Im Streit um das Lotzer-Haus in Horb stehen gravierende Brandschutzmängel im Mittelpunkt. Ausgerechnet am Abend des 1. Mai kam es nun zu einem erneuten Brandmeldealarm, der einen Feuerwehreinsatz auslöste. Das steckt dahinter.
Feuerwehr-Fahrzeuge neben der früheren Haifischbar, ein Rettungswagen parkt neben Blumen Müller in der Neckarstraße. Und vor dem Gebäude sitzen und stehen einige Bewohner des Lotzer-Hauses. Der Grund: Die Brandmeldeanlage alarmierte am Donnerstagabend die Leitstelle, die den Einsatz auslöste.
Die Abteilungen Horb-Stadt, Bildechingen und der Einsatzleiter vom Dienst machten sich auf den Weg zum „roten Haus“, auch der DRK-Rettungsdienst und die benachbarte Polizei.
Das ist passiert Im Bericht auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Feuerwehr Horb nicht explizit, wo der Einsatz stattgefunden hat, nennt aber die Gründe: „Vor Ort wurde eine Täuschung der Anlage durch eine Staubentwicklung festgestellt. Die Anlage konnte zurückgestellt werden und wurde dem Betreiber übergeben.“
Auf Nachfrage konkretisiert Feuerwehr-Pressesprecher Jan Straub: „Eine Brandmeldeanlage im Stadtgebiet wurde durch Staub getäuscht. Woher dieser kam entzieht sich meiner Kenntnis. Ein optischer Melder kann ja nicht unterscheiden ob es Rauch oder Staub ist, ab einer gewissen Verunreinigung der Luft löst er dann aus.“
Mayk Herzog erklärt die Hintergründe War war los, Mayk Herzog? Der Eigentümer des Gebäudes antwortet unserer Redaktion umgehend: „Beim Einbau einer zusätzlichen Brandschutztür und daraus resultierend eines neuen Brandabschnitts, kam es zu einer Staubentwicklung den unsere Brandmelde-Anlage der Feuerwehrleitstelle in Freudenstadt meldete.“ Heißt also: Ausgerechnet Bauarbeiten für einen angestrebten besseren Brandschutz lösten den Alarm aus.
Herzog will Brandschutzgutachten vorlegen
Herzog hatte im Nachgang zur Kontrolle der Behörden angekündigt, ein Brandschutzgutachten vorzulegen. Die Frage, ob es neue Informationen gibt, ließ Herzog in unserer Anfrage unbeantwortet.
Nicht der erste Alarm Nicht das erste Mal kam es zu einem Einsatz aufgrund der Brandmeldeanlage, wie die städtische Pressesprecherin Inge Weber betont. Die Feuerwehreinsätze seien einer der Gründe für die Allgemeinverfügung vom 25. März, die die Zwangsräumung des Gebäudes zur Folge haben soll. Umgesetzt wurde sie noch nicht.
Einige Mängel zum Thema Brandschutz Die Mängel, die unter anderem in der Allgemeinverfügung aufgeführt werden, sind: kein genehmigtes Brandschutzkonzept vorhanden; Brandmeldeanlage mangelhaft und nicht gewartet; Feuerlöscher nicht geprüft; Fluchtwege schlecht oder gar nicht beschildert; Brandschutztüren defekt, ausgehängt oder durch Öffnungen unwirksam; Fenstergriffe im Treppenhaus entfernt, Entrauchung nicht möglich; Tragkonstruktion teilweise aus ungeschütztem Stahl – kein Feuerwiderstand.
Lange Vorgeschichte Die Stadt hatte bereits 2017 die Nutzung des Gebäudes untersagt, da die Brandmeldeanlage nicht funktionierte und bauliche Mängel festgestellt worden seien. Im Mai 2019 versuchte die Stadt, eine Zwangsräumung durchzuführen, wurde jedoch durch einen Widerspruch von Herzog und einer gerichtlichen Entscheidung ausgebremst.