Bräunlingen schneidet beim Orts-Check sehr gut ab – trotzdem haben die Bürger Verbesserungswünsche. Foto: Eva-Maria Huber

Bräunlingen punktet beim Orts-Check mit Sauberkeit, einem breiten Vereinsangebot und einer hohen Familienfreundlichkeit. Doch neben Lob für die Lebensqualität gibt es auch Wünsche – etwa nach sichereren Radwegen und mehr Wohnraum.

„Ich bin hier groß geworden, lebe mittlerweile wieder sehr gerne hier. Auch wenn man in der ländlichen Region ein paar Abstriche in Kauf nehmen muss, hat man dennoch alles Nötige, was man für ein erfülltes, glückliches Leben braucht.“ Die umliegende Natur und die Ruhe spiele dabei eine ganz große Rolle.

 

Was ein Bürger ausspricht, scheint den Lebensnerv vieler Bräunlinger zu treffen. Doch ist umgekehrt das Wohnungsangebot wirklich so schlecht, wie es beim Orts-Check wegkommt?

Wenn das kein Grund zur Freude ist für Bürgermeister Micha Bächle: Bräunlingen marschierte innerhalb von zwei Jahren und seit dem ersten Orts-Check im Herbst 2022 weiter nach oben und sicherte sich einen Platz unter den ersten drei Gemeinden und Städten im Schwarzwald-Baar-Kreis und damit Rang 3. Lebensqualität top, sportliches Angebot genauso spitze wie die Sauberkeit, das wundert Bächle nicht wirklich.

Vielfältiges Angebot für alle

„Wir haben ein vielfältiges Angebot in unserer Stadt für alle Generationen“, kommentierte er im Gespräch mit unserer Redaktion das Ergebnis. Nicht zuletzt spielen sicherlich auch die Themen Breitband und ÖPNV bei der Bewertung der Lebensqualität eine Rolle. Überrascht ist der Rathauschef auch nicht darüber, dass es in puncto Sauberkeit und Müllentsorgung gute Noten gibt: „Unser Bauhof ist sehr engagiert, die machen einen guten Job“.

Beim Thema Sauberkeit schneidet Bräunlingen sehr gut ab. Die Müllentsorgung stellt hier kein Problem dar. Foto: Simone Neß

Einen Ausreißer nach unten stellt das Immobilienangebot der Stadt dar. Doch auch hier, ist sich Micha Bächle sicher, dürfte die Stadt über kurz oder lang punkten, denn „wir haben mehrere Baugebiete erschlossen“, nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Ortsteilen. Reihenhäuser entstehen dort ebenso wie mehrgeschossige Bauten und Einfamilienhäuser.

Neuer Wohnraum

Selbst in der Bräunlinger Innenstadt und auch in historischen Gebäuden sei neuer Wohnraum entstanden. So sei ein denkmalgeschütztes, bislang leerstehendes Haus saniert und darin drei Wohnungen geschaffen worden. Die Nachfrage von Miet- und Kaufinteressenten sei hoch. Doch es gebe für die Stadt bei dieser Thematik eben auch Grenzen.

Ein generell durchaus respektables Ergebnis. Aber: Ein paar Anregungen haben Ortscheck-Teilnehmer noch für Bürgermeister Bächle : „Es ist wirklich dringend geboten, dass die Radwege zu den weiterführenden Schulen in den beiden Nachbarstädten durchgehend ausgebaut, verbessert und sicher gestaltet werden“. Zudem, meint ein weiterer, sollte der öffentliche Nahverkehr in Richtung Löffingen und Eisenbach ausgebaut werden. Ebenso fehle es an einem Radweg von Unterbränd nach Dittishausen und Löffingen.

Es fehlen Fußgängerüberwege

Zudem wird bemängelt, dass in der Innenstadt Fußgängerüberwege fehlen, gerade Mitbürger mit Rollator haben riesige Probleme, im Bereich der Kirche über die Straße zu kommen.

Die Bräunlinger Bürger wünschen sich mehr Fußgängerüberwege in der Innenstadt – vor allem im Bereich der Kirche. Foto: Simone Neß

Ein Vorschlag geht auch an die Gastronomie: „Danke an alle Gastronomen, die hier ein tolles Angebot machen, wäre klasse, wenn es sowas wie offene Stammtische gäbe, wo man sich auch alleine hintraut“.