Eine Szene aus der Feuerwehrübung: Das DRK übernahm von der Feuerwehr die Verletzten und behandelte sie weiter. Foto: Herold Schwind

Die Belüftung der Einsatzstelle war bei der Hauptübung der Feuerwehr Nordstetten und des DRK die Aufgabe der Jugendabteilung.

Die Feuerwehr Nordstetten hielt am Samstag bei schönstem Spätherbstwetter vor großer Zuschauerkulisse ihre Jahreshauptübung ab. Das Szenario: Bei Dachsanierungsarbeiten am Kindergarten bricht im Dachaufbau ein Schwelbrand aus, der sich unbemerkt über die Dämmung ausbreitet und die Gruppenräume im Erdgeschoss stark verraucht.

 

Und so lief die Übung ab: Punkt 15.32 Uhr wurde die Feuerwehrabteilung über die Sirene von der Leitstelle alarmiert und kam bereits um 15.34 Uhr mit ihrem Mittleren Löschfahrzeug (MLF) am Übungsprojekt an. Sofort machten sich zwei Atemschutzträger an die Arbeit, eine vermisste Erzieherin zu suchen. Weitere vier Erzieherinnen mit neun Kindern im hinteren Gebäudeteil im stark verrauchten Sportraum konnten gerettet werden. Zwei weitere Atemschutzträger machten sich fertig, um die ersten beiden zu unterstützen.

Jugendfeuerwehr macht mit

Aus dem nachkommenden Mannschaftstransportwagen (MTW) machten sich zwei weitere Atemschutzträger bereit – als Sicherungstrupp für die im Gebäude befindlichen Feuerwehrkameraden. Zwei weitere Einsatzkräfte machten sich sofort daran, eine Wasserversorgung vom nahe gelegenen Hydranten zum MLF herzustellen.

Die Jugendfeuerwehr hatte die Aufgabe, eine Riegelstellung an der Gebäuderückseite aufzubauen. Die restliche Besatzung übernahm die Rettung eines verletzten Handwerkers mit der Steckleiter und einer Schleifkorbtrage auf dem Dach.

Das öffentliche Interesse an der Feuerwehrübung in Nordstetten war groß. Foto: Herold Schwind

Die größte Gefahr bei Bränden in geschlossenen Räumen sei bei der Brandbekämpfung der Rauch, wie Kommandant Armin Schäfer erklärte. Deshalb hatte die Jugendfeuerwehr abschließend die Aufgabe einer Einsatzstellenbelüftung. Die Versorgung und die Betreuung der Verletzten und geretteten Personen sowie der neun Kinder übernahm das DRK Mühringen. Die Zusammenarbeit funktionierte Hand in Hand. Bereits um 15.56 Uhr konnte die Hauptübung beendet werden. Sie machte deutlich, dass eine Übung in einem Kindergarten nicht nur sinnvoll, sondern dringend notwendig ist.

Realistische Bedingungen

Die Übung zeigte wirklichkeitsgetreue und realistische Bedingungen, die aber anders sind als bei Standardobjekten wie zum Beispiel Wohnhäusern. Mit den vielen Kindern und den unübersichtlichen Räumen war es eine besondere Herausforderung, aber auch eine praktische Erfahrung für die Atemschutzträger, Personen zu retten. Dieses Wissen kann bei einem echten Einsatz lebenswichtig sein. Aber auch für die Kinder hatte diese Übung gezeigt, dass sie vor den Feuerwehrleuten in voller Ausrüstung mit Atemschutzmaske keine Angst zu haben brauchen, denn die Feuerwehr möchte ihnen helfen und sie retten.

Geübt wurde auch die Anwendung einer Schleifkorbtrage und einer Steckleiter – hier wurde die Rettung eines Bauarbeiters geprobt. Foto: Herold Schwind

Der Abteilungskommandant Armin Schäfer bescheinigte seiner Mannschaft und dem DRK Mühringen eine tadellose Leistung. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant für Horb, Thomas Hofer, hob die Leistungsfähigkeit der Nordstetter Wehr hervor: „Nordstetten kann zufrieden schlafen und sich auf ihre Feuerwehr verlassen.“ Auch Ortsvorsteher Markus Bok lobte seine Feuerwehr für all das Können, das nur mit „Üben, Üben und Üben“ möglich sei. Oberbürgermeister Michael Keßler sprach von einer grandiosen einsatzfähigen Wehr mit einem tollen Ausbildungsstand.