39 Jahre ist der LF 8 der Egenhäuser Feuerwehr schon im Dienst. Ehrenkommandant Horst Butenschön erinnert sich, welche Herausforderung das Auto in den 80’ern mit sich brachte.
Ein echter Methusalem unter den Feuerwehrfahrzeugen findet sich in Egenhausen: 39 Jahre hat das Auto der Egenhäuser Feuerwehr bereits hinter sich – und ist immer noch nicht in Rente. Etwas kastiger als heutige Autos, mit einer Pumpe vorne am Kühler und einer Leiter auf dem Dach fährt es immer noch tapfer auf Einsätze. „Dieses Fahrzeug hat sich mehr als bewährt“, lobt Bürgermeister Sven Holder.
1986 wurde es angeschafft, damals für die stolze Summe von 200.000 Mark, Egenhausen bekam damals durch Land und Kreis 106.000 Mark zugeschossen. Heute würde das Auto wohl zwischen 600.000 und 800.000 Euro kosten, meinen die Feuerwehrleute. Damals erklärte der Kommandant und heutige Ehrenkommandant Horst Butenschön, man werde das Fahrzeug stets pflegen und in guten Händen bewahren. Das Alter des Fahrzeug-Seniors spricht dafür, dass die Feuerwehr das eingehalten hat.
Der Mercedes wurde damals von der Brenz abgeholt, erinnert sich Ehrenkommandant Horst Butenschön. „Da sind wir dann zweimal runtergefahren.“ Bürgermeister und Feuerwehrleute sind sich einig: „Das war genau das richtige Fahrzeug für unseren Ort.“ Das Vorgängermodell hatte 20 Jahre treu seinen Dienst getan – mit dem Bau des neuen Rathauses wurde es dann ersetzt. In den Kreisnachrichten erklärte der damalige Egenhäuser Bürgermeister Kurt Reißer damals, das alte sei platz- und gewichtsmäßig nicht mehr ausreichend gewesen.
Herausforderung: Standschäden vermeiden!
Ein Problem gab es aber: „Das Fahrzeug zu bewegen“, erzählt Butenschön. Denn wenn Egenhausen auch weitläufig ist, so weit sind die Wege nicht, dass der Motor ausreichend beansprucht werde. Also: Nach der 9-Uhr-Kirche wurde dann gefahren. Diese Schwierigkeit löste sich, als 1999 die Jugendfeuerwehr gegründet wurde. „Dann kamen Kilometer drauf.“ Denn die nutzten dankbar den fahrbaren Untersatz für ihre Exkursionen.
Das Fahrzeug ist vollständig und modern ausgestattet – ihm fehle nichts, was ein modernes Feuerwehrfahrzeug nicht auch habe. Digitalfunk etwa. Mit dem Fahrzeug sei auch die Grundausbildung für Feuerwehrleute möglich. „Damit die jüngere Generation auch mal sieht, dass ein altes Fahrzeug auch funktioniert“, meinen die Egenhäuser mit einem Augenzwinkern.
Schon einmal war geplant, das Auto in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken. Der Ersatz kam 2010 – doch der Feuerwehrauto-Senior zeigte, dass er noch lange nicht aufs Abstellgleis gehörte und diente treu weiter. Sie seien um jedes Fahrzeug froh, erklärt Kommandant Ingo Wasilowski. Denn auch private Fahrzeuge mussten hin und wieder eingesetzt werden.
Rente ist in Sichtweite
In zwei bis drei Jahren könnte aber die wohlverdiente Rente für den treuen Mercedes kommen. Denn dann wird es eine landesweite Feuerwehrauto-Ausschreibung geben. Das könnte auch einen Mengenrabatt für das einzelne Fahrzeug zur Folge haben.