Matthias Schneider gründete 1872 ein Unternehmen der Uhrenindustrie in Schwenningen, das heute unter dem Namen Blitz.Rotary in Bräunlingen residiert. Foto: Blitz.Rotary Foto: Schwarzwälder-Bote

Das Unternehmen Blitz.Rotary aus Bräunlingen feiert 140. Geburtstag / Weltweit tätig

Bräunlingen (lim). Das Bräunlinger Unternehmen Blitz.Rotary feiert 140. Geburtstag. Der frühere Schwenninger Familienbetrieb produzierte ehemals Maschinen für die Uhrenindustrie und beliefert nun Mercedes-Werkstätten mit speziellen Werkzeugen. Auch auf dem Markt der Hebetechnik mischt es unter den ersten fünf Herstellern mit.

 

Blitz.Rotary beschäftigt rund 140 Mitarbeiter in Bräunlingen. Produziert werden Produkte für Hebebühne und Kompressoren, die durch Drucklufttechnik Luft pumpen. Die Drucklufttechnik wird nicht nur zum Aufpumpen von Reifen verwendet, auch im Produktionsbereich der Nahrungsmittelindustrie, etwa bei PET-Flaschen und dem Verpacken von Chips, ist sie notwendig. Gefragt ist die Drucklufttechnik auch im Dentalbereich bei Zahnärzten als Antrieb für Bohrer und in Krankenhäusern für Atemluftgeräte.

Das Bräunlinger Unternehmen Blitz.Rotary wurde 1872 von Matthias Schneider in Schwenningen gegründet und war wie nahezu alle Unternehmen im Schwarzwald des 19. Jahrhunderts in der Uhrenindustrie zu Hause. Etwa 50 Jahre später, um 1925, begann die Familie Schneider die Produktion auf Kompressoren und Rangierheber umzustellen. Aber nicht nur die Produktion wurde verändert, sondern auch der Name: der Markenname Blitz zog mehr. Selbst die Jahre des zweiten Weltkriegs, in dem auch Kriegsgefangene an der Produktion mitwirken mussten, überstand das Unternehmen.

In den Jahren des Wirtschaftswunders im 20. Jahrhundert begann schließlich eine rosige Ära für das Unternehmen: die wachsende Bedeutung des Automobils veranlasste Blitz, die Produktion im Werkstattbereich auszuweiten. 1955 wurde Blitz offizieller VW-Vertragshändler und 1962 öffnete Blitz das erste Werk in Bräunlingen. In den 70er Jahren verlagerte sich der Sitz des Unternehmens vollständig in die Zähringerstadt. Als die internationale Nachfrage anstieg und sich die Familie Schneider mit dem globalen Markt konfrontiert sah, entschied sich die Inhaber-Familie Schneider in der fünften Generation das Unternehmen an den amerikanischen Weltmarktführer im Bereich der Hebefahrzeug-Technik "Rotary Lift" zu verkaufen. Aus dem Unternehmen Blitz wurde somit Blitz.Rotary. Nun ist das Bräunlinger Werk für die Regionen Europa, den Mittleren Osten und Afrika zuständig, während das Werk in den Vereinigten Staaten (Indiana) den amerikanischen Markt und das Werk in China (Haimen) den asiatischen Markt abdeckt.

"Nach einer kleineren Delle im Jahr 2009, als wir etwa 15 bis 20 Prozent des Umsatzes einbüßen mussten, geht es nun doch wieder bergauf", erläutert Marketingleiter Schmitt. Innovation finde bei Blitz.Rotary in Interaktion mit den Nutzern der Geräte und Maschinen statt. Durch webbasierte Kundenzufriedenheitsumfragen und Workshops, in denen Nutzer eingeladen werden, die Produkte zu beurteilen und zu kritisieren, könne die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt werden. Beim vergangenen Workshop vor anderthalb Jahren wurde sogar der Grundstein für ein neu patentiertes Produkt, dem Grubenheber mit Bedienungen auf zwei Seiten, gelegt.