Das Bild zeigt (von links): Markus Schindele, Patrick Rapp (MdL), Carl Christian Hirsch, Gitta Connemann (MdB), Ralf Schlecht, Ricarda Becker, Klaus Mack (MdB), Hubert Schlecht sowie Aylin Weirowski. Foto: Luisa Koch

Der Tourismus und die Zukunft der Wirtschaft rund um Hotellerie und Gastronomie standen im Mittelpunkt eines Branchen-Gipfels bei der Firma Fritz Schlecht SHL in Altensteig.

Mit der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Gitta Connemann (MdB), die auch Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ist, dem Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, Patrick Rapp (MdL) sowie dem CDU-Landtagskandidaten Carl Christian Hirsch und verschiedenen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette diskutierten rund 80 Vertreter aus Politik, Bürgerschaft und Wirtschaft über die aktuellen Herausforderungen der Branche, heißt es in der Pressemitteilung.

 

Rund 100 Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen Fritz Schlecht SHL, das auf die Innenausstattung von Hotels, Restaurants und anderen Objekten spezialisiert ist. Die Brüder Ralf und Hubert Schlecht führen den Betrieb in zweiter Generation. Zu Beginn der Talkrunde stellte Ralf Schlecht das Unternehmen vor – mit klarem Bekenntnis: „Wir sind Handwerk und Design. Wir stehen zur Region.“

Mittelstand in Verantwortung mehrerer Generationen

Auf dem Podium diskutierten neben Connemann, Rapp und Hirsch auch Ralf Schlecht und die Juniorchefin des Landhotels Pfrondorfer Mühle in Nagold, Aylin Weirowski. Dabei wurde deutlich, welche Rolle mittelständische Familienunternehmen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen für den Tourismus spielen. Connemann betonte die besondere Bedeutung des Mittelstands über rein wirtschaftliche Kennzahlen hinaus: „Mittelstand ist eine Haltung – Verantwortung über Generationen zu übernehmen.“ Gerade familiengeführte Betriebe seien Ausdruck dieser langfristigen Verantwortung für Mitarbeiter, Region und Kunden.

Tourismus mit enormer wirtschaftlicher Breite

Staatssekretär Patrick Rapp verwies auf die große Bedeutung des Tourismus für Baden-Württemberg und seine vielfältige Struktur. „Der Tourismus ist sehr vielseitig“, erklärte Rapp und machte damit deutlich, dass unterschiedlichste Regionen und Angebote zum Erfolg beitragen – vom Schwarzwald bis zu den Städten mit rund 360 Millionen Tagesgästen jährlich. Dies sei ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Gastronomie, Handel und Dienstleister im Land. CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch hob dabei auch die gesellschaftliche Rolle der Gastronomie hervor. Gasthäuser seien weit mehr als reine Wirtschaftsbetriebe: „Sie sind wichtige Treffpunkte und haben eine zentrale Funktion für das gesellschaftliche Leben.“

Sieben Prozent Mehrwertsteuer als entscheidender Faktor

Ein zentrales Thema war die seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft geltende siebenprozentige Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. Immer wieder werde diese Regelung zu Unrecht als Sonderfall bezeichnet, stellte Connemann klar: Es gehe einerseits um den steuerlichen Vergleich mit Speisen zum Mitnehmen, aber auch um den internationalen Vergleich mit Österreich und Südtirol. Nun habe man mehr steuerliche Gleichbehandlung. Zugleich machte sie deutlich, wie schwierig es gewesen sei, die Absenkung politisch durchzusetzen. Hotelière Aylin Weirowski gab ein persönliches Beispiel, inwiefern die steuerliche Anpassung nun auch Investitionen wieder ermögliche, die unter anderem auch für Handwerk, Objekteinrichter und Dienstleister wichtig seien.

Bürokratieabbau und mehr Flexibilität gefordert

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren das geplante Arbeitszeitflexibilisierungsgesetz sowie die Entbürokratisierung. Connemann sprach sich für weniger staatliche Detailregelungen aus: „Wir müssen wieder mehr Vertrauen haben. Je mehr reguliert wird, desto mehr Misstrauen entsteht.“ Die CDU setze sich daher für eine grundlegende Reform ein, insbesondere für eine Wochenarbeitszeit. Ziel sei mehr Flexibilität und Eigenverantwortung für Betriebe und Beschäftigte.

Der von Ricarda Becker moderierte Tourismus-Gipfel in Altensteig machte deutlich, wie eng Handwerk, Gastronomie und Tourismus miteinander verbunden sind. Die Botschaft des Abends war klar: Planungssicherheit, Vertrauen und verlässliche Rahmenbedingungen seien nun in allen Wirtschaftsbereichen immens wichtig.