Beim Singen auf dem Rathausplatz haben viele Kinder den ersten Kontakt mit den traditionsreichen Liedern. Archivfoto: Dold Quelle: Unbekannt

Narrenzunft: Gemeinsames Singen

Schramberg. Einer der liebsten Kinderbräuche in der Gegend lebt wieder auf: Die Narrenzunft Schramberg veranstaltet am Dienstag, 19. Oktober, 18.30 Uhr, ihr Kilbesingen auf dem Rathausplatz.

Eingeladen sind alle Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren. Treffpunkt ist am Narrenbrunnen, von wo aus die Kilbesinger, begleitet vom Jugendblasorchester der Stadtmusik, zum Rathaus ziehen. Dort werden die Schramberger Kilbelieder gesungen. Danach gibt es für alle einen Wecken, Apfel undetwas Süßes. Im Anschluss können alle Kinder in ihrer Nachbarschaft von Haus zu Haus ziehen und diesen alten Brauch aufleben lassen.

Auch am Kilbesingen ist Corona nicht spurlos vorbeigegangen – so musste die Narrenzunft im vergangenen Jahr die Gemeinschaftsaktion in der Innenstadt absagen. "Es war mit den damals geltenden Regelungen der Verordnung schlicht nicht vereinbar", sagt Zunftmeister Tobias Dold. Deshalb habe die Zunft die Ersatz-Aktion "Wir malen Kilbe" gestartet, bei der Schramberger Kindergarten- und Grundschulkinder Kilbe- oder Herbstmovive aufs Papier bringen sollten. Die Werke wurden im leeren Schaufenster zwischen der ehemaligen Drogerie Rossmann und dem Eiscafé Punto Gelato beim Narrenbrunnen ausgestellt und sorgten bei Passanten für etwas Kilbe-Feeling – und viel positive Resonanz.

Dass dieses Jahr nun wieder gesungen werden kann, freut die Narrenzunft – dennoch: "Wir haben uns im Vorfeld gründlich überlegt, ob wir die Aktion wieder starten können – und natürlich bei der Stadt angefragt", so Dold. Es ist und bleibe ein schwieriges Abwägungs- und Spannungsverhältnis zwischen Infektionsschutz und Brauchtum.