Unter Einhaltung der 3-G-Regeln wichen die Hopfenzopfler aufgrund des Regens in die Garage von Familie Raible in Göttelfingen aus, damit sie für die Schulhofhocketse der Narrengilde Göttelfingen (NGG) die schönen Gebinde machen konnten. Foto: Feinler

Tradition: Narrengilde Göttelfingen pflegt das Brauchtum auch in Pandemiezeiten / Schulhofhocketse "to go"

Die erste Schulhofhocketse "to go" der Narrengilde Göttelfingen (NGG) war mit 200 Hähnchen und schnell verkauften Hopfenkränzen und -Tischdeko ein voller Erfolg.

Eutingen-Göttelfingen. Wochenlang dauerten die Vorbereitungen für die Schulhofhocketse der NGG an. Die Ehrenamtlichen der NGG waren am Wochenende an der Halle mit dem Mitnahme-Angebot vertreten, auch wenn das Wetter zeitweise nicht so mitmachen wollte. Am Samstagabend und am Sonntag um die Mittagszeit konnten die Vorbestellungen mit dem Fahrzeug abgeholt werden.

200 Hähnchen, 90 Blotzbeeten und Pommes, rund 30 Kilogramm, wurden vorbestellt. "Wir sind zufrieden mit den Bestellungen bei den Hähnchen sind wir fast bei den Zahlen einer normalen Hocketse", erklärt Sandra Pejic, vom Vorstand der NGG.

Rund 50 Arbeitsdienste wurden eingeteilt

Die Besteller waren nicht nur NGG-Mitglieder und kamen nicht nur aus Göttelfingen und dem Gäu, sondern auch aus der Umgebung wie Wachendorf. Gut nachgefragt wurden auch die vorbestellten Käsekuchen und Maulwurfkuchen, die zur Abholung portioniert wurden.

Rund 50 Arbeitsdienste, wobei einige Helfer doppelt im Einsatz waren, wurden eingeteilt. Pro Schicht waren 16 Helfer vor Ort. Bei so einer Premiere kommen Aufgaben hervor, die vorab nicht absehbar sind, erklärt Sandra Pejic: "Die Planungsphase war anders, da kein Schema und keine Erfahrungswerte da waren. Das ging aber sehr gut, da sich Sabrina Schüßler als Küchenleitung und der Ausschuss reingedacht und reingehängt haben." Die Premiere war somit kein Problem. "Wir sind ein gutes Team", so das Vorstandsmitglied. Allerdings war immer wieder schnelles Handeln gefragt. So auch vom Küchenteam, fügt Pejic hinzu: „Wir mussten spontan reagieren, da es in die Halle in den Küchenbereich reinregnet und wir die Fritteuse nicht nutzen dürfen. Aber die NGG ist ja spontan und flexibel. Wir haben kurzerhand andere Fritteuse organisiert." Dank spricht sie allen Helfern, den Zopflern und Kranzbindern, dem Ausschuss und allen Unterstützern aus.

Die Hopfengestecke und -kränze konnten ohne Vorbestellung abgeholt werden. Um die Tradition des Hopfen-Fleggas aufrecht zu halten, hatten Göttelfinger und Unterstützer aus der Region wieder Hopfen in ihren Gärten angebaut. Zudem fuhr eine Abordnung in die Hallertau, wo sie jedes Jahr Hopfen holen. "Dieses Mal sind die später dran", erklärt Carina Schwarz und fügt hinzu: "Doch wir haben selbst schönen." Daher brachten die NGG-Mitglieder keine Hopfen-Stränge mit und mussten in der Heimat nach Hopfen suchen.

Fünf kamen aus Endringen, einer aus Ebhausen, einer aus Rohrdorf, vier aus Göttelfingen und fünf aus dem Hopfengarten der Kronenbrauerei aus Hochdorf. Dafür dankt die NGG herzlich. Ebenso allen Spendern, die Blumen und Deko für die Kränze und Tischdeko zur Verfügung gestellt haben. "Jeder bringt das mit, was er hat", sagte Hopfenzopfler-Chefin Katja Frank und zeigte auf Efeu, Hagebutten, Blumen und vieles mehr.

Aufgrund der Pandemie banden die Ehrenamtlichen dieses Mal nicht im Schulhof von Göttelfingen die Kränze, sondern auf der Privatfläche. Weil der Regen immer wieder einsetzte, trafen sich die Helfer nicht im Garten von Familie Raible. Heike und Herbert Raible stellten ihre Doppelgarage für das dreizehnköpfige Team zur Verfügung. Alle hielten die "3G" ein, und so konnten gemeinsam Kränze und Tischdeko gebunden werden.

Mohn und fette Henne

Aus den Hopfen-Schluchten band das Team die Grundelemente für die Hopfendeko. Blumen für Blume suchten Ehrenamtliche wie Heike Raible heraus und banden sie mit Draht an den Hopfenkranz. "Wir nehmen noch Mohn dazu", sagte sie zu Helferinnen wie Katja Frank und weitere, die die Blumen zuschnitten. „"Brauchst du das noch?", fragte Tina in die Runde und nahm sich etwas von der "fetten Henne". Für die andere Gruppe zopfelte Herbert Raible, der in der Gruppe der "Quotenmann" darstellte. Wie es früher in Göttelfingen Brauch war, tauschten sich die Helfer beim Hopfen bearbeiten aus und hatten große Freude. Ein Stück Normalität war in die Gruppe eingekehrt, die von morgens bis in den späten Nachmittag beschäftigt war. "Normalerweise erstellen wir über 50 Kränze. Aber dieses Jahr werden es nicht so viele. Wir hoffen, auf 30 bis 40 Kränze", beschrieb Katja Frank.

Die Kränze und Tischdeko bot die NGG am Sonntag von 10 bis 14 Uhr am Parkplatz der Korntalhalle zum Verkauf an, was gut wahrgenommen wurde. Die NGG zeigte sich mit der Premiere sehr zufrieden, hofft aber, das Fest künftig wieder wie gewohnt umsetzen zu können.

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