Der Boxprofi Vedat Deniz hat hohe Ziele. Foto: Deniz

Der Boxer Vedat Deniz tritt in Gießen gegen Mirko Sikora an. Nach seinem Kampf will sich der Sportler aus Lahr voll auf sein Ziel Weltmeisterschaft fokussieren.

Diszipliniert und mit hartem Training feilt der Lahrer Profiboxer Vedat Deniz an seiner Karriere. Einen Weltmeistertitel hat sich der 26-Jährige bereits erkämpft. Im vergangenen Jahr holte er sich über zwölf Runden gegen Mehmet Altunkaya den Titel der WBU.

 

Inzwischen hat Deniz schon einen größeren WM-Titel im Blick. Bevor er jedoch dort angreifen kann, steht am Samstag, 21. Juni, noch ein Gang in den Ring an.

Der Gegner ist für den Lahrer eine Überraschung. Denn: Der für den Kampf in der Gießener Hessenhalle angesetzte Gegner hatte erst vor wenigen Tagen abgesagt. „Ein Kroate mit starker Bilanz“, erinnert sich Deniz an seinen „Beinahe-Gegner“. Nun steigt er bei der „Uppercut-Fight-Night“ gegen Sikora aus Deutschland in den Ring.

Starke Bilanz im Rücken

„Er ist ein technisch erfahrener Boxer“, würdigt Deniz seinen Gegner. Dennoch gibt er sich im Gespräch mit unserer Redaktion siegesgewiss. „Ich glaube nicht, dass er mir das Wasser reichen kann“, scherzt Deniz. Seine bisherige Bilanz gibt ihm Recht. Bei seinen bisherigen Kämpfen ging er stets niederlagenfrei aus dem Ring. Die Mehrheit seiner Siege errang er dabei durch KO. So soll es auch am morgigen Samstag laufen, wenn Deniz in den Abendstunden in der mit wohl 2000 Zuschauern gefüllten Halle zum Kampf antritt.

KO vor der finalen Runde als Ziel

„Es ist ein Ranglistenkampf erklärt Deniz. Anders als etwa bei manchen Titelkämpfen geht es dabei nicht über zwölf Runden, sondern sechs. Soweit soll es aber gar nicht kommen, findet der ambitionierte Sportler. Sein Ziel: Ein Sieg durch KO schon bis zur vierten Runde.

Eine Besonderheit des Kampfes ist auch die Gewichtsklasse. Deniz, eigentlich im Superweltergewicht aktiv, tritt nun eine Gewichtsklasse höher an. Ein Nachteil? „Der Unterschied ist nur ein paar Kilo“, so Deniz. Er sieht in seinem geringeren Gewicht auch einen Vorteil: „Dadurch bin ich explosiver, spritziger.“ Das sei auch für die Zuschauer attraktiv glaubt er – anders als etwa im Schwergewicht. Der Kampf in Gießen verspricht auch „Feuer“, meint Deniz mit Blick auf die Vergangenheit. 2023 standen sich Sikora und Deniz bereits einmal im Ring gegenüber. Der damals unterlegene Sikora bekommt also die Chance zur Revanche.

Trainingslager zur WM-Vorbereitung

Ursprünglich hatte Deniz noch weitere Kämpfe im Visier, bevor es Richtung Weltmeisterschaft geht. Den Plan hat er nun verworfen. Die nötige Qualifikation habe er durch seinen Weltranglistenplatz bereits sicher, erklärt Deniz. Daher will der Lahrer sich künftig voll auf das Training fokussieren. Mehrere Monate Trainingslager in Kazakhstan und Usbekistan plane er dafür ein.

Wie wichtig das richtige Training ist, hat Deniz besonders nach seinem vergangenen Kampf bemerkt.

Kampf hat Spuren hinterlassen

Als Sieger, aber mit Blessuren aus dem Ring gegangen, musste er einiges aufholen. Auch das Fasten während des Ramadan hatte ihn geschwächt. Inzwischen sei er wieder deutlich fitter. „Ich habe bis zu vier Mal am Tag trainiert“, erklärt Deniz.

Wenn die Pläne des jungen Boxsportlers aufgehen, steht gegen Winter ein WM-Kampf an. „Bei einem der großen vier“, erklärt Deniz mit Blick auf die zahlreichen verschiedenen Boxverbände. Deniz will einen Weltmeistertitel über zwei Kämpfe erringen. Das Besondere: Einer davon fände vielleicht in seiner Heimat statt. „Ich will die WM nach Lahr holen“, kündigt er an.