Vom Haus an der Bruderschafsstraße ist nur noch eine Ruine übrig. Foto: Gaiser

Durch einen Hausbrand an der Bruderschaftsstraße in Grosselfingen hat im Februar eine Familie ihr ganzes Hab und Gut verloren. Das Haus ist unbewohnbar geworden. Wie es den Bewohnern inzwischen geht.

Melanie und Steffen Bogenschütz sitzen heute in gemütlicher Runde bei den Nachbarn. Es ist für sie nach wie vor unfassbar, was vor wenigen Wochen passiert ist. Sie erinnern sich an den Dienstag, 11. Februar, als ob das Unglück erst gestern passiert wäre. Steffen Bogenschütz wurde von seiner Frau Melanie geweckt: „Es brennt“. Als er in Richtung Küche lief, schossen ihm die Flammen entgegen. Ein Krankenwagen brachte ihn ins Zollernalbklinikum nach Balingen. Von dort ging es gleich weiter zur BG-Klinik nach Tübingen, wo ihn die Ärzte direkt operierten. Sanitäter behandelten Melanie Bogenschütz derweil in einem zweiten Krankenwagen.

 

Eine Katze schaffte es nicht

Die Bewohner des unteren Stockwerks waren zum Zeitpunkt des Brandes außer Haus. Die Mutter von Steffen hatte an diesem Tag ihre Tagespflege im Nachbarort und diese Betreuung konnte zur Kurzzeitpflege in Hechingen umgewandelt werden. Hans Bogenschütz, der als Schrotthändler in Grosselfingen sehr bekannt ist, fand das bereits brennende Haus vor, als er zurückkam. Indessen machte sich Melanie Bogenschütz große Sorgen um ihre Hauskatzen: „Flecki“ hat es geschafft, „Romeo“ nicht.

Das Gebäude an der Bruderschaftsstraße ist nach wie vor unbewohnbar. Foto: Gaiser

René und Lea Bogenschütz haben noch während den Löscharbeiten eine Spendenaktion gestartet. Innerhalb weniger Minuten gingen schon die ersten Beträge ein. Die Verwandtschaft war zwar gleich da, doch ihnen ging es wie allen anderen, die ohnmächtig zusehen mussten, wie das Haus niederbrannte.

Bewohner bleiben alleine

Erst als die Stromleitungen gekappt waren, konnten die Bewohner ihr Haus wieder betreten. In der Nacht nach dem Brand waren alle Hausbewohner allein. Hans war bei seinem Bruder, Marlene im Pflegeheim, Melanie bei ihren Eltern und Steffen noch im Krankenhaus.

Die Verwandtschaft hat das Deutsche Rote Kreuz in Balingen aufgesucht, um erste Kleidungsstücke zu erhalten. Bis Freitag war für Melanie eine schwere Zeit: Sie besuchte ihren Mann im Krankenhaus, ließ verbrannte Autoschlüssel nachmachen, machte einen Termin beim Gutachter und gab die Schadensmeldung bei der Versicherung ab. Max, ihr Sohn, war in dieser Zeit eine große Stütze, welche ihr Kraft gab.

In Deutschland ist es so, dass für scheinbar jede Karte, die man im Geldbeutel hat, ein eigenes Amt zuständig ist. Dies machte es für alle vier gerade nicht einfach. Und dabei verlangt jeder die entsprechenden Gebühren zur Wiederbeschaffung.

Noch keine Normalität

Es sind seit dem 11. Februar nun mehr als sechs Wochen vergangen und eine Normalität hat sich noch nicht ergeben. Hans und Marlene wohnen in einer Mietwohnung in Grosselfingen und Steffen und Melanie wohnen ganz in der Nähe vom alten abgebrannten Haus.

Wie geht es weiter mit dem Gebäude? Momentan steht noch nicht fest, ob das Haus wieder aufgebaut werden kann oder ob es abgerissen wird und komplett neu gebaut wird. Für alle vier ist es wichtig, dass sie gemeinsam wieder ein Eigenheim haben und somit wieder ein Stück Wohlgefühl zurückkommt. Die momentanen Unterkünfte sind nur eine vorübergehende Lösung, bis wieder an dieser Stelle eine warmes, wohnliches, behagliches Zuhause entsteht. Diese Ziele haben alle vier vor Augen und hoffen, dass bald eine Entscheidung fällt.

Grosselfingen bleibt Heimat

Über die Hilfen und jede Unterstützung sowie die Spenden und auch die netten Gesten zeigen sich alle vier sehr dankbar. Die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehren im Umkreis sowie vom Deutschen Roten Kreuz seien einfach nur lobenswert. In Grosselfingen herrsche eine gute Gemeinschaft und die Bewohner sind sich ganz sicher, dass dieser Ort trotz der schweren Zeit ihr Heimatort bleiben wird.