Am 12. Januar kommt es zu einem Brand in dem Bad Teinacher Haus. Weil es ein Sonntagabend ist, befinden sich nur rund 70 Gäste dort. Das Feuer wird gelöscht, verletzt wird niemand, und die Gäste kommen in anderen Zimmern unter. Doch trotz des glimpflichen Ausgangs sind die Brand-Folgen gravierend.
Knapp einen Monat liegt der Brand im Hotel Therme in Bad Teinach zurück. Obwohl es sich lediglich um einen Kabelbrand handelte, der schnell gelöscht war, ist an Normalbetrieb in dem Hotel nicht zu denken. Oder überhaupt an Betrieb. Denn bis auf wenige Geschäftsreisende oder Gäste, die an einer der Tagungen, die dort stattfinden, teilnehmen, kommt derzeit niemand unter. „Das wird auch die nächsten zwei Monate so sein“, sagt Hotelier Wolfgang Scheidtweiler.
Grund sind die Verunreinigungen, die der starke Rauch im Gebäudeflügel, in dem sich das Thermalbad befindet, hinterlassen hat. Der Brand war im Untergeschoss des Gebäudes entstanden. In einem Verteilerkasten war es am Abend des 12. Januar offenbar zu einem Kabelbrand gekommen.
Das Feuer breitete sich von dort aus entlang der Kabel bis ins Erdgeschoss und ins Dampfbad aus. Dort entstand ein Schmorbrand, hatte der Feuerwehrkommandant von Bad Teinach-Zavelstein und Einsatzleiter vor Ort, Werner Kalmbach, am Brandabend gesagt.
Nicht das Feuer, sondern der starke Rauch ist das Problem
Die rund 70 Gäste, die an dem Sonntagabend im Hotel waren, wurden evakuiert oder verließen das Gebäude alleine. Sie kamen in Zimmern in anderen Bereichen des Hauses unter. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr war mit mehr als 90 Mann und 17 Fahrzeugen vor Ort gewesen, auch Polizei, DRK und psychosoziale Notfallversorgung waren vorsorglich nach Bad Teinach gekommen.
In Folge des Brands war auch das Thermalbad verraucht. Doch eben deswegen kommen die meisten Gäste ins Hotel Therme. Ein Aufenthalt ohne die Möglichkeit, das Bad zu nutzen, ergibt aus Sicht Scheidtweilers keinen Sinn. „Die Leute wollen natürlich ins Schwimmbad.“ Der normale Hotelbetrieb ruht deshalb, den Gästen wurde abgesagt, auch Gastronomie und Bar haben geschlossen. Die Buchung einer Übernachtung sind online bis Ende März nicht möglich.
Der Hotelier meint, womöglich könnte das Haus um Ostern – der Ostersonntag ist der 20. April – oder kurz davor wieder öffnen. Sicher ist dies aber nicht.
Der Rückbau ist abgeschlossen, jetzt hängt alles von Gutachten ab
Der Rückbau sei abgeschlossen, berichtet er. Unter anderem musste im Thermalbad die Deckenverkleidung entfernt werden. Nun müsse aber alles wieder aufgebaut werden. Alles hänge von den Gutachten ab und damit von der Frage, wie verunreinigt alles ist. Können die verrauchten Gebäudeteile gereinigt werden? Oder müssen sie ersetzt werden, um die Verschmutzungen durch den giftigen Rauch zu entfernen? Wenn dies alles feststeht, stellt sich eine andere Frage: „Wie schnell kriegen wir Handwerker?“, sagt Wolfgang Scheidtweiler.
Unterdessen werde bereits „schwer gearbeitet“. Zum einen nutzt das Hotel die Zwangspause für Mitarbeiterschulungen. Zum andern berichtet der Hotelier: „Wir machen jetzt natürlich viele Dinge, die wir schon lange machen wollten.“ Trotz allem hat er seinen Humor offenbar nicht verloren.
„Es wird hinterher schöner als vorher“, sagt Scheidtweiler mit einem Lachen über sein Haus. „Wenn das überhaupt möglich ist.“