Hasen und Eier gehören zum Osterfest dazu. Foto: Thomas Fritsch

Ob Eier, Lamm oder Kerze: Zahlreiche Symbole sind untrennbar mit dem Fest der Auferstehung Christi verbunden. Doch wieso? Erich Hartmann, evangelischer Dekan des Kirchenbezirks Calw-Nagold erklärt, welche Wurzeln fünf der bekanntesten Bräuche haben.

Stehen die großen christlichen Feste bevor, macht sich das bereits Monate zuvor unter anderem in den Regalen des Einzelhandels bemerkbar. Im Fall von Ostern sind das vor allem: Hasen und Eier.

 

Doch was hat ein Hase, der Eier versteckt, mit dem höchsten Fest des christlichen Glaubens zu tun? Ist am Ende einfach alles nur Kommerz?

Nicht ganz. Denn die bekanntesten Symbole haben auch tiefe religiöse Bedeutung. Erich Hartmann, evangelischer Dekan des KirchenbezirksCalw-Nagold, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, welche Wurzeln fünf der bekanntesten Osterbräuche haben.

Osterhase

Wer kennt ihn nicht, den Osterhasen? Was viele jedoch nicht wissen: Ursprünglich war er nicht dafür bekannt, Eier zu verstecken.

„In der frühchristlichen Tiersymbolik steht der Hase als Symbol für Jesus Christus, der im Tod das Leben gebracht hat: Weil der Hase keine Augenlider hat, schläft er demnach mit offenen Augen. So wacht er wie Christus über die Seinen“, erklärt der Dekan.

Außerdem gelte der Hase aufgrund seiner starken Vermehrung seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und Zeugungskraft und stehe damit auch symbolisch für das Leben – „was ebenfalls auf die Auferstehung verweist“, führt Hartmann aus.

Osterei

Auch das Ei steht schon seit vorchristlichen Zeiten für Fruchtbarkeit, die Entstehung neuen Lebens und die Wiedergeburt, berichtet der Dekan. In der frühen Christenheit sei Toten sogar ein Ei als Symbol für die Auferstehung ins Grab gelegt worden.

„Es steht wegen seiner Form einerseits für die Unendlichkeit, birgt aber andererseits vor allem neues Leben in sich. Die zerbrochene Schale wird zum Symbol für das aufgebrochene Grab. Darum wird im Christentum das Ei mit der Auferstehung Jesu Christi nach der Kreuzigung verbunden“, erläutert Hartmann.

Osterkerze

Eine der ältesten Traditionen an Ostern stelle indes die Osterkerze dar. „Das Licht gilt schon seit jeher als Zeichen für das Leben“, erklärt der Theologe.

Die Kerze werde am Osterfeuer in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag entzündet und erinnere an den auferstandenen Christus, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt – wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh. 8,12)“

Osterlamm

Als eines der wichtigsten christlichen Symbole überhaupt gelte das Osterlamm. „Denn Jesus selbst wird als ‚Lamm Gottes‘ bezeichnet, ‚das die Sünde der Welt hinwegnimmt‘ (Johannes 1,29). Mit seinem Leiden und Sterben erlöste er die Menschen. Mit dem Osterlamm feiern Christen diese Erlösungstat“, führt Hartmann aus.

Das Lamm sei zudem ein Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere und das klassische Opfertier im Alten Testament. „Zum Passah-Fest sollten die Israeliten ein Lamm schlachten, als Zeichen der Dankbarkeit für den Auszug aus Ägypten. Im Johannesevangelium ist dann von Jesus als ‚Lamm Gottes‘ die Rede, das unschuldig und ohne Gegenwehr in den Tod gegangen ist“, erläutert der Dekan.

Dargestellt werde das Lamm aber meist mit einem Banner oder einer Fahne als Zeichen des Sieges über den Tod.

Osterfriede

Bereits in 1950er-Jahren nahm die Tradition der Ostermärsche ihren Anfang. Die ersten, die damals auf die Straße gingen, waren britische Atomwaffengegner, die gegen die nukleare Aufrüstung protestierten.

In der Folge wurde dieser Brauch ein Vorbild für Friedensaktivisten in ganz Westeuropa. Die Tradition des Osterfrieden ist indes noch deutlich älter. „Bei seiner ersten Begegnung mit seinen Jüngerinnen und Jüngern grüßt der auferstandene Jesus sie mit den Worten: Friede sei mit euch! (Joh. 20,19)“, berichtet Erich Hartmann. „Das ist aber keine einfache Grußformel, sondern bedeutet, dass er den Seinen den Frieden zuspricht und übereignet, den er mit seinem Tod und seiner Auferstehung zwischen Gott und den Menschen gemacht hat.“

Dieser Friede wiederum sei eine „Einladung und Aufforderung zum Frieden mit unseren Mitmenschen“. Dafür stehe der gegenseitige Friedensgruß bei der Feier des Abendmahls.