Die Feuerwehr in Calw hat ein einsatzreiches Wochenende hinter sich. Besonders am Freitag sind die Löschkräfte gefordert. Der fünfte Einsatz ist der schwierigste.
Was für ein Wochenende für die Feuerwehr Calw: Feuer und Feiern halten die Abteilungen auf Trab. Der Freitag war dabei besonders einsatzreich.
Einsatz eins Bereits am Vormittag ging es mit einem Einsatz auf dem Wimberg los. Gegen 10 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Grund: „Kehrmaschine droht zu brennen“, wie Einsatzleiter Michael Gollor berichtet. Das klingt dramatisch – weshalb die Abteilungen Calw, Altburg und Hirsau mit fünf Fahrzeugen und etwa 30 Feuerwehrleuten anrückten –, war es aber nicht.
Der Fahrer der Kehrmaschine habe bemerkt, dass die Bremsen heiß liefen. „Er hat frühzeitig und richtig reagiert, und wir waren schnell da“, sagt Gollor. Die Feuerwehr kühlte Bremsen, Radnabe, Felge und Achse und verhinderte so Schlimmeres. Ursache dürfte ein technischer Defekt gewesen sein, denn die Kehrmaschine war bergauf unterwegs.
Zweimal gehen Brandmelder los
Einsatz zwei Um 19.37 Uhr gab es am Freitag wieder einen Alarm. Dieses Mal ging die Brandmeldeanlage einer Firma in Stammheim los, die Abteilungen Calw und Stammheim rückten aus. Ein Fehlalarm.
Einsatz drei Um 20.51 Uhr gab es in einer Klinik im Stadtgebiet einen weiteren Brandmeldealarm, wie Gollor berichtet. Die Abteilungen Hirsau und Altburg waren mit drei Fahrzeugen vor Ort. Dieses Mal war es ein „Täuschungsalarm“. Die Brandmeldeanlage hatte also tatsächlich etwas wahrgenommen, nicht wie beim Fehlalarm, und deshalb angeschlagen – ein Brand war es aber nicht.
Einsatz vier Gut eine Stunden später, um 21.53 Uhr, wurde die Feuerwehr dann zum vierten Mal alarmiert. „Großbrand in Hirsau“, lautete diesmal das Stichwort. Jemand habe an einem Wohnhaus im Ort eine starke Rauchentwicklung wahrgenommen. In entsprechender Stärke rückten die Löschkräfte an: Mit sechs Fahrzeugen und 35 Mann rasten die Abteilungen Calw und Hirsau los. Um dann am Einsatzort nichts zu entdecken.
„Ursprünglich war ein frisch angezündeter Kaminofen“, erklärt Michael Gollor. Dennoch sagt der Einsatzleiter, zugleich erster stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr und Abteilungskommandant in Altburg: „Es war eine Alarmierung in gutem Glauben, da wollte jemand einen Schaden abwenden.“
Der letzte Einsatz ist der stressigste
Einsatz fünf Viel Zeit blieb den Feuerwehrleuten nicht, über den stressigen Freitag zu sinnieren, denn um 22.44 Uhr ging es direkt weiter: Dieses Mal brannte es wirklich, und zwar auf dem Recyclinghof Zettelberg – an der L 346 zwischen Oberreichenbach und Rötenbach gelegen. Dort stand ein 40-Kubikmeter-Restmüllcontainer in Flammen, wie Einsatzleiter Gollor berichtet.
Weil dieser Container nicht wasserdicht war, konnten ihn die Löschkräfte nicht mit Wasser fluten. Infolgedessen löschte die Wehr zunächst den Brand, um den Container dann auf ihr Wechselladerfahrzeug – ein Lastwagen der Feuerwehr, der, der mit verschiedenen Abrollbehältern beladen werden kann – aufzuladen. So transportierte die Wehr den Container in eine betonierte Senke. In diese wurde der verbrannte Müll geleert und die Senke anschließend geflutet, um alle Glutnester zu löschen.
Auch die Polizei war vor Ort. Laut dem Pforzheimer Präsidium wurde das Feuer wohl durch einen Akku oder eine Batterie, die sich im Müll befand, ausgelöst. Der Schaden wird auf 3000 Euro geschätzt.
Für die Feuerwehr war es ein langer Einsatz. Denn damit das verschmutzte Wasser und der Müll in der Senke bleiben, mussten die Feuerwehrleute Kanalleitungen abdichten. Dies geschah mithilfe sogenannter Kanalblasen, erklärt der Einsatzleiter. Wie eine Art Luftballon werden diese flexiblen Dichtkörper in die Rohre eingesetzt und mit Luft gefüllt.
Bis zwei Uhr war die Feuerwehr vor Ort. Die Einsatzstelle wurde dann „an den Betreiber übergeben“. Im Fall des Recyclinghofs Zettelberg ist das die AWG Abfallwirtschaft Landkreis Calw. Gollor lobt die gute Zusammenarbeit vor Ort.
Damit war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Und nach einer weiteren Stunde Aufräumen in den Feuerwehrhäusern war erst mal Schluss.
Doch die nächsten Einsätze warteten bereits: Schließlich hatte die Abteilung Altburg am Samstagabend ihre Hocketse mit Fackelumzug und die Holzbronner Wehr am Sonntag ihre Gerätehaus-Hocketse. „Da muss man die Zähne zusammenbeißen und durchziehen“, meint Michael Gollor. Immerhin: Zumindest zu einer weiteren Alarmierung ist es am Wochenende – Stand Sonntagmittag – nicht gekommen.