Bei der Nutzung des brach liegenden Wolf-Areals zeichnet sich eine Lösung ab. Foto: Manfred Köncke

Bei der Vermarktung des brachliegenden Areals der früheren Egenhauser Möbelfabrik Wolf zeichnet sich eine Lösung ab. Der Gemeinderat hat die Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens „Spielberger Straße/Häfnergässle“ beschlossen.

Geplant sind auf der östlichen Fläche ein Heizhaus zur Nahwärmeversorgung und auf der anderen Seite eine Wohnbebauung. „Das Projekt ist ein echter Kraftakt“, beschrieb Bürgermeister Sven Holder inzwischen neun Jahre dauernde Versuche, das Gelände einer neuen Nutzung zuzuführen.

 

In der jüngsten Sitzung ging er deshalb bewusst auf die Historie des weitläufigen Flächen ein und was man in dieser Zeit alles ohne Erfolg unternommen habe. Nach der Pleite der Möbelfabrik hat die Gemeinde die Brache 2014 gekauft. Ein Bebauungsplan lag nicht vor.

Einige Zeit herrscht Sendepause

Erste Überlegungen zielten darauf ab, einen Investor für ein Hotel zu finden. Als das nicht klappte, wurden weitere Konzepte erörtert und wieder fallengelassen. Dann herrschte einige Zeit Sendepause. 2019 wurde das Verfahren wieder aufgenommen, ein Schallschutzgutachten erstellt und die Geruchsimmissionen bei einer möglichen Tierhaltung abgeklärt. Auch dieses Vorhaben scheiterte. Nächste Überlegung war ein Bürgerhof mit Kindergarten, Schulhaus und Feuerwehrmagazin. Auch das kam nicht zustande.

Jetzt scheint eine Umsetzung nicht mehr ausgeschlossen. Im östlichen Teil der Brache könnten ein ortsansässiges Unternehmen ein schalltechnisch abgeschirmtes Gebäude zur Wärmeversorgung errichten und in westlicher Richtung Grundstücke zur Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden, um laut Holder dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Wohnbebauung sollte Vorrang haben

Bei der Erschließung sieht der Rathauschef keine Probleme. Ob man alle nachbarschützende Untersuchungen durchgeführt habe, interessierte Gemeinderätin Engül Köhler. Was Eberhard Hammer auf den Plan rief. Laut einem früheren Gemeinderatsbeschluss sollte die Wohnbebauung absoluten Vorrang haben vor einer Gewerbeansiedlung oder Betriebserweiterung. Deshalb habe man damals auch Pläne der nebenan liegenden Schlosserei Kopp kategorisch abgelehnt. Mit dem Projekt gehe man seit neun Jahren schwanger und habe viele Konzeptionen geprüft.

„Besser kriegen wir es nicht hin“

„Besser kriegen wir es nicht hin“, meldete sich Helmut Hauser zu Wort. Beim Blick auf den Lageplan merkte der hauptberufliche Architekt an, dass die Erschließungsstraße als Spielstraße mit einem Grünstreifen ausgewiesen werden sollte, aber gesichert bleiben müsse, dass Kraftfahrzeuge trotzdem problemlos rein- und rausfahren können.

Bei der Abstimmung über die Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens mussten sich die Kommunalpolitiker Michael Schuler, Stefan Mast und Frieder Großmann als Beteiligte der Stimme enthalten. Nächster Schritt ist die Auslegung des Planentwurfs mit der Möglichkeit der Stellungnahme von Fachbehörden und Anliegern.