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Bräunlingen Schwarzwald Marathon wegen Corona abgesagt

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Mit normalerweise mehr als 3000 Teilnehmern lockt der Schwarzwaldmarathon eine große Schar Sportler in die Zähringerstadt. Zu sehen ist ein Bild aus dem Jahr 2014. Foto: Müller

Bräunlingen - Der Schwarzwald Marathon ist erstmals ausgefallen. Das weit über die Grenzen der Baar hinaus beliebte Sportevent wurde in Anbetracht der Corona-Pandemie zur Sicherheit der Teilnehmer und Bürger abgesagt.

"Stell Dir vor es ist Bräunlinger Marathon und keiner geht (oder darf) hin!". Das Laufspektakel, dass sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreute und Tausende von Läufern aller Altersklassen am Lauf-Wochenende nach Bräunlingen gelockt hat, fiel in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer.

Gratis-Anfahrten per Ringzug wären erstmals möglich gewesen

Schon am Samstag herrschte "Totenstille" in und um den Platz der Stadthalle - hier hätten normalerweise die Schüler- und Firmen- sowie die Nordic-Walking-Läufe und der Wettstreit um den zehn Kilometer Lauf stattgefunden.

Lesen Sie auch: 3000 Teilnehmer bei Schwarzwaldmarathon 2019

Auch für dieses Jahr hatten sich die Verantwortlichen um ihren Marathonchef Frank Kliche wieder Neues ausgedacht, so sollten beispielsweise die Läufer mit dem Ringzug zum Marathon gebracht werden, und das kostenlos. Man wollte hier der Nachhaltigkeit Rechnung tragen, auch dem Einweggeschirr für die zahlreichen Besucher wollte - beziehungsweise wird man hoffentlich - wenn die Laufveranstaltung wieder wie bisher ausgetragen werden kann - in den kommenden Jahren Einhalt gebieten.

Zahlreiche Helfer blieben in diesem Jahr "arbeitslos"

Aber alles kam anders in diesem besonderen Jahr in dem die Corona-Pandemie losbrach: Keine aufgeregten Kinder am Sonntag beim Bambinilauf, der Geruch von einer Wolke Massageöl die über den Läufern am Sonntagmorgen kurz vor dem Start schwebte, blieb ebenfalls aus.

Auch die zahlreichen Helfer blieben am vergangenen Wochenende "arbeitslos", - den einen freute es, der ein oder andere nahm es wohl mit Wehmut, stecken doch viele ihr Herzblut in das Ehrenamt beim Bräunlinger Laufspektakel. Es blieb ruhig im kleinen Zähringerstädtchen am Wochenende, wo sich im letzten Jahr noch über 3000 Athleten einfanden, hinzu kamen noch viele Zuschauer, im Zielbereich, beziehungsweise an der Marathonstrecke.

Bleibt zu hoffen, dass in 2021 wieder die Läufer in Bräunlingen starten dürfen, doch das ist nicht abhängig von den Marathonmachern, sondern einzig allein der Pandemie, der dann hoffentlich Einhalt geboten werden kann. Anmeldungen für den neu terminierten 53. Schwarzwald-Marathon, der dann am 9. und 10. Oktober des kommenden Jahres stattfinden soll, nimmt die Laufsportgemeinschaft, die die Großveranstaltung Jahr für Jahr organisiert, jetzt schon entgegen. Die Veranstalter aus der Bregstadt sind hierbei der Hoffnung, dass sie zu diesem Termin schließlich wieder ein tolles Laufwochenende bieten können.

Die Geschichte

Neben der Kilbig und dem Straßenmusiksonntag gehört der Schwarzwaldmarathon zu den drei Bräunlinger Veranstaltungen, die weit in die Region hinausstrahlen. Die Geschichte: Den Anstoß, einen Marathon im südöstlichen Schwarzwald zu veranstalten, gaben 1967 eidgenössische Langstreckenläufer. Roland Mall hatte als Vorsitzender der Sportvereinigung Donaueschingen zunächst einen 100-Kilometer-Lauf im Sinn. Doch dies scheiterte an den ungenügenden Wegverhältnissen. Mall setzte auf den Marathon. 1968 durften hier erstmals auch Frauen starten, der Schwarzwaldmarathon ist der älteste Frauenmarathon weltweit.

1972 ein weiteres Novum: die elektronische Erfassung. 1995 wurde erstmals ein Zehn-Kilometer-Schnupperlauf organisiert. Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2004, als der Schwarzwaldmarathon erstmals zweitägig ausgetragen wurde. Am Samstag wurde Walking, Nordic-Walking und der Zehn-Kilometer Straßenlauf ausgetragen, am Sonntag der Bamibilauf, Halb-Marathon und der Marathon. Die Strecke: Lediglich 20 Prozent sind asphaltiert, 80 Prozent sind Waldwege. Bis zum Kilometer 21 steigt die Strecke an, danach fällt sie wieder ab. Der höchste Punkt liegt auf 984 Metern. Besonders die Nähe zur Natur und die vielen Wald- und Feldwege sind beliebt. Der Vergleich: Der Schwarzwaldmarathon ist nach dem Essener Marathon "Rund um den Baldeneysee" und dem Göltzschtal-Marathon die drittälteste Marathonveranstaltung in Deutschland, die noch stattfindet.

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