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Bräunlingen Holz liegt kreuz und quer im Wald

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Revierleiter Reinhard Merz zeigt den Schaden, der nach dem Sturm Sabine im Bräunlinger Stadtwald entstanden ist. Fotos: Wursthorn Foto: Schwarzwälder Bote

Beim Sturm Sabine ist die Stadt Bräunlingen mit dem berühmten blauen Auge davon gekommen. Acht Tage, nachdem sich die Böen gelegt haben, liegt eine einigermaßen fundierte Schadensbilanz vor.

Bräunlingen. "Der Sturm hat 9000 bis 10 000 Festmeter Holz umgeworfen", sagt Revierleiter Reinhard Merz. Diese Menge entspricht etwa der Hälfte des jährlichen Hiebsatzes von 18 500 Festmeter. In der Schadenshöhe tritt "Sabine" hinter ihren Vorgängern zurück. Der Sturm "Niklas" 2015 habe zuletzt bei 14 500 Festmeter deutlich mehr Bäume umgeworfen.

Gleichwohl muss das Holz aus dem Wald geschafft werden, schon um nicht dem Borkenkäfer den Tisch zu decken. Problem dabei: Anders als beim geplanten Einschlag liegen die Sturmholzbäume kreuz und quer im Wald. Ob einzeln umgerissen oder in sogenannten Nesterwürfen in Gruppen umgemäht: Kein Baumstamm habe sich in die vom Forst favorisierte Fallrichtung gehalten, sagt Merz mit einem Augenzwinkern.

Merz steht am Rand der Kreisstraße Richtung Eisenbach, ein paar hundert Meter nach der Abzweigung nach Unterbränd. Im Wald liegen mehrere umgeworfene Fichten mit mannshohen Wurzeltellern. Der Weg dorthin führt über einen durchgeweichten Boden, in den Gräben steht das Wasser. Eine Situation, die Probleme aufwerfen könnte.

Dabei ist sich Merz zwar sicher, dass der materielle Schaden durch den Sturm bescheiden bleiben dürfte. Im von ihm gezeigten Abschnitt fielen die Fichten in eine Naturverjüngung. Die Stämme werden entfernt und ein paar beschädigte kleine Bäume im Rahmen der Schlagpflege herausgenommen. Die Aufarbeitung erfolgt durch das eigene, aus sechs Waldarbeitern und sechs Förstern bestehende Team, das durch Fremdunternehmern mit Rückegeräten und Vollernter verstärkt wird. In die Aufarbeitung fällt auch das Fällen der "angeschobenen Bäume". Das sind Bäume, die der Sturm beschädigt hat und nicht mehr stabil stehen.

Wegen des tiefen Bodens ist gegenwärtig nicht an eine Aufarbeitung zu denken. Das schwere Gerät würde zu viel Schaden anrichten, erklärt Merz. Deshalb müsse diese Arbeit noch ein paar Wochen warten – wenngleich nicht unbegrenzt. Nach zwei schlimmen Borkenkäferjahren gerät der Blick des Forstmanns auf den Schädling. "Ende Mai bis Anfang Juni könnte der Käfer schon da sein", warnt Merz.

So bleiben lediglich zwei bis drei Monate Zeit, um an verschiedensten Stellen im 2350 Hektar umfassenden Bräunlinger Stadtwald den halben Jahreshieb einzubringen. "Das schaffen wir", gibt sich Merz optimistisch. Liegen bleiben indes andere Tätigkeiten wie die Durchforstung. Dabei werden aus den Beständen Bäume gezielt entnommen. Der entscheidende Punkt bei der Sturmholzaufarbeitung werde sein, dass die Stämme frühzeitig aus dem Wald geholt werden.

Acht Tage nach dem Sturm könne man auch wieder in den Wald gehen. Gleichwohl seien die Verbote der Forstbehörden kurz nach "Sabine" angebracht gewesen. Wer auf dem Weg bleibe und nicht durchs Unterholz breche, dürfte keine Schwierigkeiten bekommen. Wer aber in die Nähe der Forstarbeiten kommt, möge die Absperrungen beachten und Abstand halten.

Landesforstminister Peter Hauk sprach am Dienstag in einer ersten groben Schätzung von einem Schaden von 1,6 Kubikmeter über alle Waldbesitzarten. Besonders betroffen seien der mittlere und südliche Schwarzwald, die Region Schwäbisch-Hall/Hohenlohe und Oberschwaben. Auch außerhalb von Sperrungen sei bei einem Aufenthalt im Wald Vorsicht geboten. Denn Gefahr könne von angeschobenen Bäumen und angeknacksten Baumkronen ausgehen.

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