Brückendarstellung in der neuen Modell-Darstellung. Der Bau der zweiten Gauchachtalbrücke wird in einem Pilotprojekt des Bundes in einer neuen Art und Weise modelliert. Foto: Regierungspräsidium Freiburg

Arbeiten an der großen Gauchachtalbrücke. Von 29. Juli bis 16. August Reparaturen.

Bräunlingen-Döggingen - Bevor mit dem Bau der zweiten großen Brücke über das Gauchachtal in der Region ein neues Brückenzeitalter eingeläutet werden kann, stehen noch einige kleinere Arbeiten an.

Kleiner im Aufwand, nicht aber in den Folgen für den Verkehr. Der muss schon bald einige Umleitungen in Kauf nehmen. Besonders, wenn er eigentlich den Weg über die große Brücke nehmen wollte.

Dort stehen umfangreiche Reparaturarbeiten an beiden Fahrbahnübergängen an. Wie das Regierungspräsidium mitteilt, sollen die Arbeiten von Montag, 29. Juli, bis Freitag, 16. August, stattfinden. Was bedeutet das für den Verkehr, der üblicherweise diesen Weg nimmt? Er muss eine andere Route wählen. In eben jenem Zeitraum müssen beide Tunnelröhren bei Döggingen und die Gauchachtalbrücke voll gesperrt werden.

Wie wird der Verkehr umgeleitet? Die Umleitung beider Fahrtrichtungen führt über die Gemeindeverbindungsstraße Döggingen-Unadingen. Laut Regierungspräsidium erfolge die Ein- und Ausfahrt beim östlichen Tunnelportal, genauer am westlichen Widerlager der Gauchachtalbrücke über die sogenannte Notausfahrt. Die Zufahrt von Unadingen wird ab der Landmaschinenfirma Rieple gesperrt, damit mit dem kreuzenden Verkehr von der B 31 keine Kollision entsteht. Die betroffenen Bushaltestellen werden in dieser Zeit nicht bedient. Der landwirtschaftliche Verkehr kann den nördlich der B 31 parallel verlaufenden Wirtschaftsweg nutzen. Ferner wird in diesem Abschnitt der B 31 für den Zeitraum der Bauarbeiten die Bezeichnung "Kraftfahrstraße" außer Betrieb gesetzt. Die Umleitungen werden ausgeschildert sein.

Brücke wird voll gesperrt

Was passiert mit den Arbeiten in der Freiburger Straße? Aktuell finden Kanalsanierungs-Arbeiten in der Freiburger Straße statt. Dazu ist die Straße halbseitig gesperrt, geregelt wird mit einer Ampel. Im Zeitraum der Sperrung der großen Brücke werden die Arbeiten hier ruhen. Der Termin wurde passenderweise in die Bauferien gelegt.

Was muss an der Gauchachtalbrücke genau gemacht werden? Die Fahrbahnübergänge haben vor allem die Funktion, die temperaturabhängigen Ausdehnungen der Brücke auszugleichen und aufzunehmen. "Die einzelnen Stege sind über Gummilamellen miteinander verbunden", erklärt Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg. Die Lamellen seien zwischenzeitlich porös und undicht geworden. Dadurch könne Flüssigkeit in die Widerlagerkammer eindringen. Eine Vollsperrung sei notwendig, weil die Übergangskonstruktionen aus einem Stück seien. Darüber hinaus müssen defekte Lager von sogenannten Traversen ersetzt werden. Sie sind dafür zuständig, die Fahrbahnübergänge zu stützen. Durch die hohe Verkehrsbelastung auf der Brücke seien sie stark in Mitleidenschaft gezogen und verursachen beim Überfahren laute Metallgeräusche. Ferner muss infolge des eindringenden Wassers der Korrosionsschutz an der Unterseite der Übergangskonstruktionen instandgesetzt werden.

Im Zeitraum der Vollsperrung wird die Straßenmeisterei Hüfingen weitere Asphaltarbeiten zwischen Brücke und Tunnel ausführen.

Stand der Dinge: Letzter Sachstand seitens des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg war, dass sich die Planungen in der Entwurfsphase befinden. Nach aktueller Mitteilung des RP stehe man mittlerweile kurz vor dem Abschluss der Entwurfsphase, alle relevanten Informationen lägen in hoher Detaillierung vor. Wie geht es weiter? Nächster Schritt sind die erforderlichen Genehmigungen der Ministerien und Behörden. Die können mit den nun vorliegenden Daten angegangen werden. Laut RP werde bei weiterem reibungslosem Verlauf die Ausschreibung der Hauptarbeiten 2020 und ein Baubeginn 2021 angestrebt.

Geschützte Arten: Neben der komplexen Bearbeitung der ingenieurfachlichen Themen für den Bau der rund 800 Meter langen geschwungenen Stahlverbundkonstruktion über zehn Felder mit bis zu 100 Meter Spannweite stand in den vergangenen Monaten vor allem die Bearbeitung der anspruchsvollen naturschutzfachlichen Fragestellungen im Fokus. Geschützte Arten, geologische Schwierigkeiten und eine zu erwartende intensive Bauphase in der sensiblen Umgebung des Gauchachtals im Hochschwarzwald hätten die Planer dabei vor besondere Herausforderungen gestellt.

Maßnahmen: Laut RP habe man in den Belangen den Artenschutz betreffend nun auch Lösungen gefunden, es könne daher nahtlos an die Realisierung gehen. Man werde einzelne erforderliche Maßnahmen vorziehen und noch im Sommer damit beginnen. Aber welche Maßnahmen sind das konkret? "Beispielsweise würden 140 Kästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt, die als Ersatz für entfallende Quartiere im Baufeld dienen sollen. Darüber hinaus sei geplant, voraussichtlich im Winter 2019/20 weitere Maßnahmen für Vögel, Fledermäuse, Haselmäuse, Reptilien, Amphibien und Schmetterlinge umzusetzen", erklärt RP-Sprecher Matthias Henrich. Insbesondere sollen nicht standortgerechte Wälder in Magerrasen umgewandelt und Laichgewässer angelegt werden.

Sperrungen: Einen weiteren Schwerpunkt legen die Planer bereits im Vorfeld auf die Durchführung der Hauptbauphasen für die Brücke. Demnach sollen Straßen-Sperrungen der B 31 auf ein Minimum reduziert werden. Eine öffentliche Vorstellung des Groß-Projektes wird laut RP nach den Abstimmungen mit den Fachministerien des Bundes und des Landes im Herbst dieses Jahres ins Auge gefasst.

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