Am Brauchtumsfest wird das Biosphärenklassenzimmer der Schule in Tegernau der Öffentlichkeit vorgestellt. Es öffnet am 20. September für zwei Stunden.
Der Vorstand des Vereins Brauchtum im Kleinen Wiesental-Raich hat sich am Montagabend das Biosphärenklassenzimmer in der Schule in Tegernau angesehen. Anschließend traf sich der Vorstand und das Organisations-Team des Brauchtumsfestes zu einer Sitzung. Das Brauchtumsfest, das alle zwei Jahre stattfindet, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. In diesem Jahr wird am Tag des Brauchtumsfestes (20. September) das Biosphärenklassenzimmer der Öffentlichkeit vorgestellt. Geöffnet ist das Zimmer von 10 bis 12 Uhr. Einige Schüler werden dann Fragen der Besucher zum Biosphärenklassenzimmer beantworten. Es war früher der Physikraum der Hauptschule. Die Kinder haben den Raum in „Entdecker-Zimmer“ umbenannt.
Herzstück des Raums im Obergeschoss der Naturparkschule ist ein dreidimensionales Modell, auf das die Berglandschaft des Kleinen Wiesentals projiziert wird. Vor ihm steht ein Bildschirm, auf dem man Schaltflächen drücken kann, was ein Aufleuchten einer Lampe auf dem Modell bewirkt. Drückt man zum Beispiel das Feld „Zeller Blauen“ blickt das Licht am „Zeller Blauen“-Berg. Die Kinder der Naturparkschule haben auch Texte zu ihrem Heimatdorf eingesprochen. So erhält man einige Informationen zu den Dörfern im Tal, den Bergen, Tieren, Straßen und Sehenswürdigkeiten. „Wir versuchen das Biosphärenklassenzimmer in den Unterricht zu integrieren“, sagt Rektorin Petra Kistner. Die Kinder können den Raum täglich nutzen, allerdings bleibt das Modell unbeleuchtet.
„Wir sind kein Museum“
Das Biosphärenklassenzimmer soll nach dem Fest auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Feste Öffnungszeiten wird es aber nicht geben. „Wir sind kein Museum“, betont Petra Kistner. Wenn sich Feriengäste oder Einheimische das Zimmer angucken wollen, führte auf Anfrage ein Mitglied des Fördervereins der Schule durch den Raum. „Er steht auch anderen Schulen und Referendaren zur Verfügung“, sagt die Schulleiterin. Schüler aus Wieslet haben das Angebot schon genutzt.
An der Wand des Entdecker-Zimmers hat der Förderverein Kinder und Windräder gemalt, um zu zeigen, dass im Tal erneuerbare Energien erzeugt werden. Die Schule hat eine eigene PV-Anlage. Über eine App können die Lehrerinnen den Kindern zeigen, wieviel Strom produziert und verbraucht wird.
Im Entdecker-Zimmer kann man aber nicht nur ein Modell des Kleinen Wiesentals betrachten; mithilfe der Informationen, die man auf dem Bildschirm vor dem Modell erhält, kann man beispielsweise auch ein Quiz lösen, so Kistner. Geplant ist auch, dass die Besucher Solarautos, ein Windrad oder eine Windlampe bauen können, wenn sie wollen.
Schmökern im Ohrensessel
Im Raum gibt es auch Mikroskope, die kleinste Strukturen sichtbar werden lassen und eine Vielzahl an Büchern, mit denen man sich beschäftigen kann. Ein bequemer Ohrensessel lädt Kinder und Erwachsene in einer vom Fußboden erhöhten Ecke ein, in den Büchern zu schmökern. Hier sollen auch Referenten Platz nehmen, wenn sie Kindern von früher erzählen.
Die Schule hat außerdem ein Spinnrad und ein Waschbrett in das Zimmer gestellt, der Brauchtumsverein hat für die Geräteausstellung einen Lichtspanhalter zur Verfügung gestellt. Vor der Eröffnung gibt es ab noch einiges zu tun. Informationen auf dem Bildschirm müssen noch ergänzt werden. Bei den Schaltflächen „Wie war es früher“ und „Wie könnte es werden“ fehlen noch Texte und Bilder. Reinhard Roser will noch Fotos für diese Bereiche zur Verfügung stellen, Sonja Eiche schreibt dazu die Texte.
Petra Kistner will die Wände weiter künstlerisch gestalten. Denkbar wäre es, dass die Kinder Vögel aus einem Holzstück aussägen, bemalen und im Raum aufstellen.