Eine Rückkehr ins alte Heim ist schwer vorstellbar. Derzeit organisieren die ehemaligen Bewohner ihren Alltag. Die Unterstützung ist derweil groß. Sogar Mitschüler der Kinder der betroffenen Familie engagieren sich. Foto: Schnekenburger

Der Schreck sitzt nach dem verheerenden Gebäudebrand in der Sulzbachstraße noch tief. Derweil helfen die Oberndorfer den Betroffenen mit verschiedenen Aktionen helfen.

Auch knapp eine Woche nach dem Brand in der Sulzbachstraße sitzt der Schreck tief. Erst nach und nach erleben die Bewohner, die zwar ihr Leben retten konnten, aber viel verloren haben, wie der Alltag von der neuen Situation betroffen ist.

 

Unterdessen laufen die Online-Spendenaktionen weiter – und nicht nur im Netz solidarisieren sich die Menschen mit den Opfern der Brandkatastrophe. So engagieren sich Schüler auch am Schulverbund.

Spendenaktionen laufen

Bereits kurz nach dem Brand ging die erste Spendenaktion auf dem Portal „gofundme.com“ online. Die Aktion für Julia Eisfeld und ihren Verlobten Furkan, die Betreiber des „Paradox“ im Bahnhof, die in Kürze ihr erstes Kind erwarten, war die erste und hat bis Montagabend gut 17 500 Euro eingespielt. Für die Familie von Nadine Zito und Enrico Fois, die bis Frühsommer die Pizzeria Quattro Mori in der Hauptstraße betrieben hatten, kamen knapp 8900 Euro zusammen. Die Spendenaktion, die Carina Schittenhelm für ihren Arbeitskollegen, der ebenfalls in dem Haus gewohnt hatte und beim Brand schwer verletzt wurde, organisiert hat, brachte bislang gut 3300 Euro ein.

Möbel stehen zur Verfügung

Solche Aktionen, die beitragen, das neue Leben anzugehen, sind eines. Doch es gab auch andere Angebote. So hat sich ein Mitbürger, der aus seinem Haus auszieht und in diesem Zusammenhang den Betroffenen gerne Möbel überlassen möchte, an den Schwarzwälder Boten gewandt mit der Bitte, einen Kontakt zu vermitteln.

Schnelle Hilfe gefragt

Bis die ehemaligen Bewohner des Gebäudes diese verwenden können, wird allerdings noch etwas Zeit ins Land ziehen. Ganz schnelle Hilfe war dagegen für den Alltag gefragt, da der Brand die Familien vor eine Situation gestellt hat, mit der niemand wirklich rechnet. Für die Kinder bedeutete das zum Beispiel ganz einfach, dass die Schulranzen und damit auch die Schreibsachen einfach verbrannt sind.

Hier kommen die Schulkameraden am Schulverbund und die Eltern ins Spiel. Elternsprecherin Nicole Pomorin berichtet: „Uns war schon am Dienstagabend klar, dass die Familie betroffen ist.“ Und ebenso klar sei sofort gewesen: „Wir müssen der Familie helfen.“ Ein Impuls, den übrigens auch die Kinder teilten. Und die Elternvertreter, die sich zusammensetzten und sich Gedanken über Unterstützung machten, waren sich auch einig: „Wir müssen sofort helfen.“

Kuchen gegen Spende

So kam man auf die Idee einer Kuchen-Spendenaktion. In den großen Pausen – 9.45 bis 10 Uhr – in dieser Woche gibt es von der siebten und neunten Klasse gegen eine Spende Kuchen. Alles geschehe in enger Absprache mit den Betroffenen. Und die Kinder haben schonmal das ganze Schulzeug für ihre Klassenkameraden organisiert: An Schulranzen und Schreibzeug soll doch der Schulbesuch nicht scheitern! Das Engagement ist, abgesehen davon, ganz einfach auch ein Zeichen der Solidarität und Ausdruck von Empathie.

Zugang versiegelt

Wie es mit dem Haus in der Sulzbachstraße weiter geht, ist derzeit unklar. Die Polizei hat die Zugänge – sie liegen ohnehin hinter einem Bauzaun – versiegelt.