Spektakuläre Wende bei Ermittlungen zu einem Brand in Schwenningen: Ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr wird verdächtigt, sein eigenes Auto in einer Tiefgarage angezündet zu haben.
Diese Nachricht kommt einem Erdbeben bei den Einsatzkräften gleich: Befindet sich unter den Reihen der Feuerwehr-Angehörigen ein Brandstifter? Dieser Verdacht wird nun nach einem Brand in Schwenningen laut.
Rückblick. 1. Februar gegen 15.30 Uhr: In der Alten Poststraße wird ein brennendes Auto in einer Tiefgarage gemeldet. Die massive Rauchentwicklung führt dazu, dass auch die darüber liegenden Reihenhäuser kontrolliert und eine Person evakuiert werden muss. Das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhindert ein weiteres Ausbreiten des Feuers. Der Schaden begrenzt sich auf den größtenteils ausgebrannten Wagen – einen schwarzen BMW 320D – und die Tiefgarage.
Noch während die Löschmaßnahmen laufen, kommt die Kriminalpolizei an den Einsatzort, gleichzeitig fotografieren Streifenbeamte die Schaulustigen. Denn schon früh deutet sich vor Ort an, dass das Fahrzeug gezielt angezündet wurde. Wie unsere Redaktion erfahren hat, sprach dafür unter anderem eine Schmiererei auf dem Auto. Die Kriminaltechnik sichert bis in den Abend hinein Spuren, beschlagnahmt unter anderem einen roten Benzinkanister. Dann wird das Fahrzeug von einem Bergungsunternehmen aus der Tiefgarage gezogen und abtransportiert.
BMW-Fahrer zeigt sich vor Ort geschockt
Dies beobachtet auch der Besitzer des BMW. Er ist Angehöriger der Schwenninger Abteilung bei der Freiwilligen VS, wie unserer Redaktion berichtet wird. Der junge Mann ist kurz nach dem Alarm am Ort des Geschehens und zeigt sich zutiefst geschockt, während seine Kollegen das Fahrzeug löschen. Er wird noch am gleichen Tag von den Beamten befragt.
Den Verdacht, dass das Fahrzeug tatsächlich vorsätzlich in Brand gesetzt wurde, bestätigt schließlich ein Brandsachverständiger, wie Polizeisprecher Jörg Kluge auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Doch das ist noch nicht alles – denn die Ermittlungsbehörden haben darüber hinaus einen konkreten Verdacht. Kluge: „Die Polizei ermittelt gegen einen 23-jährigen Mann aus Schwenningen der verdächtigt wird, am Nachmittag des 1. Februar 2023 einen in einer Tiefgarage abgestellten schwarzen BMW 320D angezündet zu haben.“
Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung
Wie aus sicheren Quellen zu erfahren war, handelt es sich hierbei ausgerechnet um den Fahrzeugnutzer – dem Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr. Er soll tatsächlich sein eigenes Auto (Zeitwert 20 000 Euro) angezündet haben. Der Grund? Unklar.
Der Polizeisprecher hält sich diesbezüglich bedeckt, weitere Details könne man aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht nennen. „Die Ermittlungen sind noch voll im Gange und weder abgeschlossen noch vollumfänglich beweiskräftig“, betont Kluge. Mit Blick auf den Tatverdächtigen gilt daher weiterhin die Unschuldsvermutung.