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Bräunlingen Eine Planung mit vielen Variablen

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Das sportliche Top-Ereignis in Bräunlingen ist seit 52 Jahren der Schwarzwald-Marathon. Die 53. Auflage muss entfallen, wird aber im kommenden Jahr nachgeholt – und es wird schon fleißig geplant.Foto: Zschäbitz Foto: Schwarzwälder Bote

Die Vorbereitungen liefen wie am Schnürchen. Die Countdown-Uhr auf der eigenen Homepage tickte gnadenlos nach unten.

Bräunlingen. Viel war für eine erneut perfekte Veranstaltung organisiert und die Vorfreude wie gewohnt groß. Dann kam Corona und im Sommer schweren Herzens die Absage: Der 53. Schwarzwaldmarathon wird 2020 ausfallen müssen.

Alles war auf ein Ziel ausgerichtet: Am 10. und 11. Oktober wieder einen perfekten Marathon rund um Bräunlingen zu organisieren. Wie viele andere Top-Ereignisse weltweit hat die Corona-Pandemie eine Austragung verhindert. Aufgeben aber gilt nicht. Schon wenige Tage später präsentierte sich die Laufsportgemeinschaft Schwarzwaldmarathon im neuen Format. Alles ausgerichtet für den 9. und 10. Oktober 2021, wenn das Event nachgeholt werden soll. Auch die Countdown-Uhr tickt bereits wieder.

Was macht der Chef eines Organisationskomitees (OK) am zweiten Oktober-Wochenende, an dem an Schlaf eigentlich kaum zu denken ist und die Organisation den ganzen Mann verlangt. "Ich weiß es nicht", sagt OK-Chef Frank Kliche und ergänzt: "Seit Jahren ist der Termin fest in meinen Leben verankert. Die Wettkampfatmosphäre und die tolle Stimmung werden mir sicherlich fehlen." Rund dreieinhalb Wochen vor dem eigentlichen Start kann Kliche die Enttäuschung noch zurückhalten, "aber an den geplanten Wettkampftagen selbst werde ich sicherlich oft daran denken, was wäre wenn".

Wie Kliche wird es auch den vielen hundert Helfern gehen, die seit Jahren den Lauf unterstützen und nicht wegzudenken sind. "Normalerweise wären wir jetzt auf der finalen Strecke. Jeder wüsste, was er zu tun hat. So aber können wir nur hoffen, dass uns Helfer und Sportler treu bleiben und 2021 in Bräunlingen wieder am Start sind." Doch freilich ist auch dies eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Keiner weiß, welche Auflagen es 2021 gibt und ob überhaupt Sportveranstaltungen dieser Art machbar sind. "Hier haben wir den kleinen Vorteil, dass unzählige Großveranstaltungen vor unserem Termin angesetzt sind. Da wird sich zeigen, welche Auflagen dann noch zu erfüllen sind", ergänzt der OK-Chef.

Trotz der Absage bleibt Kliche für die Zukunft rundum zuversichtlich. Dass einige Helfer die Chance nutzen um abzuspringen, glaubt der Funktionär nicht. Auch, dass die Strecke darunter leidet, weil die üblichen Aufräum- und Walzarbeiten vor allem auf den Waldwegen ausfallen, erscheint eher unwahrscheinlich. "Ich fühle mit unsern Helfern, die gern wieder vor Ort gewesen wären. Auch den Vereinen, die uns helfen, gehen wichtige Einnahmen durch die Lappen. Das sind alles treue und jahrelange Unterstützer, auf die wir auch 2021 setzen." In diesem Jahr haben alle ungewollt frei, wobei nicht mal ein Helferfest wegen der Vorgaben umsetzbar ist. "Aktuell tut es schon ein wenig weh, doch wir lassen uns nicht unterkriegen. Zum Schutz der Sportler, der vielen Helfer und auch der Zuschauer an der Strecke war es eine vernünftige Absage. Aber wir machen weiter."

Um einigermaßen die gewohnte Laufsportatmosphäre zu schnuppern, initiierten die Veranstalter im Juni einen virtuellen Lauf, der auf viel Zustimmung stieß und mit vielen Rückmeldungen und noch mehr Fotos die eigene Webseite bereichert. Über 600 Einträge mit Bildern gibt es bereits. Unter dem Motto "Lauf deinen eigenen Schwarzwaldmarathon auf deiner persönlichen Lieblingsstrecke" nutzten viele Athleten den Aufruf, um sich sportlich zu betätigen. Möglicherweise wird es vom 3. bis 11. Oktober eine weiteren Aufruf dazu geben.

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