Nach langer Zeit tut sich was auf dem Brauerei-Areal. Das Entsorgungsunternehmen Esslinger hat am Mittwochmorgen damit begonnen, das Gelände um den Turm herum freizuräumen. Dabei werden die Mitarbeiter vor größere Herausforderungen gestellt.
Oberndorf - Da war sogar der ein oder andere Oberndorfer etwas erstaunt, erzählt Erwin Esslinger, Geschäftsführer des Unternehmens. Die Baustelle stand bereits seit geraumer Zeit still. Bis jetzt. Gegen 8 Uhr rückten fünf Mitarbeiter mit einem Kranfahrzeug und einem zusätzlichen Container-Laster an, um den Bereich um den Brauereiturm freizuräumen, damit dieser abgerissen werden kann.
Allerlei Überreste von früheren Abbrucharbeiten liegen dort noch herum. Teerpappe, die zur Dachabdichtung verwendet wurde oder Asphaltreste, die einst als Bodenbelag dienten. Ebenso Metallschrott, wie Stahlträger, die nun in einem Stahlwerk recycelt werden können, erklärt Esslinger.
Besondere Herausforderung
Ein besondere Herausforderung stellt die Mineralwolle dar, die wohl einst als Isoliermaterial für Rohrleitungen oder Decken diente. Diese wurde damals beim Abbruch in sogenannte Bigbags verpackt. Diese Säcke bestehen aus einem Fasermaterial wodurch die Mineralwolle im Innern dicht verpackt wird.
Doch die Bigbags hätten direkt nach dem Befüllen abgefahren werden müssen. Stattdessen lagen diese in vergangenen Jahren auf dem Gelände herum und waren schutzlos der Witterung ausgesetzt. "Die Bigbags gehen durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts kaputt", erklärt Entsorgungsmanager Harald Hütter. Das Material habe sich daher inzwischen zersetzt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter nun die Mineralwolle wieder selbst in frische Bigbags verpacken müssen. "So eine Umpack-Aktion ist für uns ungewöhnlich. Normalerweise hätte man das Material einfach aufladen und wegfahren können", so Esslinger. So gestalte sich nun der Einsatz wesentlich aufwendiger und erfordere den Einsatz von entsprechender Manpower und Maschinentechnik.
Jeder Sack wiegt rund 100 Kilogramm
Etwa ein Kubikmeter Mineralwolle passen in einen Bigbag. Da das Material durch den Regen feucht ist, wiegt ein voller Sack etwa 100 Kilogramm. Mithilfe eines Krans, an dessen Ende ein Greifarm zum Einsatz kommt, wird das Material in die Behälter gepackt. Der verschlossene Bigbag wird dann in einen Container verladen. Die Mineralwolle werde zunächst in einem Zwischenlager gesammelt und anschließend in großen Chargen auf eine Sonderdeponie nach Würzburg gebracht.
Die Mitarbeiter tragen bei der Arbeit Schutzkleidung und Atemschutz. Das sehen die Richtlinien für den Umgang mit Mineralwolle vor, sagt Esslinger. Gefahrenstoffe wie Asbest befinden sich nicht auf dem Gelände. Das habe eine vorhergehende Untersuchung der Materialien ergeben. Generell gehe keine Gefahr für die Mitarbeiter aus, auch gerade weil die Stoffe bereits so lange offen herumliegen. "Bei solchen Arbeiten ist Staubemission natürlich ein Hauptthema", sagt Esslinger. Durch den Regen der vergangenen Jahre habe sich das aber inzwischen weitestgehend erledigt.
Insgesamt müssen die Mitarbeiter schätzungsweise rund 50 Kubikmeter an Material wegräumen. Was der Einsatz kosten wird, lasse sich noch nicht sagen, da das eingesammelte Material erst noch abgewogen werden muss. Die Arbeiten waren bereits am Mittwoch fast abgeschlossen. "Wir liegen gut im Zeitplan", so Hütter. Ursprünglich waren zwei Arbeitstage angedacht. Am Donnerstag müsse aber lediglich der Metallschrott beseitigt werden.