Am 20. Juni 2024 brannte die Lagerhalle von Anton Brobeil vollständig nieder. Nach einem Jahr voller Bürokratie und Ärger errichtet er an derselben Stelle eine neue Halle.
Den Sommer vor einem Jahr werden nicht nur die Geislinger Landwirte und Feuerwehrmänner wohl nie vergessen: Im Juni und Juli trieb ein Brandstifter an Scheunen und Hallen sein Unwesen. Auch die Lagerhalle von Anton Brobeil im Gewann „Auen“ gegenüber des „Herrgottshäusle“ wurde in der Nacht zum 20. Juni 2024 Raub der Flammen. Trotz des schnellen Ausrückens der Feuerwehr nachts um 2 Uhr konnte nichts mehr gerettet werden. Die Halle brannte samt der darin gelagerten Traktoren und Maschinen komplett aus. Nur Tragbalken und ausgebrannte Maschinen blieben nach dem Feuer übrig. Die Brandruine wurde im Herbst vergangenen Jahres dem Erdboden gleich gemacht.
Der Schaden an der im Jahr 1994 erbauten Halle und Maschinen sowie der großen Solaranlage auf dem Dach summiert sich auf fast eine dreiviertel Million Euro. Jetzt, fast ein Jahr später, steht am selben Standort wieder eine Halle im Rohbau. Der 78-Jährige ist derzeit dabei das Gebäude wieder aufzubauen, jedoch nicht die Vesperhütte daneben, die ebenfalls in Schutt und Asche gelegt wurde. In schätzungsweise drei bis vier Wochen soll alles fertig sein. Anton Brobeil ist täglich auf der Baustelle.
Solarpaneele kommen wieder aufs Dach
Im Oktober vergangenen Jahres reichte sein Architekt den Antrag für den Wiederaufbau beim Landratsamt ein. Eigentlich wollte Brobeil mit dem Wiederaufbau bereits zum Jahresbeginn anfangen, doch weil sich verschiedene Gewerke verzögerten, wurde es Mai. Seither geht es zügig voran. Gebaut wird aus Holz in Fertigbauweise. Das Grundgerüst stand nach wenigen Tagen. Auf dem Dach sind bereits neue Solarpaneele angebracht.
Die notwendigen Wechselrichter werden erst angebracht, wenn die Sektionaltore eingebaut sind. Was den „Solarbauer“ ärgert: Weil er keinen Solarstrom ins Netz einspeisen darf, kann er nicht die gesamte Dachfläche mit Solarpaneelen bedecken.
Bürokratische Hürden
Glücklicherweise war das Gebäude versichert, berichtet Brobeil. Diese empfahl einen raschen Wiederaufbau und sicherte ihm die Übernahme eines sechsstelligen Euro-Betrags zu. Die Halle wird genauso groß wie das niedergebrannte Gebäude: Rund 450 Quadratmeter Lagerfläche auf einer Fläche von 30 auf 15 Meter. Aufgrund des Brands im vergangenen Sommer installiert Brobeil eine Überwachungskamera.
Der Weg zum Neubau sei zeitaufwendig gewesen, voller bürokratischer Hürden, Stress und Ärger – auch wenn die meisten Schäden von der Versicherung gedeckt werden. Auch müsse er bei manchen Kosten in Vorleistung gehen. „Mir wäre es lieber, wenn die alte Halle noch stehen würde und mir der ganze Ärger erspart gewesen wäre“, stellt Brobeil klar.
Ernteausfall
Fünf Traktoren, Anhänger und Erntemaschinen, die in der Brandnacht in der Halle gelagert wurden, verbrannten. Auch hier gab es viel Kommunikationsbedarf mit den Versicherungen. Neue Fahrzeuge hat Brobeil bereits gekauft. Sobald der Bau abgeschlossen ist, kommen diese in die neue Halle. Weil er keine Geräte hatte, litt im vergangenen Jahr die Ernte. Befreundete Bauern mähten zwar seine Wiesen, doch das Heu konnte nicht geerntet werden. Den finanziellen Ausfall deckt die Versicherung nicht. Für diesen Sommer stellt die Trichtinger Firma Heckele dem Landwirt ein Leihfahrzeug zur Verfügung.
Brandserie im Juni und Juli 2024
Brobeils Gerätehalle war eins von zwei Gebäuden der nächtlichen Brandserie, die vollständig niedergebrannt sind. Ein Schuppen im Gewann Ried brannte am 13. Juni 2024 aus, nachdem wenige Tage zuvor bereits ein Brandanschlag rechtzeitig bemerkt wurde. Nachdem Brobeils Halle in Schutt und Asche lag, versuchte es der Feuerteufel zwei Mal an einem Schuppen wenige Meter von Brobeils Brandruine entfernt. Beide Male verhinderte die Feuerwehr Schlimmeres. Ein 29-jähriger Mann aus Geislingen musste sich im Frühjahr für die Taten vor dem Landgericht Hechingen verantworten. Es verurteilte ihn zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.