Bei dem Dachstuhlbrand am Samstagvormittag ist eine Frau ums Leben gekommen. Mithilfe eines DNA-Abgleichs will die Polizei klären, ob es sich um die Mieterin der ausgebrannten Wohnung handelt. Die Ermittlungen laufen. Auch zum Thema mögliche „vorsätzliche Brandlegung“ kann die Polizei bereits etwas sagen.
Nach dem Feuer bleibt die Leere: Wo bis Samstagmorgen noch Ziegel auf den Dachsparren lagen, befindet sich nun ein großes Loch im Dach des Mehrfamilienhauses im Bad Herrenalber Bleichweg. Der schwere Brand hat an dem Gebäude Spuren hinterlassen, und er hat einen Menschen aus dem Leben gerissen.
Zu dem Feuer, bei dem eine Frau ihr Leben verlor, war es am Samstagvormittag gekommen. Gegen 11.15 Uhr war es offenbar in der Dachgeschosswohnung ausgebrochen, wenig später brannte es unterm Dach lichterloh.
Für die Bad Herrenalber Wehr war es ein schwieriger Einsatz. Wie immer, wenn jemand zu Tode kommt, sagt Tim Auerbach, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Calw. Schlimm war er vor allem für die Feuerwehrleute, die das Opfer bergen mussten. Auch deshalb, und als Ansprechpartner für Angehörige, waren vier Mitarbeiter der psychosozialen Notfallversorgung vor Ort.
Andere Hausbewohner kehren zurück in Wohnungen
Die Bad Herrenalber Feuerwehr war am Samstag mit allen Abteilungen und rund 60 Kräften im Einsatz, berichtet Auerbach weiter. Dazu kam die Feuerwehr Calw mit etwa acht Mann und dem sogenannten Abrollbehälter. An Bord: neue Atemschutzausrüstungen. Weitere brachte die zentrale Feuerwehrwerkstatt im Kreis Calw an den Brandort, und die Feuerwehr Gernsbach (Kreis Rastatt) unterstützte mit neuer Einsatzkleidung. Dies war nötig wegen des Brandrußes. Darüber hinaus war der Rettungsdienst mit etwa 15 Kräften im Bleichweg.
Bei der brennenden Dachgeschosswohnung handelte es sich um eine Messie-Wohnung. Das erschwerte den Einsatz der Feuerwehrleute. „Die Brandlast ist sehr hoch, wenn ihre Wohnung vollgestellt ist mit Müll“, erklärt Tim Auerbach. Um alle Glutnester zu löschen, müsse der brennende Müll auseinandergezogen werden.
„Brandursache ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen“
Nach rund zwei Stunden war zwar das Feuer gelöscht. Die Nachlöscharbeiten zogen sich laut dem Kreisfeuerwehrsprecher aber noch bis in die frühen Abendstunden.
Am Montag hat die Kriminalpolizei den Brandort in Bad Herrenalb in Augenschein genommen, teilt Alexander Uhr von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Pforzheim mit. „Die tatsächliche Brandursache ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.“
Gerüchten zu Folge hätte die Wohnung bald geräumt werden sollen. Diese Information hatte die Polizei am Samstag weder bestätigt noch dementiert. Am Montag erklärt Uhr auf Nachfrage, eine mögliche vorsätzliche Brandlegung sei aktuell eher unwahrscheinlich. „Ebenso steht die Identität des Opfers noch nicht endgültig fest“, erklärt der Polizeisprecher.
Klar sei, dass es sich um eine weibliche Person handele. In der ausgebrannten Wohnung war offenbar eine Frau mittleren Alters zu Hause. Ein DNA-Abgleich soll nun klären, ob das Todesopfer die Bewohnerin ist. Alexander Uhr rechnet mit dem Ergebnis bis Anfang kommender Woche.
Alle anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses hatten sich am Samstagvormittag unverletzt ins Freie begeben können. Die Polizei hatte allerdings mitgeteilt, dass das Gebäude vorübergehend nicht bewohnbar ist, die Stadtverwaltung Bad Herrenalb daraufhin eine Unterkunft für fünf Personen organisiert. Weitere Bewohner waren privat untergekommen. Nun gibt es wenigstens in dieser Hinsicht eine gute Nachricht: „Die Bewohner konnten mittlerweile wieder in das Haus und ihre Wohnungen zurückkehren“, teilt Polizeisprecher Uhr mit.