Wer noch einen Ferienjob für den Sommer sucht, hat aktuell gute Chancen. Foto: dpa

Wo kriegt man einen Ferienjob für den Sommer? Was muss man dabei beachten? Welchen Lohn dürfen Schüler erwarten? Vertreter von Gastronomie und Handwerk geben Antworten auf diese Fragen und weitere Tipps.

Kreis Freudenstadt - Beate Gaiser vom deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga für den Kreis Freudenstadt sieht in ihrer Branche gute Chancen für Schüler, einen Ferienjob zu ergattern. Besonders im Servicebereich, dem Housekeeping und der Küche werde gesucht.

 

Auch wenn die Jobsuche oftmals online ablaufe, rät Gaiser, mutig auf das favorisierte Hotel zuzugehen und persönlichen Kontakt zu suchen. "Wer anruft, hat schon gewonnen", so Gaiser. Und nach einer Absage sollte man nicht aufgeben. Grundsätzlich ist die Hotel- und Gastronomiebranche laut der Inhaberin des Hotels Adler aufgeschlossen für Ferienjobber. "Junge Leute lockern die Situation auf. Dadurch befruchtet man sich gegenseitig. Wir freuen uns auf Schüler und geben immer Einblicke. Das ist für beide eine Win-Win-Situation", so Gaiser.

Mut in Verhandlungen wird belohnt

Ferienjobber in der Gastronomie sollten aufgeschlossen sein, gut mit Menschen umgehen und schnell auf neue Situationen reagieren können sowie robust sein. Es sei jedoch kein Ausschlusskriterium, falls einzelne Eigenschaften fehlten, sagt Gaiser: "Die Erlebnisse fördern auch die Persönlichkeit und geben Selbstbewusstsein. Wir hatten schon junge Leute, die nach dem Ferienjob komplett verändert waren."

Bewerber sollten mindestens 13 Jahre alt sein und einen Arbeitszeitraum von zwei bis vier Wochen anpeilen. Zwar gilt der Mindestlohn gesetzlich erst ab 18 Jahren, doch Gaiser rät, offensiv in die Verhandlungen zu gehen, um zu schauen was möglich ist.

Besonders im Bereich Logistik, dem Kunststoffbereich und der Metallverarbeitung mit dem Automobilbereich seien Ferienjobs zu vergeben, sagt Stefan Hammes von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald. "Ich würde mich aufs Fahrrad setzen und im Gewerbegebiet schauen, wer so da ist. Das kommt immer positiv, wenn man sich traut", empfiehlt er. Es sei ratsam, bei größeren Firmen anzufragen und zusätzlich Argumente zu liefern, wieso einen der Job interessiere.

Ferienjobber sollten mindestens 16 Jahre alt sein

Bewerber sollten aufgeschlossen und kommunikationsfreudig sein sowie Lust auf die Branche haben, so Hammes. "Für die Firmen ist das die Möglichkeit, Interesse bei den jungen Leuten für den Ausbildungsberuf zu wecken. Es kommt auch immer gut bei der Jobsuche, wenn man schon Erfahrungen in dem Bereich sammeln konnte", sagt er. Ferienjobber sollten mindestens 16 Jahre alt sein. Bei der Bezahlung solle durchaus der Mindestlohn gefordert werden. Diesen sähen die meisten Unternehmen auch als Richtwert.

Im Handwerk gebe es vor allem in der Baubranche, im Zimmerer- und Dachdeckerbereich sowie dem Metallhandwerk Ferienjobs, so Sebastian Rother, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt. Auch er rät, offen auf die Betriebe zuzugehen. "Der Versuch macht klug. Trau dich einfach. Die Schüler müssen das aus der Sicht eines Praktikums sehen. Für die Betriebe können das ja potenzielle Azubis sein", sagt Rother. Für die Suche empfiehlt er die Homepage der Kreishandwerkerschaft. Aus Gründen der Mobilität sollten Ferienjobber mindestens 16 Jahre alt sein. "Die Schüler dürfen nicht zimperlich sein. Im Handwerk kann man schon am ersten Tag anfangen. Und als kleiner Tipp: Wer Auszubildende sucht, sucht für gewöhnlich auch Ferienjobber", so Rother.

Wer auf der Suche nach Ferienjobs ist, kann zudem die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nutzen. Doch laut Agentur gibt es dort nur wenige Angebote für Ferienjobber. Zudem sei es für Jüngere schwer, da die meisten Unternehmen beispielsweise Studenten ansprechen wollen.