Zahn Euro kostet der Wohnmobilstellplatz am Freibad je Nacht. Der KSV hat sich nun für eine Erhöhung ausgesprochen. Foto: Alt

Zwölf statt zehn Euro soll künftig eine Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz kosten. Mit der Erhöhung reagiert die Stadt auf den boomenden Caravaning-Trend, für die Grünen birgt die Erhöhung allerdings eine Gefahr.

Rottweil - Der Ausschuss für Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss hat sich für eine Erhöhung der Nutzungsgebühr für den Wohnmobilstellplatz ausgesprochen. Zwei Euro mehr, also 12 statt 10 Euro, werden damit pro Übernachtung fällig. Ob das sinnvoll ist, stellten die Grünen allerdings infrage.

"Wir sehen das kritisch", sagte Ingeborg Gekle-Maier. Ihr fehle eine Analyse der Wettbewerbssituation. Sie habe deshalb versucht, sich selbst ein Bild von den Gebühren vergleichbarer Anlagen in der Umgebung zu machen. Bad Dürrheim etwa verlange acht Euro, Dietingen zehn. Die Rezensionen im Internet fielen für den Rottweiler Stellplatz schon mit den bisherigen zehn Euro negativ aus. "Unverschämte Preiserhöhung von fünf auf zehn Euro, das gibt der Platz nicht her", zitierte sie einen Nutzer, der sich über die Preiserhöhung 2020 echauffiert hatte.

Verschreckt die Erhöhung die Touristen?

Zum Anderen seien negative Auswirkungen auf die Innenstadt zu befürchten – Stichwort Einzelhandel und Gastronomie – weil Touristen sich wegen der Erhöhung andere Stellplätze suchen könnten. Ihren Vorschlag, das ganze nochmal zu analysieren und erneut in den KSV einzubringen, konterte Harald-Armin Sailer (FDP). Daran gemessen, was so ein Wohnmobil kostet, hätte er sich auch 15 Euro vorstellen können. Und von Bewertungen im Internet dürfe man sich nicht täuschen lassen, winkte er ab.

Campingplatz zur Landesgartenschau?

Weil der Wohnmobilstellplatz gut ausgelastet sei wollte Arved Sassnik (SPD) im Hinblick auf die Landesgartenschau 2028 wissen, ob der vorhandene Platz überhaupt reiche. Und Sailer drehte das Thema dann gleich ganz in Richtung Campingplatz. Den hatte Rottweil übrigens auch mal und zwar im Eschachtal, wie OB Ralf Broß erinnerte. "Das ist lange, lange her", meinte Broß, gab aber auch zu, dass es wegen der Landesgartenschau sehr wohl Überlegungen in diese Richtung gebe. Den Wohnmobilstellplatz für Wohnwagen zu öffnen, sei allerdings keine Option.

Die Einnahmen aus der Erhöhung um zwei Euro belaufen sich auf etwa 9000 Euro bei einer durchschnittlichen Auslastung von 62 Prozent (wie im Jahr 2019). Damit, erklärte in Broß in Richtung von Pascal Schneider (CDU), wolle die Stadt ihre Einnahmensituation verbessern. Schneider hatte sich, so wie seine Fraktionskollegen, für die Erhöhung ausgesprochen, aber auch wissen wollen, was mit den Mehreinnahmen passiert.