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Bräunlingen Skulpturen im Wandel

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Ein alter Motorradreifen und Röhrchen aus Kunststoff: Die Gegenstände des Alltags werden zu neuen Objekten transformiert, sie sollen bei den Betrachtern Anstöße für Diskussionen geben. Im Hintergrund eine Stele aus Holz, die Uli Zandonas früheres Schaffen zeigt. Foto: Beathalter Foto: Schwarzwälder-Bote

Ulrich Zandona verändert seine Skulpturen. Der Bräunlinger Künstler geht neue Wege, seine Objekte bekommen ein anderes Gesicht und sind nicht mehr ohne Weiteres vergleichbar mit den bekannten Holzskulpturen, die er mit der Kettensäge schuf.

Bräunlingen. Die Säge hat er vorerst auf die Seite gelegt. Was der Skulpturen-Künstler bisher aus Baumstämmen und diversen Hölzern schuf, meist anmutig und aufrecht in der Landschaft stehende Stelen, gehören vorerst der Vergangenheit an.

Hölzer und Baumstämme aus der heimischen Südbaar hatten es ihm angetan. Er hat sie mit der Säge durchbrochen, durchlöchert und geöffnet, so dass sie Durchblicke freigeben und eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen. Sie schimmern tiefgründig in mattem Schwarz, sind überzogen mit einer speziellen Mischung aus Leinöl und Ruß, lassen eine Oberfläche ahnen, die man einfach berühren muss, um sie im wörtlichen Sinn zu begreifen.

Diese Art zu arbeiten ist vorbei. Aber ein Holzweg war es für Uli Zandona wohl nicht. Vielmehr ein Weg, der ihn weiter brachte in eine andere Richtung. Seit wenigen Jahren jedenfalls gibt es neue Werke von Uli Zandona, die eine deutliche Veränderung in seinem Schaffen zeigen. Er sammelt neue Materialien: Lagerkisten für Obst zum Beispiel, bunte Plastikröhrchen, Kabelummantelungen aus der Glasfaserwelt oder orangefarbene Plastikbänder, Gitterdraht, alte Motorradreifen, rostige Metallteile, Materialien, die üblicherweise als Trash eher in der Abfallkiste landen. Zerschlissenes Material wird neu zusammengesetzt und miteinander verbunden: Zandona schafft damit neue Räumlichkeit und stellt neue Zusammenhänge her.

"Ich bin immer auf der Suche und am Experimentieren", sagt Uli Zandona, "mit veränderten Materialien gehe ich neue Themen an. Ich baue die Elemente um und setzte sie neu in Szene", beschreibt er seine Transformationen.

Die Idee dabei: Digitale Technik und in Clouds ausgelagerte gigantisch große Dateien neuester Informationstechnik werden hinterfragt mit vermeintlich nutzlosem Material. Der kaum noch erfassbare und immer größer und breiter werdende Fluss der neuen schönen Medienwelt soll sichtbar und kritisch hinterfragt werden. Absurd dabei: Er findet sein Material im Recyclinghof, in Abfallkörben oder auf Müllkippen und sogar im Schrott-Container.

Uli Zandona ist jemand, der nicht verbissen an die Sache herangeht, sondern mit Witz. Spielereien lässt er nicht zu kurz kommen. Der Schalk sitzt ihm im Nacken, wenn er seine auf filigranen und rostigen Eisenbeinen stehenden Figuren kurz antippt und zum Wackeln bringt, verrostete Tänzerinnen, die harmonisch hin und her schwingen. Oder wenn er Ausstellungsbesucher bei einer Performance mit der Armbrust auf einen Styroporkörper schießen lässt: Die Röhrchen, die im Würfel stecken bleiben, verbindet er mit Drähten: Ein digitaler Knotenpunkt, den eigentlich niemand mehr entwirren kann, der aber kritische Zusammenhänge bewusst machen soll.

Zandona improvisiert musikalisch auf Banjo, Balalaika oder Akkordeons: Harmonien und Disharmonien beschäftigen ihn und er glaubt, dass trotz aller digitalisierter Speichertechnik analoge Tonträger wieder zurückkommen. Und wenn die früher geschaffenen schwarzen Holzstelen so etwas wie den Kreislauf der Natur als Leitfaden hatten, "geht es mir in den neuen Arbeiten nicht mehr um eine starre Welt, sondern um Bewegung, um Schwingung, ausgelöst durch den Wind oder das Antippen", sagt Zandona. Vor allem aber "soll der Betrachter sich mit den Trash-Objekten auseinandersetzen."

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