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Bräunlingen Als die Renaissance wieder modern wurde

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Am Hause Bäckerei Scherzinger ("Balbiere Beck") wurde um das Jahr 1900 diese oft schon restaurierte Fassadenmalerei mit Signatur "Simmler" angebracht. Foto: Kropfreiter Foto: Schwarzwälder-Bote

Bräunlingen (ek). Die Bräunlinger Stadtkirche wird in ihrer Ausstattung oft als "einmalig" genannt. Im Zuge der anstehenden Innensanierung konnten Interessenten die Entstehung des Baues Ende des 19. Jahrhunderts in verschiedenen Veranstaltungen und in allen Einzelheiten nachvollziehen wie auch am vergangenen Dienstag im Gemeindehaus.

In Zusammenarbeit mit dem katholischen Bildungswerk referierte der Diplom-Restaurator Thomas Grünewald aus Waldkirch über die "Werkstatt für christliche Kunst Franz Josef Simmler". Sie hatte der Erbauer, Dekan Carl Aloys Metz, neben Architekt Weinbrenner mit der Innenausstattung beauftragt. Grünewald, der schon in den 90er-Jahren in der St. Remigiuskirche auf dem Friedhof restaurierte, blendete zurück: es gab viele Konkurrenzunternehmen und die Angebotsangabe Simmlers konnte er anhand eines Briefwechsels zeigen.

Beim Blick ins 19. Jahrhundert, als sich das "Phänomen Historismus" breit machte (so der Referent) wurde deutlich, dass die Bräunlinger Kirche mit Orientierung am Renaissancestil kein Neuland für die mit 30 Beschäftigten gut ausgestattete Werkstatt Simmler in Offenburg gewesen ist. In Bondorf und in der Klosterkirche Hegne am Bodensee hatte er schon sein Können bewiesen und in Fachkreisen war von "kirchlichen Schmuckkästlein" die Rede.

Die industrielle Entwicklung spielte schon eine Rolle. Ältäre wurden per Bahn transportiert, es gab Gewerbefreiheit und das Ende der Zünfte war besiegelt. Grünewald schilderte die damalige Technik der Ornamentschnitzer, die sich etwas später an Gipsmodellen orientierten. Daneben hätten in der Werkstatt Zeichner, Kunstschreiner, Vergolder und Fassmaler Hand in Hand gearbeitet. Simmler war sogar Teilhaber einer Möbelfabrik. Sein Name und sein Können hatten in Fachkreisen eine hohe Wertschätzung, ja sogar nach Indien ging ein Altar aus seinem Hause, in der die Familie als künstlerisch sehr begabt galt. Einen Preis holte er sich bei der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900.

Der Leiter des katholischen Bildungswerks, Gerhard Bombeiter, Pfarrer Walter Eckert sowie die Museumsbeauftragte Susanne Huber- Wintermantel schlossen sich dem Beifall der Zuhörer an. Mit typisch Bräunlinger Naturalien wie Bier, Wurst und Honig durfte der Referent nach Hause ziehen.

 
 

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