Einst war die Villa Maag eine prächtige Unternehmer-Villa. Nach dem Brand im Mai ist sie nur noch eine Ruine. Foto: Kistner

Am 10. Mai dieses Jahres stand die Ebinger Villa Maag in Flammen; danach war die Zukunft der einstigen Fabrikantenresidenz ungewisser denn je. Mittlerweile hat sich jedoch einiges getan.

Albstadt-Ebingen - Der geplante Verkauf der Villa, des benachbarten einstigen Fabrikgebäudes und des Lotos-Gebäudes zwischen Villa und Schmiechastraße, der durch den Brand in Frage gestellt worden war, ist am Ende doch über die Bühne gegangen. Yasim Simsek, ein Albstädter IT-Spezialist, der auch in der Immobilienbranche tätig ist, hat alle drei Bestandteile des Maag-Komplexes von Helmut Frank aus Lichtenstein erworben, der sie seinerseits 2017 gekauft hatte.

 

Die Verhandlungen zwischen Frank und Simsek waren bereits seit längerem im Gange gewesen, als der Brand einen Strich durch diverse Vorhaben machte: Simseks Pläne, die Villa an einen Gastronomen zu vermieten, der ein Steakhouse darin etablieren wollte, waren mit einem Schlag Makulatur geworden, und zuerst wollte er ganz von dem Geschäft Abstand nehmen.

Aber dann überlegte er es sich noch einmal anders und kaufte doch. Wobei ihm diese Entscheidung wohl auch durch den Umstand erleichtert wurde, dass sich ein nicht unwesentliches Detail geändert hat: Die Villa Maag ist mittlerweile kein Baudenkmal mehr; die Stadt Albstadt hat nach dem Brand den Denkmalschutz aufgehoben, mit dem Einverständnis des Landesdenkmalamts.

Abbruch oder Fortbestand?

Für Yasim Simsek bedeutet das, dass er mit der Ruine machen kann was er will – theoretisch auch abreißen. Allerdings ist die Entscheidung über Abbruch oder Fortbestand noch nicht gefallen; Simsek will sie erst treffen, wenn die Versicherungen der Familien der beiden 13-Jährigen, die den Brand verursacht hatten, sich zum Thema Schadensvergütung geäußert haben – bisher, sagt er, sei das nicht der Fall gewesen. Klar ist, dass die Villa noch Kosten verursachen wird, was immer auch passiert – auch der Abbruch wäre nicht umsonst.

Indes spielt die Villa in Simsek Kalkulation keine große Rolle. Viel wichtiger ist die Fabrik. Sie soll in ein großes Wohnhaus mit vielen Wohneinheiten umgewandelt werden; Simsek nennt als Richtgröße 55, betont aber, dass die Zahl noch nicht verbindlich sei – es könnten auch 40 oder 60 Wohnungen werden.

Die Nutzfläche, die dafür zur Verfügung steht, beträgt rund 3500 Quadratmeter. Auch der Zeitrahmen steht noch nicht fest; Yasim Simsek strebt einen Baubeginn im kommenden Jahr an, aber auch das sei noch nicht ausgemacht.

Und das Lotos-Gebäude nebenan? Für dieses hat sich bisher keine Nutzungsmöglichkeit mit langfristiger Perspektive gefunden. Das 1200 Quadratmeter große, leicht erhöhte Erdgeschoss, in dem Helmut Frank Dauerstellplätze für Kraftfahrzeuge schaffen wollte, könnte in kleinere Einheiten aufgeteilt und stückweise vermietet werden – aber für dauerhaft, sagt Simsek selbst, halte er diese Lösung nicht.