Retten, löschen, bergen, schützen: die Aufgaben der Feuerwehr sind weder Leicht noch selbstverständlich. Wir haben nachgefragt, wie es den Rettern im Land aktuell geht. Foto: Karl-Heinz H - stock.adobe.com

Wer denkt über die Feuerwehr nach, wenn es nicht gerade brennt? Wie steht es aktuell um die Wehren im Südwesten? Und wie finanziert sich die Feuerwehr? Das haben wir beim Landesfeuerwehrverband in Erfahrung gebracht.

Retten, löschen, bergen, schützen – das sind die Aufgaben der Feuerwehr in ganz Deutschland. Auch in Baden-Württemberg und der Region. Damit das funktioniert, braucht es nicht nur eine stabile Anzahl Freiwilliger, die sich in den Feuerwehren engagieren, es braucht auch Gelder, um eine leistungsfähige Wehr aufzustellen und instandzuhalten. Eine solide Feuerwehr ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns daher erkundigt, wie es um die Wehren in der Region steht und wie die Feuerwehr finanziert wird.

„Die Zahl der Frauen und Männer“, erklärt Gerd Zimmermann, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands in Baden-Württemberg, „steigt erfreulicherweise kontinuierlich.“ Demnach seien, Stand 2022, rund „186.000 Menschen in den Jugendfeuerwehren, den Einsatzabteilungen der 1097 Gemeindefeuerwehren sowie den 164 Werkfeuerwehren und in den Altersabteilungen engagiert.“

Positiver Trend bei den Jugendfeuerwehren

Auch für das Jahr 2023 kann ein positiver Trend beobachtet werden, wie Andreas Wersch, Fachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit im Landesfeuerwehrverband, hinzufügt. Zwar lägen noch keine endgültigen Statistikzahlen vor, aber „zum 31. Dezember 2023 weisen die Zahlen der Jugendfeuerwehren einen Mitgliederstand von 38.681 Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren und Kindergruppen auf“, führt Wersch aus, „sodass ich hier weiterhin von einem erfreulichen Trend berichten kann.“ Zum Vergleich, 2022 seien es demnach noch 34.428 Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren und Kindergruppen gewesen.

Berufung fürs ganze Leben

Gerade diese Jugendlichen stellen für Zimmermann das Rückgrat der Feuerwehr dar. „Die stabilen Mitgliederzahlen in der Feuerwehr verdanken wir insbesondere einer sehr guten und engagierten Jugendarbeit.“ Grundsätzlich sei die Feuerwehr eine Berufung fürs Leben: „Bereits mit sechs Jahren kann man inzwischen den vielen Kindergruppen in der Jugendfeuerwehr beitreten und ab 18 Jahren in die Einsatzabteilungen wechseln und dort „retten, löschen, bergen, schützen“.“ Mit dem 65. Geburtstag endet der Dienst in den Einsatzabteilungen schließlich gemäß des Feuerwehrgesetzes in Baden-Württemberg. „Dann wechseln die Feuerwehrangehörigen in die Altersabteilungen.“

Rund 97 Prozent der Feuerwehreinsatzkräfte sind rein ehrenamtlich engagiert. Daher ist es für Zimmermann von besonderer Bedeutung, „kontinuierlich für das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr zu werben, was in den Gemeindefeuerwehren auch geschieht.“

Feuerwehr ist kommunale Pflicht

Die Wehren, sagt Wersch, sind eine kommunale Pflichtaufgabe. „Die Finanzierung erfolgt also in erster Linie durch die Städte und Gemeinden selbst. Letztendlich legt der Gemeinderat vor Ort fest, welchen Standard gemessen an den Schutzzielen er seinen Bürgerinnen und Bürgern bieten möchte.“

Finanzielle Unterstützung erhalten die Kommunen zusätzlich, etwa durch Zuschussmittel aus dem Aufkommen der Feuerschutzsteuer, vom Land. „Neben pauschalen Zuwendungen erhalten die Kommunen Finanzmittel für bestimmte Projekte“, führt Wersch weiter aus, „so zum Beispiel die Beschaffung von Fahrzeugen und Gerätschaften oder für den Bau von Feuerwehrhäusern oder Feuerwachen.“

Der Feuerwehr im Südwesten geht es recht gut, da sind die beiden Experten sich einig. Vor allem Personell ist man gut aufgestellt. Die Situation der Feuerwehren dürfte man als gut bezeichnen, findet Wersch und auch Geschäftsführer Zimmermann zeigt sich, insbesondere hinsichtlich der Jugendarbeit, wo auch Werte wie Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz vermittelt werden, sehr erfreut.