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Bräunlingen Statt Fasnet einmal Karneval

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Zum Schluss des Auftrittes der Stadtkapelle sind es über 20¦000 Zuschauer vor der großen Bühne des Kölner Heumarktes. Vor dem Fernseher schauen zu diesem Zeitpunkt noch viel mehr zu. Foto: Schwarzwälder Bote

Christoph Heini ist nachhaltig beeindruckt. Es ist zu spüren, wie die Erlebnisse vor einer Woche gewirkt haben müssen. Heini ist Schriftführer der Bräunlinger Stadtkapelle und war mit dabei, als die Musiker in Köln zum Karnevalsauftakt aufgetreten sind.

Bräunlingen (guy). Die Willi-Ostermann-Gesellschaft aus Köln, die dort den Karneval organisiert hat sich zu ihrem 50-jährigen Jubiläum eine Besonderheit einfallen lassen: Zum ersten Mal eröffnete ein Blasorchester aus dem Süden den elften Elften. "Sowas gab es noch nie. Wir sind nicht irgendwer, der das gemacht hat. Sondern die Ersten", freut sich Heini.

Die Veranstaltung ist im Kölner Karnevalskalender eine feste Größe. Entsprechend auch die Resonanz des Umfeldes: Tausende Besucher sind auf dem Heumarkt mit dabei, der Westdeutsche Rundfunk (WDR) überträgt das Ereignis live im Fernsehen.

Die Bräunlinger betreten in ihren historischen Uniformen die große Bühne des Platzes. 20 000 Zuschauer sind vor Ort mit dabei, vor dem Fernseher sitzen noch einige mehr. "Wir haben die Zahlen der Einschaltquote mittlerweile erfahren. Es waren 600 000 Zuschauer", erklärt Heini.

Auf der Bühne sei man hoch konzentriert gewesen: "Erst mal konnten wir keine Blicke ins Publikum riskieren. Wir mussten nach Noten spielen und unseren Dirigenten Andreas Dangel beobachten." Zuerst kommen traditionell die Kölner Willi-Ostermann-Melodien. Dann kommt einer der Höhepunkte für die Bräunlinger. Sie spielen den Briilinger Narrenmarsch. "Jetzt gab es Zeit, die Menge zu genießen. Das Lied können wir auswendig." Und wie war es, vor so vielen Leuten in Köln dieses Stück zu spielen: "Mega."

Man habe zwar schon zuvor vor vielen Leuten gespielt, das sei jedoch etwas anderes gewesen: "Wir hatten mal einen Auftritt im Stuttgarter Daimler-Benz-Stadion vor einem Spiel des VfB Stuttgart. Das war auch toll, aber die Besucher waren ja eigentlich wegen des Spiels gekommen." In Köln sei das anders gewesen. "Sehr sehr eindrucksvoll." 15 Minuten dauerte der Auftritt. Die Bräunlinger werden schließlich zum Fernseh-Interview gebeten, treffen die Kölner Kultband "Die Höhner" und andere Prominente, die nach ihnen auf die Bühne treten. In der Karnevals-Hochburg wird gefeiert. Und mittendrin die Bräunlinger Stadtkapelle.

"In Köln ist die Mentalität einfach eine andere. Die Leute sind sehr offen, jeder spricht mit jedem. Wir wurden so oft gefragt, woher wir kommen", sagt Heini. Er ergänzt: "Zum Schluss haben wir mit 23 Musikern der Stadtkapelle in der U-Bahn gespielt." Von den Zuschauern gibt es Applaus und Lob. Sie freuen sich über den Besuch von der Baar.

Die Reise ins Rheinland begann am frühen Sonntagmorgen. Bereits am ersten Tag stehen Stell- und Anspielproben auf dem Programm. Es gibt Treffen mit dem obersten Karnevals-Präsidium. Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, zeigte sich hellauf begeistert, von diesem "musikalischen Schulterschluss zwischen Karneval und alemannischer Fasnacht".

Schließlich geht es in Köln auf einen musikalischen Stadtrundgang. Worauf die Kölner hier Wert legen: Keine Karnevals-Kleidung: "Wir mussten ihnen erklären, dass wir nicht in unserem Fasnethäs unterwegs sind, sondern in historischen Uniformen", sagt Heini. Bei dem Rundgang geht es zu mehreren Plätzen in der Großstadt, bis hin zum Dom. Dort zeigt die Stadtkapelle ihr Können: "Egal wo wir gespielt haben, die Leute bleiben stehen, hörten zu und klatschten."

Für den Ausflug mussten die Mitglieder der Stadtkapelle zwei Tage Urlaub beantragen. "Das hat sich definitiv gelohnt. Es war ein unvergessliches Erlebnis." Mit den Kölner Karnevalisten habe man sich ausgetauscht und wolle zukünftig in Kontakt bleiben. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch bald mal Kölner Besuch in Bräunlingen.

Wie kam es überhaupt zustande, dass die Bräunlinger Stadtkapelle am elften Elften in Köln auftreten konnte? Das bei der musikalischen Umrahmung anlässlich der Übergabe der Insignien des Kölner Dreigestirns am Narrenschopf der schwäbisch-alemannischen Vereinigung in Bad Dürrheim. "Wenn unser Dirigent nicht wäre, hätte das nicht geklappt. Andreas Dangel hat sich dort mit den Kölnern unterhalten und den Kontakt hergestellt", erklärt Christoph Heini.

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