Grünes Licht für die ausgehandelte finanzielle Unterstützung der Straßenfasnacht hat nun der Hauptausschuss des Gemeinderats gegeben.  Foto: Alexandra Günzschel

Der Hauptausschuss stimmt mehrheitlich für den mit der Narrengilde ausgehandelten Kompromiss.

Der Weg dorthin wurde jedoch scharf kritisiert.

 

Der Termin für die Beratung im Hauptausschuss war mehr als passend. Ausgerechnet am 11. 11. erging folgende Beschlussempfehlung an den Gemeinderat: Die Narrengilde soll zur Durchführung der Lörracher Straßenfasnacht in den kommenden drei Jahren jeweils einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro von der Stadt erhalten.

Zähes Ringen um Kompromiss wird kritisiert

Darüber hinaus bleiben bisherige städtische Unterstützungsleistungen bestehen, etwa die hälftige Kostenübernahme für den Stromverbrauch.

Nicht ganz so närrisch ausgelassen war die Stimmung. Das zähe Ringen um diesen Kompromiss im Vorfeld saß vielen der Stadträte noch in den Gliedern. In ihren Einlassungen machten die meisten ihrem Ärger noch einmal deutlich Luft. Die Zustimmung erfolgte am Ende mehrheitlich bei zwei Gegenstimmungen und drei Enthaltungen.

Elisabeth Weiß-Sinn (Grüne) sprach in ihrer Einlassung von einem langen erschöpfenden Weg – zäh, belastend, hetzerisch, wenig respektvoll und unnötig politisierend. Sie kritisierte das „Spiel mit der Drohung“, die Fasnacht sterben zu lassen und begrüßte die nun gegebene Planungssicherheit für die kommenden drei Jahre. Die Fasnacht sei ein Gemeingut und kein Privatprojekt. Sie gehöre zur Stadt, schloss Weiß-Sinn ihre Rede.

„Jeder im Rat steht zur Fasnacht“, betonte Ulrike Krämer (CDU) entgegen anders lautender Vorwürfe im Verlauf des schwierigen Findungsprozesses der Kompromisslösung. „So ein Vorgehen sollte es nicht mehr geben“, erklärte sie und verkündete aus diesem Grund die Enthaltung ihrer Fraktion.

Bedeutung für Gastronomie und Einzelhandel

Als ein „Musterbeispiel, wie es nicht laufen sollte“, bezeichnete Günter Schlecht (SPD) das vorausgegangene Prozedere. Politik lebe von Kompromissen. „Wir sind nicht die bösen Buben und Mädels“, betonte auch er. Nun will er den Blick nach vorne richten – auf Spaß, Geselligkeit, aber auch Sicherheit. Die Lörracher Straßenfasnacht sei wichtig für die Gastronomie und den Einzelhandel, für Kinder und Familien, sagte er.

„Das war für alle Beteiligten einfach nur negativ“, erklärte Silke Herzog (FW). Ob Drohgebärden wie das Anwaltsschreiben mit Ultimatum nun vom Tisch seien, wollte Matthias Koesler (FDP) wissen.

Ein wenig mehr Verständnis zeigte Jörg Müller (FW). Es handele sich bei der Straßenfasnacht um ein ehrenamtliches Engagement, das man nicht erzwingen könne. Die Narrengilde wiederum sei ein Dachverband und bei anderen Dachverbänden seien die Zuschüsse auch nicht geringer. Georg Leisinger (FW) wies ebenfalls darauf hin, dass die Fasnacht nicht nur aus dem Obergildenmeister bestehe, sondern aus den vielen Cliquen dahinter.

Oberbürgermeister Jörg Lutz war es abschließend wichtig zu betonen, dass die Narrengilde zugesagt habe, für die Fasnacht in den kommenden Jahren keine gänzlich neuen Elemente zu beantragen.