatz der Spezialitätenbrauerei laut einer Mitteilung des Unternehmens um 3,4 Prozent zurück. Durch die monatelange Schließung der Gastronomie und Hotellerie verringerten sich die Bruttoerlöse des Familienunternehmens gegenüber 2019 um ganze 8,3 Prozent.

Export-Geschäfte entwickelten sich negativ

"Gemessen an der nationalen Marktentwicklung und der Entwicklung in Baden-Württemberg sind wir 2020 mit einem blauen Auge davongekommen", kommentiert Brauerei-Chef Carl Glauner das Ergebnis. Nach Angaben von Geschäftsführer Markus Schlör verlor Alpirsbacher Klosterbräu ein Volumen von 25 000 Hektoliter – also 2.500.000 Liter – Fassbier. Schuld sind die großen Absatzverluste von März bis Juli sowie der zweite Lockdown von Oktober bis zum Jahresende 2020. Lediglich im August und September war es zu einer "kurzfristigen Normalisierung mit einem Absatz auf Vorjahresniveau" gekommen.

Bei den Flaschenbieren, den Kloster-Spezialitäten und dem Bier "Kleiner Mönch" verzeichnete Alpirsbacher zwar "überproportionale Zuwächse", gleichzeitig gingen die Biermischgetränke und die alkoholfreien Biere aber deutlich zurück, weil diese Produkte stark in der Gastronomie gefragt sind. Auch die Export-Geschäfte entwickelten sich negativ, heißt es in der Mitteilung weiter.

Durchschnittliches Minus liegt bei 5,5 Prozent

Trotz der Corona-Krise hob sich die Alpirsbacher Klosterbrauerei auch 2020 vom allgemeinen Trend auf dem Biermarkt ab. Deutschlandweit verzeichnete die Branche einen Absatzverlust von 5,5 Prozent, beim Export sogar um 13 Prozent. Die Zahl der Braustätten verringerte sich deutschlandweit um 1,5 Prozent. Stärker als in Gesamtdeutschland fielen die Abschmelzungen in Baden-Württemberg aus, wo es ein Minus von 7 Prozent gab, beim Inlandsabsatz sogar von 8,7 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 geht die Alpirsbacher Klosterbrauerei trotz der erst jetzt im Mai erfolgten, vorsichtigen Öffnungen der Gastronomie von einer besseren Absatzentwicklung aus. "Aus Sicht der Geschäftsleitung wird es nach dem Ende der langen Schließungszeit in der Gastronomie und Hotellerie zu einer guten Umsatzentwicklung kommen", äußern sich Carl Glauner und Markus Schlör mit Blick auf die Zukunft positiv. Die Brauerei passe sich der Situation vertrieblich an. Das Augenmerk liege verstärkt auf der Beratung in der Gastronomie sowie im Lebensmitteleinzelhandel und Getränke-Fachmärkten.

"Wir erwarten unter Berücksichtigung einer vorsichtigen Planung und entsprechenden Kostensenkungen ein leicht positives Jahresergebnis", betont Markus Schlör. Dieses liege aber deutlich unter dem Niveau der Jahre 2014 bis 2019. "Langfristig sehen wir die Marke Alpirsbacher im Wettbewerbsumfeld chancenreich."

Die Alpirsbacher Klosterbrauerei wird in vierter Generation von Carl Glauner geleitet. Der 63-Jährige ist der Urenkel des Brauerei-Gründers Johann Gottfried Glauner, der 1877 das Unternehmen kaufte und damit die Benediktiner-Klosterbrauerei aus dem elften Jahrhundert reaktivierte. 1880 ging die Firma an Carl Albert Glauner über. 1906 erfolgte die Umfirmierung in Alpirsbacher Klosterbräu. Geschäftsführer sind der Inhaber Carl Glauner und Markus Schlör. Das Unternehmen im oberen Kinzigtal beschäftigt rund 135 Mitarbeiter.

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