Matthias Schmid will ins gelbe Urhexenhäs zurück und nicht mehr als Hexenmeister agieren. Jetzt küren die Bräunlinger Urhexen einen erfahrenen Nachfolger. Im Umgang mit dem Stier kennt sich Boris Dold schon aus.
Ohne die Urhexen wäre eine gelungene Fasnet in der Narrenhochburg Bräunlingen schlicht nicht vorstellbar. Nur: Ohne den Hexenmeister wären die Männer im gelben Häs vermutlich kaum so beeindruckend und Respekt einflößend unterwegs, wie es zum Brauchtum der Zähringerstadt gehört. Die wichtige Aufgabe hat jetzt Boris Dold neu übernommen.
Nachdem Matthias Schmid schon vor der Fasnet 2024 angekündigt hatte, nicht mehr als Hexenmeister zu agieren und während der Fasnet seine Funktionen noch ein letztes Mal ausfüllte, hatten die Hexen eine Personalie zu lösen. Das gelang den Mitgliedern der Gruppe ganz ohne Hexenkünste.
Boris Dold ist der Nachfolger
Bei der jüngsten Hexenversammlung wurde Boris Dold zum Nachfolger von Matthias Schmid als Hexenmeister gewählt. Dieser schlüpft nach acht Jahren als Hexenmeister nun in das Häs der gelben Urhexe. Dabei ist die Wahl des Hexenmeisters auf eine unbestimmte Zeit festgelegt, denn jeder Amtsinhaber kann selbst entscheiden, wie lange er an der Spitze der Urhexen stehen will.
Der neue Hexenmeister bringt zwei Grundkompetenzen in die neue Aufgabe bei den Urhexen ein. Dold ist bisher für die richtige Lagerung und das korrekte Aufstellen des Reisighaufens für die beiden Hexenfeuer am Nikolausbrunnen zuständig und zündet dabei jeweils fachmännisch nach und nach das Feuer an.
Er kennt sich auch am besten beim Umgang mit dem neuen Hexenrad-Stier „Bismarck“ aus, denn Dold hat als Agraringenieur zusammen mit dem Stierbesitzer Jürgen Roth einen guten Draht zum Tier. Er kennt die Eigenarten, Reaktionen und Gewohnheiten des Stieres. Nun will Boris Dold versuchen, so gut es geht, in die großen Fußstapfen seines langjährigen Vorgängers Matthias Schmid zu treten und alle Hexenauftritte in Zukunft in gewohnter Form mitgestalten.
Neuer Schriftführer
Boris Dold ist 44 Jahre alt und angestellter Projektmanager und Agraringenieur bei Biogas Hochreiter. Er verkauft und betreut Biogasanlagen für diese Firma in der ganzen Welt. Er kam 2014 über Bekannte zu den Urhexen in Bräunlingen.
Immer wieder hatte er zum Beispiel beim Traktor fahren zum Anfertigen der „Rieswelle“ oder auch durch seine Mithilfe bei Veranstaltungen Berührungspunkte mit den Urhexen. Der Hexenumtrieb gefiel ihm. „Da war es für mich dann schnell klar, dass ich mitmache“, strickt er die Geschichte weiter.
Im Rahmen der Versammlung wurden noch weitere Ämter in der Urhexengruppe vergeben. Neuer Schriftführer ist Philipp Schaupp. Zu den Bräunlinger Urhexen gehören in der Regel 16 Männer, wobei zwei Jüngere zusätzlich als Springerhexe bereitstehen, wenn ein Mitglied bei einem der Auftritte verhindert ist.
Traditionen der Urhexen
Bei den Traditionen der Urhexen sticht neben den Auftritten an der Straßenfasnet natürlich der Rieswelleball jedes Jahr heraus. Eine weitere große Gaudi der Urhexen ist das Rieswellemachen, damit genügend trockenes Reisig für die Hexenfeuer vorhanden ist. Auch das alljährliche Schlachten eines Schweines durch eigene Metzger, mit anschließendem Hexenmahl gehört mit zu den Höhepunkten außerhalb der Fasnet. Natürlich sind die Urhexen auch innerhalb der närrischen Vorhaben der Narrenzunft Eintracht Bräunlingen immer mit dabei und verbreiten mit ihren furchterregenden Larven bei den Besuchern am Straßenrand oder in der Halle viel Schrecken. Das Hexenrad mit neuem Stier, das bei jedem Umzug mitwirkt, ist eine besondere Attraktion der Urhexen.